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25.09.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung, Vorbehandeln & Entlacken: 02.03.2012

Kleine und große Losgrößen wirtschaftlich vorbehandeln

Rund drei Millionen Teile beschichtet L. Schulte pro Jahr, davon etwa 70% mit Pulver- und rund 30% mit Nasslack. Um den Prozess im Bereich der Vorbehandlung zu verbessern und noch flexibler agieren zu können, hat der Lohnbeschichter in eine neue Vorbehandlungsanlage investiert. Ihr Kennzeichen: Die Sprühkammer fährt über die Medienbecken.

Für die Vorbehandlung werden die Medien mit einer Pumpe (links) aus den Becken gesaugt und auf die Werkstücke gesprüht. Über den Überlauf (rechts) fließen die Medien wieder zurück.

Für die Vorbehandlung werden die Medien mit einer Pumpe (links) aus den Becken gesaugt und auf die Werkstücke gesprüht. Über den Überlauf (rechts) fließen die Medien wieder zurück.

Tradition und Innovation sind Gegensätze, die einander eigentlich ausschließen. Eigentlich, denn bei L. Schulte, Berlins ältestem Lohnbeschichter, ist das anders. "Wir verbinden Erfahrung und modernste Betriebsausstattung und haben unseren Blick nach vorn gerichtet", erzählt Burkhardt Wunsch, der das Familienunternehmen zusammen mit seinem Bruder Andreas leitet. Die Industrielackiererei begeht in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Sie wurde 1912 gegründet, siedelte 1981 in den Süden Berlins um und hat dort die einst 750 m² umfassende Produktionsfläche in mehreren Schritten auf mittlerweile 4500 m² erweitert. Jüngste Neuerung ist der fünfte Anbau, der für die neue Vorbehandlungsanlage mit einem verschiebbaren Sprühtunnel errichtet worden ist. Bislang hat der Lohnbeschichter die Werkstücke in einer geschlossenen Batch-Anlage mit Perdampf entfettet und die Korrosionsschutzbehandlung außer Haus gegeben. "Wir wollen auch künftig unsere Leistungsfähigkeit stetig erhöhen, Prozesse und Qualität verbessern und noch flexibler agieren können", begründet Burkhardt Wunsch die Investition. "Weitere Gründe waren der Ausbau unseres Teilespektrums und das Ziel, sämtliche Produktionsschritte – von der Maskierung über Vorbehandlung und Korrosionsschutz bis hin zur hochwertigen Beschichtung – selbst prozesssicher steuern zu können", ergänzt Andreas Wunsch. Seit gut sechs Jahren interessieren sich die beiden Geschäftsführer für die Einkammeranlage. Bei dieser Anlagentechnik, die von Noppel Maschinenbau GmbH hergestellt wird, werden die Substrate nicht

Die Vorbehandlungskammer fährt schienengeführt über die  Medienbecken. Quelle (zwei Fotos): Redaktion

Die Vorbehandlungskammer fährt schienengeführt über die Medienbecken. Quelle (zwei Fotos): Redaktion

Für die Vorbehandlung werden die Medien mit einer Pumpe (links) aus den Becken gesaugt und auf die Werkstücke gesprüht. Über den Überlauf (rechts) fließen die Medien wieder zurück.

Für die Vorbehandlung werden die Medien mit einer Pumpe (links) aus den Becken gesaugt und auf die Werkstücke gesprüht. Über den Überlauf (rechts) fließen die Medien wieder zurück.

getaucht, sondern in einem Tunnel besprüht, der über die Medienbecken fährt. Im Herbst 2010 fiel die Entscheidung. Und dann ging es zügig voran: Im Mai 2011 war Grundsteinlegung für den Hallenneubau, Ende 2011 wurde die Anlage installiert und seit Ende Februar läuft der Testbetrieb.

