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Automobillackierung

Automobillackierung, Umwelttechnik: 04.03.2011

Filter im Handumdrehen reinigen und Kosten senken

Ein fränkischer Erfinder hat jetzt ein Feinfiltersystem zur Marktreife gebracht, das rückspülbar und frei von Hinterschneidungen ist und für die Reinigung komplett zerlegt werden kann. Das spart viel Zeit bei Lackwechseln, weil die Einzelteile einfach in Lösemittel eingelegt werden können.

Das Filtersystem "Pure flow" – hier eine Testinstallation – ist rückspülbar und frei von Hinterschneidungen. Quelle: m-systems

Das Filtersystem "Pure flow" – hier eine Testinstallation – ist rückspülbar und frei von Hinterschneidungen. Quelle: m-systems

Michael Meserle ist Werkzeugmachermeister und seit mehr als 20 Jahren im Bereich Lackieren in der Kunststoff verarbeitenden Automobil-Zulieferindustrie tätig. Häufige Farb- oder Lackwechsel sind hier an der Tagesordnung: Der Gedanke, den Reinigungsprozess zu beschleunigen, beschäftigte den oberfränkischen Werkzeugmachermeister schon länger. Bereits 2007 hatte Meserle in seiner Freizeit eine Maschine zur Granulatentstaubung und Kleinteilereinigung entwickelt und zur Serienreife gebracht, die inzwischen patentiert ist. Er setzte sich intensiv mit dem Farbwechselproblem auseinander und entwickelte 2009 ein rückspülbares Feinfilter-System zum Filtern  flüssiger Medien, insbesondere von Lacken, das er "Pure flow" nannte. Der Clou: Das komplett aus Edelstahl 1.4301 gefertigte Filtergehäuse ist rückspülbar und für alle Lösemittel- und Wasserlacke sowie für fast alle anderen flüssigen Medien geeignet. Es kann komplett zerlegt werden und ist somit sehr leicht zu reinigen. Nach dem Lackierprozess können beispielsweise die Einzelteile einfach in Lösemittel eingelegt werden.

Kurze Spülzeiten

3 FRAGEN AN ...

Michael Meserle, Inhaber m-systems

Michael Meserle

Michael Meserle

Wie kam es zur Entwicklung des neuen Lackfilters?

In vielen Lackierbetrieben steigt die Zahl der Farbwechsel, weil die Teile- und Farbvielfalt aufgrund immer neuerer Modelle enorm steigt. Das bedeutet, dass die Stillstandszeiten für das Spülen der Farbleitungen und anderer Komponenten wie z.B. Lackfilter, entsprechend zunehmen und die Mitarbeiter ihrer Kerntätigkeit – dem Lackieren – in dieser Zeit nicht nachkommen können.

Deshalb bietet ein Lackfilter, der in einem deutlich kürzeren Zeitraum gespült und wieder einsatzbereit ist, viele Vorteile: Er spart Zeit und Ressourcen und vermeidet Stillstand. Und mit diesem Ziel vor Augen habe ich mich an die Umsetzung gemacht. Das Ergebnis ist der "Pure flow", der neben den bereits beschriebenen Vorteilen auch noch relativ preiswert ist.

Wo genau im Lackierprozess wird das Filtersystem 
eingesetzt?

Das Filtersystem kann grundsätzlich überall eingebaut werden. Sinnvoll wäre aber eine Installation weit vorne, d.h. nahe der Lackierpistole, um möglichst alle sich lösenden Ablagerungen aus dem Rohrleitungssystem ausfiltern zu können. Die Befestigung kann problemlos mit Kunststoffklemmen erfolgen, die kostenlos mitgeliefert werden.

Welche Projekte stehen jetzt bei Ihnen an?

An Ideen für neue Erfindungen mangelt es mir nicht. Allerdings kosten solche Entwicklungen nicht nur Zeit, sondern auch jede Menge Geld, bis sie serienreif sind. An erster Stelle steht jetzt erst einmal, die beiden Entwicklungen noch erfolgreicher zu vermarkten und einem größeren Kundenkreis bekannt zu machen. Eine Innovation ist doch nur dann etwas wert, wenn man sie auch verkaufen kann.

