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15.11.2019

Flugzeuglackierung

Flugzeuglackierung: 28.05.2015

Aktenzeichen Cr ungelöst – Die Luftfahrtbranche sucht nach Alternativen für Chrom

Seit diesem Jahr dürfen bestimmte Verbindungen in der EU nicht mehr verwendet werden. Aber was kann sie ersetzen?

Die Flugzeugreparatur- und -wartungsspezialisten (MRO) müssen sich mittelfristig auf harte Zeiten einstellen: Wichtige Lacke und Grundierungen dürfen bald nur noch mit Ausnahmegenehmigung benutzt werden und nicht für alle gibt es gleichwertigen, erprobten Ersatz. Auf dem Fachkongress IntAIRCOAT diskutierten sie Lösungswege.

Auch bei der Lackierung modernster Flugzeuge, wie hier der Airbus A380, sind chromhaltige Systeme derzeit für bestimmte Aufgaben noch unverzichtbar. Für die nächsten Jahre sorgen Ausnahmegenehmigungen für Abhilfe, aber spätestens Ende der 20er Jahre braucht es leistungsfähige Alternativen.Quelle: Airbus/Lindner

Auch bei der Lackierung modernster Flugzeuge, wie hier der Airbus A380, sind chromhaltige Systeme derzeit für bestimmte Aufgaben noch unverzichtbar. Für die nächsten Jahre sorgen Ausnahmegenehmigungen für Abhilfe, aber spätestens Ende der 20er Jahre braucht es leistungsfähige Alternativen.Quelle: Airbus/Lindner

In der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (Substances of  Very High Concern, SVHC) nehmen Chromverbindungen einen prominenten Rang ein. Dieses kontinuierlich aktualisierte Verzeichnis – als ­Anhang XIV offiziell Teil der
so genannten REACh-Verordnung – erfasst, welche chemischen Verbindungen aufgrund ihrer krebserregenden, erbgutverändernden oder in anderer Weise besonders gefährlichen Eigenschaften aus der industriellen Produktion verschwinden sollen. Für die Flugzeugindustrie und hier insbesondere für die MROs ist das ein Problem, denn viele der inkriminierten Stoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Flugsicherheit, vor allem dort, wo die Maschinen gegen Korrosion geschützt werden müssen. Und obwohl die Branche seit den frühen 90er Jahren forscht, ist Ersatz für bestimmte Aufgaben nicht einfach zu finden und es fehlen für viele Anwendungen bislang Alternativen, die die gleichen überragenden Materialeigenschaften wie die Chromverbindungen aufweisen. Das als besonders krebserregend verrufene Chrom (VI) zum Beispiel ist ein exzellenter Korrosionsschutz. Hinzu kommt, dass neue Verbindungen nicht den jahrzehntelangen Praxistest im täglichen Einsatz ihrer gesundheitsschädlichen Vorgänger durchgemacht haben.

AUF EINEN BLICK

Wichtige Lacksysteme in der Luftfahrtindustrie basieren noch auf "Besonders besorgniserregenden Stoffen" (SVHC), die in Anhang XIV der REACh-Verordnung gelistet sind. Dazu zählen besonders Chromverbindungen. Die ersten Stoffe wie z.B. Bleichromate dürfen seit Februar 2015 nicht mehr eingesetzt werden. Sondergenehmigungen verschieben das Problem nur um 12 Jahre.

Warum das wichtig wird

Die Folgen der REACh-Verordnung werden in den kommenden Jahren zu einiger Unsicherheit speziell bei der Flugzeuglackierung führen. Am Ende werden geänderte Materialien, Designs und Prozesse stehen, deren Anwendung den MROs einiges an Investitionen und Lernaufwand abverlangen wird.

Der Flugzeughersteller Boeing hat errechnet, dass immer noch 75% eines durchschnittlichen Flugzeugs mit chromhaltigen Materialien beschichtet ist. Dabei drängt die Zeit: 2015 steht für die ersten Chromate auf der Liste (zum Beispiel Bleichromat) das Ende ins Haus, bis 2019 sollen auch die restlichen folgen. Auf der Fachkonferenz IntAIRCOAT diskutierten am 7. Mai Fachleute von Flugzeug- und Lackherstellern sowie von MROs über Lösungswege; dabei zeichneten sich drei Optionen ab: Zum einen können die Entwicklungsingenieure den Bedarf an chromhaltigen Beschichtungen bei der Konzeption neuer Maschinen durch Designänderungen und neue Werkstoffe verringern. Zum Zweiten arbeiten alle Beteiligten intensiv daran, für jeden Einsatzzweck, eine chromfreie Alternative zu entwickeln. Zum Dritten bietet REACh durchaus die Möglichkeit, temporäre Sondergenehmigungen für eine Übergangszeit zu erhalten.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in besser lackieren. Nr. 9/2015.

CEPE, B-Brüssel, Janice Robinson, Tel. +32 02 676-7480, secretariat@cepe.org, www.cepe.org

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