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19.09.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 25.05.2012

Lohnbeschichter entwickelt eigenes Aufmaßsystem

Weil das Teilespektrum der zu beschichtenden Werkstücke immer komplexer wurde, selten aber entsprechende Daten von den Kunden mitgeliefert wurden, suchte ein Brandenburger Betrieb nach einem geeigneten System zur Vermessung der Werkstücke – und entschied letztlich, dieses selbst zu entwickeln. "EvA" ist inzwischen erfolgreich in die Produktion integriert, zwei weitere IT-Module folgen nun.

Um auch komplexe Werkstücke wie diesen Mastkorb hochwertig beschichten zu können, ist ein genaues Aufmaß erforderlich. Das löst die neue Software, die über optische Verfahren die Daten aufnimmt und automatisch mit den weiteren Auftragsdaten speichert. Quelle: Enviral

Um auch komplexe Werkstücke wie diesen Mastkorb hochwertig beschichten zu können, ist ein genaues Aufmaß erforderlich. Das löst die neue Software, die über optische Verfahren die Daten aufnimmt und automatisch mit den weiteren Auftragsdaten speichert. Quelle: Enviral

Seit 15 Jahren ist die Enviral Oberflächenveredelung GmbH aus dem brandenburgischen Niemegk als Lohnpulverbeschichter tätig. War das Spek­trum der zu beschichtenden Teile in den Anfangsjahren noch überschaubar, so nahmen mit der Zeit sowohl Menge als auch Größe und Verschiedenartigkeit der Bauteile zu. "Die Bandbreite der Teile reicht nun von Aluminiumprofilen verschiedener Systemlieferanten über Bleche und Blechkantungen, Rahmen und andere zweidimensionale Konstruk-tionen bis hin zu dreidimensionalen Bauteilen und Sonder-konstruktionen", beschreibt Enviral-Geschäftsführer Rainer Rogovits die Auftragspalette: "Diese Teilevielfalt verursachte in zunehmendem Maße einen erheblichen Mehraufwand an Zeit für das Aufmessen der Bauteile." Um diesen Prozess effizienter zu gestalten, entwickelte Enviral in mehrmonatiger Arbeit und mit Unterstützung externer Spezialisten ein elektronisches System zum Aufmessen der Werkstücke.

Teileabmessungen aus Fotos "ausgelesen"

Im Mai 2011 wurde schließlich das neue Enviral-Aufmaßsystem "EvA" als erstes Modul einer neuen IT-Systemreihe erfolgreich in die laufende Produktion integriert. "EvA" ist eine Java-basierte Eigenentwicklung, die den Aufmaßprozess standardisiert, vereinfacht und dadurch den gesamten Prozessdurchlauf erhöht. "Dank eines zusätzlichen, mobilen Arbeitsplatzes sind die Mitarbeiter nun in der Lage, den Aufmaßprozess an jedem beliebigen Ort zu starten", erklärt Rogovits das System. Um die an den Transporttraversen hängenden Teile zu vermessen, bietet "EvA" verschiedene Möglichkeiten:

  • Zum einen können die Mitarbeiter die Teile mit einer hochauflösenden Kamera fotografieren. Die Bilddateien werden via WLAN in das Aufmaßsystem übertragen und dort automatisch dem Arbeitsauftrag zugeordnet. Auf Basis von Referenzmesswerten werden die Teilemaße direkt aus dem Foto ermittelt und über Bildbearbeitungsfunktionen im Foto vermerkt
  • Daneben können anhand manueller Messungen beliebige Messwerte ermittelt und als Zusatzinformation ebenfalls direkt im Foto ergänzt werden
  • Eine dritte Möglichkeit bietet die Einbindung eines Lasermessgeräts, die via Bluetooth erfolgt. Das Lasermessgerät hat sich bei sehr großen Teilen bewährt, da sich dieses Verfahren durch eine sehr hohe Messgenauigkeit auszeichnet

Bearbeitungsprozess transparent machen

Die so ermittelten Teileabmessungen werden, zusammen mit allen übrigen Informationen, von "EvA" aus den Fotos ausgelesen und für die weitere Bearbeitung des Auftrags zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise können Lieferscheine und Rechnungen um ein Vielfaches schneller und mit einer sehr hohen Datenqualität erstellt werden. Die Entwicklung von "EvA" wurde aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung kofinanziert.
Aufbauend auf den Erfolg des Aufmaßsystems haben die Brandenburger jetzt auch das Organisationssystem "EvO", eine 100%-ig webbasierte Eigenentwicklung, zur Anwendung gebracht. Das System digitalisiert den bisher über Belege geführten Arbeitsauftrag hinsichtlich Fertigungsvorgabe und -rückmeldung, wodurch der interne Bearbeitungsprozess extrem verkürzt werden kann. "EvO" und "EvA" basieren auf demselben Datenmodell und sind über bidirektionale Schnittstellen mit der betriebswirtschaftlichen Anwendung CPU verbunden. Das Organisationssystem wird als zentrales System der Fertigungssteuerung an allen Arbeitsplätzen des Unternehmens eingesetzt. Flexibel steuerbare elektronische Arbeitsanweisungen erlauben eine exakte kundenindividuelle Fertigungsvorgabe und stellen genaue Datenrückmeldungen bezüglich der jeweils vollzogenen Arbeitsschritte sicher. "Für den Kunden heißt das, dass jederzeit der gesamte Bearbeitungsprozess ‚seiner Teile‘ klar und transparent in allen Stufen nachweisbar ist: Traverse für Traverse, Teil für Teil. Neben der Erhöhung des Teiledurchlaufs verbessert sich die Informationssicherheit in einem ganz erheblichen Maße. Bei Bedarf ist auch noch Jahre später ein Zugriff auf alle relevanten Details des Produktionsprozesses möglich", erklärt Rogovits.

Auftragsdaten online eingeben und abrufen

Das Organisationssystem "EvO" soll künftig die Datengrundlage für weitere Module bilden. Bereits in Planung befindet sich "Enviral Exchange", kurz "EvE", ein KundenKontaktCenter. Darin werden Kunden die eigenen Auftragsdaten online zur Verfügung gestellt und so transparent gemacht, in welchem Bearbeitungsstatus sich der Auftrag befindet. Dazu ist lediglich ein Internetzugang und eine aktuelle Browserin­stallation nötig. "Auch können bei der Nutzung von ‚EvE‘ künftig separate Lieferscheine entfallen. Stattdessen können die Kunden ihre Lieferdaten direkt in das KundenKontaktCenter eingeben", erklärt Rogovits. Die Daten werden direkt im Enviral-Auftragssystem gespeichert und durchlaufen den gesamten Fertigungsprozess bis zur Rechnungsschreibung. Der Kunde findet dann sozusagen "seine Daten" auf der Rechnung von Enviral wieder. Darüber hinaus wird es auch künftig möglich sein, den Kunden via "EvE" die Rechnungen in digitalisierter Form zum Download zur Verfügung zu stellen. Weitere Funktionen werden mit Sicherheit folgen, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Enviral Oberflächenveredelung GmbH, Niemegk, Rainer Rogovits, Tel. +49 33843 642-0, r.rogovits@enviral.de, www.enviral.de

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