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18.11.2017

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 13.09.2017

Gewichtheber

Giga Coating bekommt Fördertechnik für bis zu 9 t schwere Werkstücke

In Twist errichtet die Giga Coating eine KTL- und Pulverbeschichtung für die Beschichtung von bis zu 9 t schweren Werkstücken in Automobilqualität. Die Fördertechnik, die aktuell installiert wird, weist einige spannende Besonderheiten auf.

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Für den sicheren und langlebigen Betrieb ist die Fördertechnik im Bereich des Warenlängstransports mit Reibradtechnik ausgestattet. Fotos: Redaktion

 "Wir stellen die Fördertechnik aufgrund der Gewichte der Werkstücke und zur Reduzierung von Toleranzen auf einer separaten Stahlkonstruktion in die Halle", erklärt Ralf Saatkamp, Geschäftsführer der System Trailer Fahrzeug GmbH, Twist. Der Hersteller von Sattelaufliegern und Anhängern für Lkws errichtet für die KTL- und Pulverbeschichtung von bis zu 9 t schweren Werkstücken in Automobilqualität eine neue Anlage und gründete dafür die Giga Coating GmbH  (besser lackieren, 20/2016). Im Februar 2017 starteten die Bauarbeiten (besser lackieren, 7/2017). Anfang Juli 2017 stand die Halle, Mitte Juli wurden die Dachdeckerarbeiten abgeschlossen und bis Ende Juli war die Betonsohle komplett gegossen.

Sechs Manipulatoren mit Hubwerken

"Aktuell wird die Fördertechnik installiert", berichtet der Geschäftsführer der Giga Coating GmbH, Ingo Wildermann. Lieferant ist Vollert Anlagenbau. Die Halle bietet eine Produktionsfläche von ca. 8560 m², von denen rund 6500 m² vom Fördersystem bedient werden. "Dafür installieren wir sechs Manipulatoren mit Hubwerken sowie zwei Verteilmanipulatoren ohne Hubwerke", erläutert Jochen Keinath, Vollert Anlagenbau. "Alle sind so angeordnet und miteinander kombiniert, dass sie die Warenträger im Quer- und Längstransport durch sämtliche Prozessschritte fördern."
Die beiden Verteilmanipulatoren werden vollautomatisch gesteuert. Der eine transportiert die Warenträger vom Einbrennofen in die Puffer- und Abkühlzone. Dort kann sie der andere übernehmen und weiter zur Pulverbeschichtung fördern.

Der Vorbehandlungsbereich liegt tiefer und beinhaltet u.a. Gruben für die Entfettungs- und Zinkphosphatierungsbecken; im Vordergrund eine Schiene für die Fördertechnik.

Der Vorbehandlungsbereich liegt tiefer und beinhaltet u.a. Gruben für die Entfettungs- und Zinkphosphatierungsbecken; im Vordergrund eine Schiene für die Fördertechnik.

