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Automobillackierung

Automobillackierung: 22.05.2019

Optimierte Prozesse

Andreas Rathmayr GmbH verbessert Oberflächenqualität von CFK-Bauteilen mit innovativem Schleifroboter und zentraler Farbversorgung

Auf das Lackieren hochwertiger Exterieur-Bauteile wie Motorhauben, Spoiler und Heckflügel hat sich die Andreas Rathmayr GmbH spezialisiert. Die Bauteile bestehen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), weisen zum Teil sehr komplizierte Geometrien auf und sind häufig mit Besonderheiten wie Luftauslässen oder Aussparungen ausgestattet.

Der Schleifroboter ist u.a. mit einem Excenterschleifer ausgestattet, der sich im Rechts- und Linkslauf steuern lässt. Ebenso können Anpressdruck und Drehzahl verändert werden. Foto: Rathmayr

Der Schleifroboter ist u.a. mit einem Excenterschleifer ausgestattet, der sich im Rechts- und Linkslauf steuern lässt. Ebenso können Anpressdruck und Drehzahl verändert werden. Foto: Rathmayr

"Unsere Aufgabe besteht darin, in diesem Premiumsegment Lackoberflächen mit einwandfreier Appearance und scharfen Designkanten zu realisieren", berichtet Andreas Rathmayr jun. Die Voraussetzung dafür ist ein einwandfreies Werkstück – und genau da liegt die Herausforderung: "CFK-Teile besitzen produktionsbedingt hohe Toleranzen. Gleiche Werkstücke sind eben nicht gleich, sondern weisen unterschiedlichste Unebenheiten auf. Das fällt bei einem unbeschichteten Werkstück nicht auf. Nach der Lackierung jedoch sieht man jede noch so kleine Delle." Früher hat der Lohnbeschichter die Werkstücke mit der Hand geschliffen, jetzt erledigt ein Schleifroboter diese Aufgabe – vollautomatisch. Seine Einstellung und die Erfassung der Konturen erfolgen auf Basis der modellspezifischen CAD-Daten. Die Besonderheit des Roboters besteht darin, dass er mit dem richtigen Druck auf das Werkstück aufsetzt und die Fläche  mit dem richtigen Anpressdruck schleift. Dazu ist er u.a. mit einem speziellen Kontaktflansch und einem Excenterschleifer mit einem Hub von 5 mm ausgestattet. "Das ist meines Wissens der erste Schleif­roboter mit diesen Fähigkeiten und in dieser Ausstattung", führt Rathmayr stolz aus. Um eine ebene Oberfläche zu erhalten, durchlaufen die CFK-Bauteile dreimal die Schleifkabine: als Rohteil, nach dem 1. und nach dem 2. Füllerauftrag. 60 bis 90 Bauteile kann der Lohnbeschichter pro Tag bearbeiten.

Farbversorgung

Die 1K-Basislacke und die 2K-Klarlacke erhält der Lackierer aus der zentralen Farbversorgung. Foto: Oltrogge

Die 1K-Basislacke und die 2K-Klarlacke erhält der Lackierer aus der zentralen Farbversorgung. Foto: Oltrogge

Die anschließende Nasslackierung mit wasserbasierten Basislacken und lösemittelhaltigem Klarlack erfolgt manuell. Dafür stehen drei Kabinen zur Verfügung sowie zwei Trockner für die Zwischen- und die abschließende Lacktrocknung zur Verfügung. Weil es sich bei den Basislacken um die farbgebende Beschichtung handelt, sind häufige Farbwechsel notwendig und den 2K-Klarlack haben die Lackierer früher selbst angemischt. Um diese zeitintensiven Arbeitsschritte zu automatisieren, hat der Lohnbeschichter in eine Dosier- und Mischanlage investiert. Weitere Ziele waren u.a., die Mitarbeiter zu entlasten, den Lackverbrauch zu reduzieren, Qualität und Prozesssicherheit zu steigern sowie die Dokumentation zu verbessern. Das Passauer Unternehmen entschied sich für eine Anlage von Oltrogge, "denn die Mitarbeiter sind sehr auf unsere Bedürfnisse eingegangen", erklärt Rathmayr. Die Wahl fiel auf die "Regular 30", eine 2K-/3K-Mischanlage, die sich individuell für große Farbversorgungen konfigurieren und leicht bedienen lässt und schnelle Farbwechsel erlaubt. "Sie ermöglicht einen kostenoptimierten Betrieb bei gleichzeitiger Sicherstellung des erforderlichen Qualitätsanspruchs", verdeutlicht Thomas Brodowski, Geschäftsführer der Oltrogge GmbH.

Die Lösung besteht aus zwei Anlagen mit zentraler Farb­versorgung einschließlich aller Komponenten sowie einer Software zur Erfassung und Verwaltung der Prozessdaten. Die Anlage kommt ohne zusätzliches Härterventil, ohne Druckregler und ohne Vormischkammer aus. "Sie ist dadurch wartungsarm und benötigt nur wenige Ersatzteile", ergänzt Thomas Schmalz, Gebietsverkaufsleiter bei Oltrogge. Die 1K-Basislacke und die 2K-Klarlacke können aus einer Anlage appliziert werden. Dadurch ist auch die Beschichtung kleiner Losgrößen wirtschaftlich möglich und es verkürzen sich die Zeiten für die Farbwechsel. Außerdem laufen die Prozesse durch die stabilen Mischungsverhältnisse sicher. Die Software zur Prozessdaten­erfassung ist so aufgebaut, dass sie sich pro­blemlos in die Steuerungslandschaft von Kunden integrieren lässt. Sie erfasst u.a. den Lackverbrauch, überwacht die Mischungsverhältnisse und misst die VOC-Bilanz. Sie erlaubt weiterhin Verbrauchsberichte pro Schicht/Tag/Woche und Monat und wertet den Verbrauch auch nach Chargen aus.

Die Farbversorgung läuft täglich 17 Stunden im Zweischichtbetrieb. Wie sind die Erfahrungen? "Passt! Wir haben unsere Ziele erreicht", resümiert Andreas Rathmayr. "Wir konnten unsere Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig unsere Produktivität steigern. Die Prozesse laufen stabiler und bei Fragen steht uns der Kundendienst schnell zur Verfügung."

Zum Netzwerken:
Andreas Rathmayr GmbH, Passau, Andreas Rathmayr, Tel. +49 851 88677-223, andreas@rathmayr.de, www.rathmayr.de

Oltrogge GmbH & Co. KG, Bielefeld, Thomas Brodowski, Tel. +49 521 3208-0, t.brodowski@oltrogge.de, www.oltrogge.de

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