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18.09.2018

Pulverbeschichten

Lohnbeschichtung, Pulverbeschichten: 20.01.2012

„Es gibt noch genug Platz für kreative Ideen für die Aufgaben von morgen und übermorgen“

Vor 25 Jahren begann die Produktion der Bader Pulverbeschichtung GmbH. Die Redaktion von besser lackieren! sprach zu diesem Anlass mit Matthias Bader, Gründer und Geschäftsführer, über die Entwicklungen des Unternehmens und Trends in der Pulver-Lohnbeschichtung.

Die Stützen für die Balkone (bis zu 8,7 m lang) und die Dachkonstruktion mit einem Gesamtgewicht von ca. 12 t (ca. 4,4 x 2,8 m groß) eines Wohnparks wurden in RAL 7016 pulverbeschichtet. Quelle: Bader Pulverbeschichtung

Die Stützen für die Balkone (bis zu 8,7 m lang) und die Dachkonstruktion mit einem Gesamtgewicht von ca. 12 t (ca. 4,4 x 2,8 m groß) eines Wohnparks wurden in RAL 7016 pulverbeschichtet. Quelle: Bader Pulverbeschichtung

Herr Bader, 1986 haben Sie die Bader Pulverbeschichtung gegründet, 1987 begann die Produktion. Wie sind Sie damals zur Pulverbeschichtung gekommen?

Meine Eltern haben zu dieser Zeit ein Malergeschäft betrieben, da lag es nahe, eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Farbgroßhandel und Innenausstattung zu machen. Da Pulverbeschichtungen zu der Zeit immer mehr nachgefragt wurden, kam es zu der Überlegung, eine Pulverbeschichtungsanlage anzuschaffen. Die sollte zunächst im elterlichen Betrieb ihren Platz finden – die benötigte Fläche haben wir aber zu gering eingeschätzt, so dass wir eine eigene Produktionsstätte aufbauen mussten. Dort arbeiteten wir zunächst mit einer Durchlaufanlage, inklusive Entfettung und Fe-Phosphatierung, für Teile mit einer Größe von 2,5 x 0,7 x 1 m (Länge x Breite x Höhe). Die zu lackierenden Teile waren vor allem Geländer, Gartentore und Maschinenverkleidungen.  Damals musste bei den Kunden noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, da Pulverbeschichtungen kaum im Einsatz waren.

Was hat sich seitdem verändert?

Heute ist es selbstverständlich, dass Werkstücke pulverbeschichtet werden. Die Bader Pulverbeschichtung GmbH ist seitdem gewachsen, 2005/2006 sind wir umgezogen an den Standort Fachsenfeld und betreiben dort auf einer Produktionsfläche von 1500 m² zwei Beschichtungslinien mit einer Serienanlage für Teile bis zu einer Größe von 3,5 x 1,2 x 1,6 m, einer Langanlage für Teile bis 9 x 1,8 m und einer Großanlage für Teile bis zu 9 x 2,7 x 1,75 m. Über einen Deckenkran können wir große und schwere Teile mit einem Gewicht von bis zu 1,5 t handhaben. Unser Schwerpunkt sind aber weiterhin Dienstleistungen für Handwerker, Maschinenbau und Blechverarbeiter mit kleinen bis mittleren Losgrößen.

Welche Anforderungen werden heute an (Pulver-)Lohnbeschichter gestellt und was kommt zukünftig auf Unternehmen zu?

Die Anforderungen an die Oberflächenqualität werden z.B. im Maschinenbau immer höher, die Oberflächen sollen immer perfekter sein – damit steigen auch die Anforderungen an den Beschichter.  Im Prinzip kann jeder auf einem bestimmten Niveau Qualität liefern, man sollte sich dabei nur bewusst sein, welche Ansprüche erfüllt werden müssen. Problematisch wird es dann, wenn das angelieferte Blech bzw. die angelieferte Oberfläche und die geforderte Qualität nicht zusammenpassen.