Von den sechs Manipulatoren mit Hubfunktionen dienen drei zur Aufnahme und Abgabe der Werkstücke und werden manuell und automatisch gesteuert. Einer von ihnen übernimmt die Werkstücke direkt von der Durchlaufstrahlkabine. Die anderen drei Manipulatoren fördern die Warenträger mit den Werkstücken vollautomatisch durch Vorbehandlung und KTL-Beschichtung, die anschließenden KLT-Öfen, die Pulverapplikation sowie in die Pulvereinbrennöfen. Die Schienen, auf denen die Tauch- und Ofenmanipulatoren am Boden laufen, sind bereits montiert. "Da Giga Coating jedoch jeden Zentimeter in der Halle optimal nutzt, verläuft ein Teil der Schienen auf einer noch zu installierenden Tragkonstruktion über der Anlagentechnik", erzählt Jochen Keinath weiter. Auch die Manipulatoren selbst weisen einige Besonderheiten auf. So sind im Bereich von Vorbehandlung und KTL die beiden zu einem Manipulator gehörenden Laufwagen mit dem darauf stehenden Mast nur über ein Messsystem und entsprechender Software miteinander gekoppelt. Die Herausforderung besteht darin, dass sie jederzeit parallel zueinander fahren. Die Hubschlitten an den Masten können einzeln gesteuert werden, damit sich die Warenträger beispielsweise zum Ablaufen der Vorbehandlungschemie und Spülwässer an einer Seite absenken lassen. Es wird zudem unterschiedliche Aufnahmehalterungen für die Warenträger geben, denn die Werkstücke werden bei Vorbehandlung und KTL getaucht. In den in 5,50 m Höhe angeordneten KTL- und die Pulvereinbrennöfen hingegen schieben die Hubschlitten die Warenträger von unten nach oben. "Das gesamte Fördersystem ist mit Blick auf Energieeffizienz und größtmögliche Sicherheit konzipiert", erklärt Jochen Keinath. So sind beispielsweise die Motoren frequenzgeregelt und die Be- und Entlademanipulatoren besitzen eine automatisch einfallende Sicherheitsverriegelung für das Seilhubwerk. Vollert Anlagenbau zeichnet auch für die intelligente Steuerung der Anlage und die Anbindung an "Giga-IT", das hauseigene ERP-System, verantwortlich. "Wir werden die Werkstückdaten und sämtliche Prozessschritte erfassen und dokumentieren. Dazu zählen z.B. die Abmessungen der Werkstücke, die Zusammensetzung und Temperaturen von Vorbehandlung und KTL sowie die Verweildauern in den Bädern und Öfen", erläutert Ralf Saatkamp.

FÖRDERSYSTEM
  • bediente Fläche: 6500 m²
  • eigenständiger Stahlbau für minimale Toleranzen
  • 6 Manipulatoren mit Hubwerken (drei mit manueller und voll­automatischer Steuerung, drei mit automatischer Steuerung)
  • 2 Verteilmanipulatoren
  • Schwerlastwarenträger sowie gewichtsoptimierte Warenträger für bis 4 t schwere Werkstücke
  • Ablage nach unten in die Becken und nach oben die Kammeröfen
  • Förderung der Warenträger durch die gesamte Prozesskette

Vorausschauende Steuerung

Die Erfassung beginnt bei der Aufnahme unter anderem mit dem Wiegen der Werkstücke an den Warenträgern und endet mit ihrer Auslieferung. Die Prozessinformationen ordnet das Steuerungssystem den Warenträgern zu. Für eine hohe Energieeffizienz wird es Schwerlastwarenträger und gewichtsoptimierte Warenträger für eine Beladung von bis zu 4 t geben. Die Steuerung wird vorausschauend arbeiten. D.h. nach Erkennung von Gewicht und Materialdicke errechnet sie selbstständig die Prozessparameter und gibt alle Informationen und Parameter an die einzelnen Prozessschritte weiter. Sie sorgt beispielsweise für die bauteilangepasste Steuerung der Durchlaufstrahlanlage, schaltet frühzeitig Beheizung und Pumpen für die Vorbehandlungs- und KTL-Becken ein, unterstützt die Bereitstellung des Pulvers und optimiert die Beheizung der Öfen entsprechend rechtzeitig. Und wenn es für ein Werkstück noch keine verwertbaren Daten gibt? "Unsere Maxime lautet Flexibilität in allen Bereichen. Dann können wir selbstverständlich die neuen Parameter manuell eingeben", stellt Saatkamp klar. Im März 2018 soll der Probebetrieb starten. Wie sieht es mit Personal und Kunden aus? "Wir haben bereits Mitarbeiter für den Anlagenbetrieb eingestellt und erste Anfragen zu unserem Leistungsspektrum erhalten", freut sich ­Wildermann.

Giga Coating GmbH, Twist, Ingo Wildermann, Tel. +49 5936 9340-799, info@giga-coating.de, www.gigacoating.de; Vollert Anlagenbau GmbH, Weinsberg, Jochen Keinath, Tel. +49 7134 52-225, jochen.keinath@vollert.de, www.vollert.de

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