Abwasserfreie Anlage

Die neue Vorbehandlungsanlage ist zusammen mit dem ebenfalls neuen Haftwassertrockner (Gas, indirekt beheizt) in einer rund 1000 m² großen Halle untergebracht. Aufgabe, Vorbehandlung, Trockner und Abnahme sind im Rechteck angeordnet, um einen kontinuierlichen Arbeitsablauf sichern zu können. Der Transport der Gehänge erfolgt über eine manuell zu bedienende Hängeförderanlage, die mit drei Schienen ausgestattet ist und über eine Tragfähigkeit von 600 kg pro Schiene verfügt. Nach der Aufnahme gelangen die Werkstücke über den Hängeförderer in die 6 m lange, 3 m breite und 1,60 m hohe  Sprühkammer. "Um höchst mögliche Flexibilität hinsichtlich Werkstückgrößen und -geometrien zu gewährleisten, haben wir sie mit fünf Schienen ausgestattet", betont Andreas Wunsch. So können beispielsweise große Werkstücke in der mittleren Schiene und kleinere in den beiden äußeren gereinigt und gespült werden. Während der Vorbehandlung fährt der Tunnel über die Becken, die hintereinander in einer großen rechteckigen Grube angeordnet sind. Zwölf Becken hat der Lohnbeschichter im ersten Schritt installieren lassen: Eisenentfettung, zwei Spülen, Beizentfettung Zink, Spülen, Beizentfettung Aluminium, drei Spülen, VE-Spüle, Passivierung Aluminium sowie Passivierung Zink und Stahl. Grube und Anordnung der Becken sind so konzipiert, dass die Anlage um zwei Becken erweitert werden kann. Für die Vorbehandlung werden die Medien mit einer Pumpe in den vertikal fahrenden Sprühkranz, der sich im Innern der Kammer befindet, gesaugt und auf die Werkstücke gesprüht. Der Boden der Kammer ist mit einem Gefälle ausgestattet, damit das Medium mit Hilfe der Schwerkraft zum Überlauf und damit zurück in das jeweilige Becken fließt. Umweltschutz und Energieeffizienz spielten bei Konzeption und Ausführung eine wichtige Rolle. So arbeitet die Vorbehandlungsanlage komplett abwasserfrei. In den Spülbecken werden die Spülwässer über Kaskaden gereinigt, die Schmutzanteile in eine Eindampfanlage geleitet und dort vom Wasser getrennt. Die Halle ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die über die bei Vorbehandlung und Trocknung anfallende Prozesswärme gespeist wird. Rund 1,5 Mio. Euro  hat der Lohnbeschichter L. Schulte in die neue Halle und die neue Anlagentechnik investiert. Burkhardt und Andreas Wunsch sind mit den ersten Ergebnissen der Anlage zufrieden und blicken optimistisch in die Zukunft: "Wir optimieren unsere Durchlaufzeiten, erhöhen Flexibilität und Prozesssicherheit und werden die Anforderungen der Systemaudits gut erfüllen können."

3 FRAGEN AN...

Burkhardt Wunsch, Geschäftsführer der L. Schulte & Co. GmbH, Berlin

Burkhardt Wunsch

Burkhardt Wunsch

Herr Wunsch, mit der neuen Vorbehandlung verfolgt L. Schulte das Ziel, die Qualität der Prozesse zu verbessern. Welche Rolle spielen die Mitarbeiter dabei?

Die Grundlage für gute Qualität bilden unsere Mitarbeiter. Sie müssen sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren und die Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Wir sorgen für ein technisch gut ausgestattetes Umfeld, entsprechende Arbeitsbedingungen und regelmäßige Schulungen. Wichtig ist, die Mitarbeiter in die neuen Prozesse mit einzubinden und sie für neue Techniken zu begeistern.

Wie stellen Sie während des Produktionsprozesses die Qualität sicher?

Wir sind zum einen nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Zum anderen arbeiten wir seit zwölf Jahren mit einer eigenen Software für Auftragsbearbeitung und -abwicklung. Jeder Auftrag wird sofort nach Eingang mit einer Begleitkarte versehen. Sämtliche Prozessschritte werden inklusive der Arbeitsplätze per Barcode gebucht, Prüfpläne sind hinterlegt. Prüfprotokolle werden automatisch generiert. Die Rückverfolgbarkeit ist mittlerweile bis zum Jahr 2000 gewährleistet.

Führen Sie auch technische Prüfungen durch?

Ja, natürlich. Wir führen bei jedem Auftrag neben Sicht-prüfungen unter blendfreier Beleuchtung Glanzgrad- und Schichtstärkenmessungen durch. Ab Losgröße 100 kommt noch die Gitterschnittprüfung hinzu. Das Prüfprotokoll erhält der Kunde zusammen mit dem Lieferschein. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, Salzsprühtests und Klimatests durchzuführen.

L. Schulte & Co. GmbH, Berlin, Burkhardt Wunsch, Tel. +49 30 762912-11, burkhardtwunsch@l-schulte.de, www.l-schulte.de

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