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18.10.2018

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 30.11.2012

Kunststoffe optimal vorbehandeln und lackieren

Die Benseler-Firmengruppe hat nun am Standort Frankenberg in Sachsen eine Fünf-Zonen-PowerWash-Anlage in Betrieb genommen. Damit bietet das Unternehmen seinen Kunden aus dem Automotive-Bereich dort ab sofort neben der Vorbehandlung und Beschichtung von Metallbauteilen auch die Vorbereitung und Lackierung von Bauteilen verschiedenster Kunststoffqualitäten.

Mit der neuen Vorbehandlungsstrecke können bei Benseler am Standort Frankenberg jetzt ebenfalls Kunststoffteile vorbehandelt werden. Quelle: Benseler

Mit der neuen Vorbehandlungsstrecke können bei Benseler am Standort Frankenberg jetzt ebenfalls Kunststoffteile vorbehandelt werden. Quelle: Benseler

Bislang wurden im Benseler-Werk in Frankenberg überwiegend Metallbauteile nasslackiert. Doch da die Nachfrage am Markt nach der Vorbehandlung von Kunststoffteilen stetig steigt, beschlossen die Verantwortlichen des Unternehmens, die bisherige Anlage entsprechend zu erweitern. Rund drei Monate dauerte es, bis – parallel zum laufenden Betrieb – die neue 5-Zonen-PowerWash-Anlage installiert war. Seit Mitte Oktober ist die neue Anlage nun in die Produktion eingebunden. Mit ihr lassen sich Kunststoffbauteile mittlerer und großer Abmessungen für den Auto-motive-Bereich wie etwa Stoßfänger, Rammschutzleisten, Schweller oder Spiegelgehäuse in verschiedenen Losgrößen hochgradig automatisiert reinigen und vorbehandeln, um anschließend vor Ort in Wagenfarbe lackiert zu werden. Der gesamte Vorbehandlungsprozess läuft komplett eingehaust ab, die anschließende Nasslackapplikation erfolgt darüber hinaus vollklimatisiert und unter  Reinraumbedingungen. Das Ergebnis: eine sehr hohe Oberflächenqualität und eine hochgradige Prozesssicherheit für verschiedenste Grundmaterialien, wie zum Beispiel Kunststoffspritzguss, SMC und faserverstärkte Kunststoffe.

Komplexes Waschprogramm

Waschen, spülen, trocknen: Die zu bearbeitenden Kunststoffwerkteile durchlaufen in der neuen Vorbehandlungsanlage verschiedene Stufen, bevor sie ihre Lackierung erhalten können. In dem rund 40 m langen Anlagentunnel werden die Bauteile in den ersten beiden Stationen mit auf die Kunststoffteile abgestimmten Behandlungsmedien von Staub, Produktions- und Trennmittelrückständen gereinigt und entfettet. An die Reinigung schließen sich drei weitere Stufen an, in denen die Werkstücke mit Wasser und voll entsalztem (VE-)Wasser gespült werden.

Nach dieser Behandlung sind die Bauteile sauber – aber noch mit Feuchtigkeit behaftet. Die Trocknung übernimmt ein Umlufttrockner, in dem mithilfe von 80 bis 90 °C warmer Luft das Haftwasser abgeblasen wird. In der direkt anschließenden Kühlzone werden die Bauteile für die weitere Bearbeitung wieder auf Raumtemperatur gebracht. Je nach Kunststoffbeschaffenheit durchlaufen die Teile anschließend eine Beflammungskabine, in der ihre Oberfläche vollautomatisiert aktiviert wird. Der nächste Bearbeitungsschritt ist die Ionisierung: Ionisierte Luft entstaubt die elektrostatisch aufgeladenen Bauteile ein letztes Mal vor der Lackierung, wobei die abgeblasenen Schmutzpartikelchen von Emu-Federn aufgenommen und abgeführt werden. Haben die Kunststoffteile alle Stufen durchlaufen, sind die Oberflächen laut Benseler zu nahezu 100% sauber und können in die Lackierkabine weitergeleitet werden.

Zusammen mit der PowerWash-Anlage wurde am Benseler-Standort Frankenberg eine neue Farbversorgungsanlage installiert, in der auch Klein- und Sonderserien im Farbsplit-System lackiert werden können. Die sogenannte Kleinmengenfarbversorgung ist mit einem modernen Molchsystem ausgestattet, wodurch sich der Lackverlust deutlich reduzieren lässt, die Farbwechselzeiten kürzer werden und die Farbpalette wesentlich variabler wird.

Umwelttechnische Aspekte

Unter umweltschonenden und energetischen Gesichtspunkten ist die 5-Zonen-PowerWash-Anlage ebenfalls auf dem neuesten Stand der Technik. Sämtliche Behandlungsmedien werden aufgefangen und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aufbereitet. Ähnliches gilt für die Abluft, die mithilfe einer RTO-Abluftbehandlungsanlage (Regenerative Thermische Oxidation) entsprechend dem Bundes-Immissionschutzgesetz (BImSch) und EU-Richtlinien nachbehandelt wird. Die beim Prozess entstehende Abwärme wird zum größtmöglichen Teil in den Produktionskreislauf zurückgeführt, was Energie spart und Ressourcen schont. Zudem basieren die Grundier- und Basislacke auf Wasser, wodurch auch hierbei keine umweltschädlichen Abbauprodukte entstehen.

Benseler Sachsen GmbH & Co. KG, Frankenberg, Frank Demmler, Tel. +49 37206 661-23, frank.demmler@benseler.de, www.benseler.de

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