Was tut Ihr Unternehmen, um sich zukünftigen Herausforderungen zu stellen?

Um Kunden zu gewinnen und zu halten ist es wichtig, die Qualität in den Vordergrund zu stellen. Wir tun dies z.B. durch unsere Mitgliedschaft in der QIB. Damit signalisieren wir nach außen, dass bei uns ein definierter Standard

Matthias Bader

Matthias Bader

an Qualitätssicherung betrieben wird und wir uns mit diesem Thema aktiv beschäftigen. Dazu kommt die stetige Kontrolle unseres Qualitätssicherungssystems und der Prozessfähigkeit durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Das verschafft uns eine sichere  Position gegenüber weniger professionellen Betrieben.

Was sehen Sie in der Zukunft als wichtige Aufgaben von Beschichtungsunternehmen?

Die Betriebe sollten Wert darauf legen, auszubilden. Auch kleine Betriebe können – je nach vorhandenen (zeitlichen) Mitteln – ausbilden. Wir haben derzeit 20 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Dazu kommt, dass ich mich im Prüfungsausschuss der BFS Sindelfingen engagiere und außerdem an den Rahmenlehrplänen für das gesamte Berufsbild des Verfahrensmechanikers für Beschichtungstechnik mitarbeite. Denn um weiterhin gute Mitarbeiter in der Beschichtungstechnik haben zu können, muss die Ausbildung stimmen. Deshalb versuche ich durch diese Tätigkeit die Ausbildung zum Ver-fahrensmechaniker Beschichtungstechnik auch außerhalb unseres Betriebs praxisnah mit Inhalten zu füllen. Dabei müssen für alle drei Lehrjahre die Inhalte festgelegt werden.

Gibt es aktuelle Projekte, an denen Sie und Ihre Mitarbeiter arbeiten?

Wir arbeiten immer wieder an Forschungsprojekten, z.B. über unsere Mitgliedschaft im Noro e.V. mit. An feuerverzinktem Stahl kommt es immer wieder zu Oberflächenfehlern beim Pulverbeschichten. In einem aktuellen Projekt beteiligen wir uns im Rahmen unserer Mitgliedschaft als Kooperationspartner bei der Untersuchung von Ausgasungen und Pustelbildung an solchen Werkstücken. In einem weiteren Projekt mit drei Fraunhofer-Instituten, in dem multimetallfähige Vorbehandlungsverfahren für Stahl und verzinkten Stahl untersucht werden, sind wir als begleitendes Unternehmen beteiligt. Wir beschäftigen uns aber auch mit speziellen Kundenwünschen wie farbigen Mar-kierungen in Schwimmbecken aus Edelstahl, die durch eine spezielle Beschichtung realisiert werden. Anwendungsmöglichkeiten sind z.B. farbige Elemente in Kinderbecken oder Streckenmarkierungen für das Sporttauchen. Nachdem erste Versuche vielversprechend waren, beschlossen wir uns zur weiteren Untersuchung und sind jetzt nach vier Jahren Forschungsarbeit bei einer guten Qualität angekommen. In einem Anwendungsfall haben wir für ein Fitnessstudio das Logo in Form einer Beschichtung im Schwimmbecken angebracht, die nach acht Monaten im Einsatz qualitativ immer noch sehr gut ist. In Kooperation mit einem Maschinenbauer und einer Firma für Steuerungssysteme entstand ein Beschichtungsautomat in einer Großraum-kabine. Dieser Beschichtungsroboter kann ohne langes Teach In auch komplexe Werkstücke selbstständig prozess-sicher beschichten.Obwohl die Pulverbeschichtung einen hohen Entwicklungsstand erreicht hat, gibt es noch genug Platz für kreative Ideen und gute Lösungen für die Aufgaben von morgen und übermorgen.

Bader Pulverbeschichtung GmbH, Aalen-Fachsenfeld, Matthias Bader, Tel. +49 7366 924727-0, mb@bader-pulver.de, www.bader-pulver.de

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