Innovative Ideen

Eine Idee beschäftigt mich seit einiger Zeit: Wie kann man das Wasser, das sich in den sogenannten schöpfenden Stellen nach der Reinigung durch die Powerwash-Anlage sammelt, zuverlässig entfernen. Dieses Wasser kann den Ausschuss erhöhen und muss deswegen im schlimmsten Fall durch Mitarbeiter entfernt werden, was dem Betrieb wiederum Kosten verursacht. In meinem Kopf sehe ich die Anlage schon laufen und werde demnächst die ersten Skizzen anfertigen.

Bei der Konzeption von "Pure flow" legte Meserle sein Augenmerk besonders auf die Vermeidung von Hinterschneidungen, also toter Ecken, damit keine Lack-Rückstände im Filtergehäuse verbleiben und um somit Spül- und Farbwechselzeiten gering zu halten. Zudem ist der Filter rückspülbar, was in diesem Bereich ein absolutes Novum ist. "Der Filter ist zum Nachrüsten von bereits bestehenden Lackieranlagen oder Handlackierständen geeignet und kann an Materialdruck­gefäße, Lackpumpen, Ringleitungen an anderen technisch sinnvollen Stellen installiert werden", erklärt der Entwickler. Häufig ersetzen Kunden mit dem neuen Filtersystem auch unzureichend funktionierende alte Filter. Durch seinen adaptiven Aufbau – das Standard-Innengewinde G ¼ Zoll – sowie weitere Anschlussmöglich­keiten durch Schlauchadapter verfügt das "Pure flow" Feinfilter-System über variable Anschlüsse; PE-UHMW-Dicht­ringe sichern es zuverlässig vor Leckagen. Es deckt alle beim Lackieren denkbaren Druckbereiche bis 500 bar ab und ist vom TÜV geprüft worden. Die erste Version dieses Filters konstruierte Meserle bereits 2008. Im Jahr darauf wurde er jedoch noch einmal komplett überarbeitet. Die damals verwendeten Kunststoff-Einsteckfilter hatten sich als nicht besonders langlebig erwiesen, so dass Kunden baten, hier etwas Haltbares zu entwickeln. Das neue Modell weist jetzt u.a. einen Einsteck­filter auf, der im Gegensatz zu seinem Kunststoffvorgänger komplett aus Edelstahl besteht. Dieser neue Einsteckfilter hat zwei Gewebelagen, ein grobes äußeres Stützgewebe und ein feines Innengewebe. Er ist in acht verschiedenen Größen und Maschenweiten lieferbar. Je nach Anwendung und nach Anforderung können Filtergrößen von 508 Maschen bzw. 25 Mikron bis 40 Maschen bzw. 400 Mikron eingesetzt werden. Der 25-Mikron-Filtereinsatz wird beispielsweise häufig bei der Verarbeitung von Klarlacken  eingesetzt .Die Fließrichtung des Mediums ist außen auf dem Filtersystem gekennzeichnet. Die Filtereinsätze halten, so schätzt der Entwickler, je nach Beanspruchung zwischen sechs und zwölf Monaten, wenngleich bislang noch kein Ersatz geliefert werden musste. "Pure flow" ist auf Wunsch mit Schnellverschraubung in einer Länge von 244,5 mm oder mit Normalverschraubung in 144 mm Länge lieferbar. Der Filter mit Schnellverschraubung wiegt rund 1600 g und wird komplett in Deutschland gefertigt.

Das Filtersystem ist inzwischen zum Patent angemeldet. "16 Filter der ersten Genera­tion sind bis heute bei einem Automobilzulieferer im frän­kischen Tschirn im Einsatz. Weitere elf Filter der zweiten Generation befinden sich in Anwendung bei einem Automobilzulieferer in Valencia/Spanien – sie laufen ohne jegliche Beanstandung, nicht einmal die Filtereinsätze mussten bisher gewechselt werden", erklärt Meserle mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

m-systems, Pressig, Michael Meserle, Tel. +49 176 2076 7274, info@pure-maxx.com, www.m-systems-innovation.com

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