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Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 17.04.2019

Fertigungstiefe erweitert, Flexibilität erhöht

Wilsberg Metalltechnik holt Wertschöpfung mit eigenem Paintshop ins Haus

Mehr Qualität, Flexibilität und weniger Handling – gleich mehrere Gründe sprachen dafür, die Beschichtung der Blechbauteile selbst auszuführen. Seit Juni 2018 lackiert man bei Wilsberg Metalltechnik nun im eigenen Werk und wird damit dem Anspruch der Kunden nach hoher Beschichtungsgüte und schnellen Lieferzeiten gerecht.

Für Roh- und Fertigmaterialien steht ein großzügiger Parkplatz zur Verfügung. Foto: Meeh

Für Roh- und Fertigmaterialien steht ein großzügiger Parkplatz zur Verfügung. Foto: Meeh

Komplizierte Bauteile und komplette Baugruppen aus Blech sind die Spezialität des Unternehmens. Die Gründe, in eine eigene Pulverbeschichtung zu investieren, waren für die Unternehmensgründer Klaus und Hans-Werner Wilsberg vielseitig: "Der logistische Aufwand, die zum Teil hochkomplexen Bauteile zu verpacken, zu verladen und zu transportieren, um dann von den Lohnbeschichtern bearbeitet und wiederum verpackt zu werden, war einfach zu groß und zu zeitintensiv", sagt Maschinenbauingenieur Philipp Wilsberg, der bereits die zweite Generation im Unternehmen vertritt. "Einer unserer Hauptkunden forderte zudem schnellere Lieferzeiten, sodass wir den Zeitverlust durch die externe Beschichtung einfach nicht mehr hinnehmen wollten. Und, ganz nebenbei, spielte auch die Beschichtungsqualität eine Rolle." Die Kunden des Unternehmens stammen vornehmlich aus der Maschinenbaubranche; viele Teile werden für den in der Nähe angesiedelten Hersteller von Baumaschinen, Wirtgen, beschichtet. Die Kunden sind es, die die jeweiligen Farbtöne und Lacklieferanten vorgeben.

Kombination von manuell und Automatik

Die neue Anlagentechnik stammt aus Wimsheim vom Komplettanbieter für Beschichtungsanlagen Meeh, der das Wilsberg-Team mit einem Konzept aus modularer Anlage und der Kombination von manuellen und automatischen Anlagenkomponenten überzeugte. Die "Jumbo-
Coat"-Anlage umfasst eine Vorbehandlungskabine, einen kombinierten Haftwassertrockner und Einbrennofen so­wie eine manuelle Beschichtungskabine – all diese Elemente sind als einzelne Kabinen platzsparend nebeneinander auf einer Fläche von nur 270 m2 gereiht. Vor den Kabinen ist ein großer "Bahnhof" platziert, um die Werkstücke mit den entsprechenden Bauteilen zwischen den einzelnen Verfahrensschritten zu parken. Größere Bauteile beanspruchen jeweils eine Traverse für sich und werden über eine Hub-Senkstation aufgehängt. Kleinbauteile werden beschichtungsgerecht und vollflächig an den Traversen befestigt. Die zu beschichtenden Bauteile haben eine Größe bis maximal 4 m Länge, 1 m Höhe und 1,5 m Breite und ein maximales Stückgewicht von 1000 kg.

Umweltfreundliche und zukunftsfähige Technik

"Wir wollten die Prozesse bei uns im Werk vereinfachen und die Wertschöpfung im Haus behalten", so Philipp Wilsberg. "Die Pulverbeschichtung ist deshalb interessant, weil sie sehr umweltfreundlich und damit zukunftsfähig ist." Um eine optimale Haftung zu gewährleisten, durchlaufen die Blechbautauteile zunächst eine Eisenphosphatierung mit anschließenden Spülprozessen. Bei Teilen bis zu einer Breite von rund 1,2 m erfolgt dieser Prozess vollautomatisch mit einem selbstfahrenden Sprühkranz. "Düsendruck und Behandlungszeit lassen sich soweit optimieren, dass die Automatik zuverlässig den Gesamtprozess der Vorbehandlung je nach Verschmutzungsgrad der Produkte ablaufen lässt", betont Meeh-Mitarbeiter Dietmar Damm. Große, schwere oder komplexe Teile können über eine regelbare Handlanze von Hand gereinigt werden. Sämtliche Medien werden im Kaskadenkreislauf gefahren und Abwässer werden über einen entsprechenden Entsorgungsnachweis von Fachfirmen entsorgt.
Fazit: Bei Wilsberg ist man mit der Beschichtungsanlage hochzufrieden. "Das Handling der Anlage ist erstaunlich einfach, der Platzbedarf gering und der Invest war durchaus überschaubar", fasst Philipp Wilsberg zusammen. Wunschgemäß hat sich beim Blechverarbeiter der Durchsatz erhöht, während sich der logistische Aufwand spürbar reduziert hat. Dass das nachhaltig die Fertigungsprozesse flexibilisiert hat, versteht sich von selbst.

Zum Netzwerken:

Wilsberg Metalltechnik GmbH, Bad Honnef, Philipp Wilsberg, Tel. +49 2224 98835-0, info@wilsberg-metalltechnik.de, www.wilsberg-metalltechnik.de;
Meeh Pulverbeschichtungs- und Staubfilteranlagen GmbH, Wimsheim, Ulrich Meeh, Tel. +49 7044 95151-0, info@jumbo-coat.de, www.jumbo-coat.de

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