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19.01.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 04.06.2014

Lohnbeschichter fordert Norm für Lack

Green-Award-Finalist Hertfelder setzt auf umfassende Kontrollen, um Fehler durch unreinen Lack oder Bauteilfehler zu vermeiden

Schlanke Prozesse, maximale Effizienz, bestmögliche Qualität stehen im Fokus des besser lackieren. Green Awards, der in diesem Jahr in die zweite Runde geht. Zu den Finalisten des ersten Durchlaufs 2013 gehörte die Hertfelder Lackierwerk GmbH, Spezialist für Kunststofflackierung von Kleinbauteilen. Die Jury überzeugte sich von innovativen Verfahren, ausgeklügelter Logistik und hocheffizienter Technik.

Noch ein Beispiel aus der Praxis: Viele Verschmutzungen auf wenig Raum sind keine Seltenheit, wie Walter Hertfelder betont.

Noch ein Beispiel aus der Praxis: Viele Verschmutzungen auf wenig Raum sind keine Seltenheit, wie Walter Hertfelder betont.

Hochwertige Lackierungen werten Objekte ästhetisch auf, schützen vor Belastungen des täglichen Gebrauchs und sorgen für langfristig zufriedene Kunden. Bei der Hertfelder Lackierwerk GmbH werden vor allem Kunststoffbauteile bis max. 60 cm Größe beschichtet: "Wir lackieren Karosserieteile für Automobilmarken wie Bentley, BMW, Mercedes-Benz und VW", berichtet Walter Hertfelder, Geschäftsführer der Hertfelder Lackierwerk GmbH. "Ebenso sind wir in den Küchen und Bädern der Welt zuhause, speziell im Bereich der Armaturen, auf Wunsch mit Matt- und Hochglanzlackierungen. Eine unserer Kernkompetenzen ist das Finish von Gehäusen – ganz gleich ob Elektrorasierer oder Mobiltelefone, komplette Gehäuse oder Details wie Einschaltknöpfe."

Auf zertifizierte Prozesse setzen

Weil bei diesen Bauteilen das Finish größte Wichtigkeit hat, hat sich die Hertfelder Lackierwerk GmbH die bestmögliche Oberflächenqualität auf die Fahnen geschrieben – unter anderem auch, weil diese von den Kunden so gefordert wird. Für hohe Qualität und nachvollziehbare Prozesse bürgen die Zertifizierungen nach ISO/TS 16949 sowie nach DIN EN ISO 9001. "Die Zertifizierungen bestätigen uns eine strukturierte Abwicklung aller Prozesse auf höchstem Niveau", erklärt er. Lackiert werden die Bauteile auf sechs Spindel-Lackieranlagen unterschiedlicher Größe, sodass Individuallackierungen, Kleinserien oder Interieuranwendungen mit Softlacken möglich sind. Für die Vorbehandlung verfügt man in Marbach über eine Niederdruck-Plasmaanlage mit einem Volumen von 6000 l Rauminhalt. "Für uns ist das die kostengünstigste und wirkungsvollste Methode gegen Haftungs- und Benetzungsprobleme", sagt Hertfelder. "Müssen die Teile ein zweites Mal lackiert werden, haftet die zweite Schicht sogar ohne zusätzlichen Anschliff", so der Geschäftsführer weiter. Selbst komplizierte Geometrien können problemlos plasmaaktiviert und -gereinigt werden.

Auch Rohteilfehler sind keine Seltenheit. Der Anteil beim Marbacher Lohnbeschichter liegt höher als der  Lackierausschuss.

Auch Rohteilfehler sind keine Seltenheit. Der Anteil beim Marbacher Lohnbeschichter liegt höher als der Lackierausschuss.

Durch verschmutztes Lackmaterial (hier z.B. ein Insektenflügel) sinkt die IO-Rate erheblich. Daher führt Hertfelder grundsätzlich eine umfassende Eingangskon-trolle auf Sauberkeit und Farbton durch. Jede neue Lackcharge wird gesiebt, auflackiert und der Farbton überprüft. Quelle (drei Fotos): Hertfelder

Durch verschmutztes Lackmaterial (hier z.B. ein Insektenflügel) sinkt die IO-Rate erheblich. Daher führt Hertfelder grundsätzlich eine umfassende Eingangskon-trolle auf Sauberkeit und Farbton durch. Jede neue Lackcharge wird gesiebt, auflackiert und der Farbton überprüft. Quelle (drei Fotos): Hertfelder

Reklamationsrate gegen Null

Dank aufwändiger Qualitätskontrollen liegt die Reklamationsquote im Marbacher Werk fast bei Null. Doch immer wieder stellt Geschäftsführer Hertfelder fest, dass sowohl die Rohteile als auch das Lackmaterial stark zu wünschen übrig lassen: "Es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht mit Rohteilfehlern belasten. Der Anteil ist oft höher aus der Lackierausschuss!" Grund dafür sieht er in der Werkzeugauslegung, der Prozesssicherheit beim Kunststoffspritzen oder an nicht ausreichend geschultem Personal. Noch größeres Unverständnis hat Hertfelder für verschmutzten Lack, der ebenfalls keine Seltenheit ist: "Die Fehlerquelle durch unreinen Lack ist nach unserer Erfahrung erheblich. Dadurch werden beispielsweise Einschlüsse bei hellen Metallicfarben erst nach dem Polieren sichtbar. Dann müssen die Teile überlackiert oder verschrottet werden – das ist teuer und schadet der Umwelt."

Undankbare Diskussionen mit Lieferanten

Reklamieren er oder seine Mitarbeiter verschmutzten Lack, gibt es oft undankbare Diskussionen mit den Herstellern: "Andere hätten damit kein Problem", bekommt Hertfelder immer wieder zu hören, und "das sei doch gar nicht so schlimm". "Es ist erstaunlich, dass es immer noch keine Norm oder Vorschrift gibt, wie sauber ein Lack sein muss. Wenn man an die vielen Automobil-Oberflächennormen denkt, ist das eigentlich nicht mehr zeitgemäß", findet er.
Aus diesem Grund macht man bei Hertfelder grundsätzlich eine umfassende Eingangskontrolle auf Sauberkeit und Farbton. Jede neue Lackcharge wird gesiebt, auflackiert und der Farbton überprüft. Die Tönempfehlung bekommt der Lohnbeschichter dann vom Hersteller auf Basis der Farbmessung. Bei Bedarf wird nachgetönt – auch wenn es für Walter Hertfelder und seine Kollegen nicht nachvollziehbar ist, dass das überhaupt sein muss.

GREEN AWARD 2014 - BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT

Wie aufwändig ein Beschichtungsprozess ist, wissen und würdigen nur wenige Produktionsverantwortliche. In vielen Unternehmen werden Lackierprozesse häufig nur mit den Attributen kostenintensiv, umweltverschmutzend und zeitraubend verbunden. Die umfangreichen Schutzfunktionen sowie ästhetische Aspekte und der damit verbundenene Mehrwert für den Endkunden bleiben dabei außer Acht. Aus diesem Grund haben besser lackieren. und das Fraunhofer IPA 2013 den "Green Award" ins Leben gerufen – der erste Benchmark-Wettbewerb der industriellen Lackiertechnik in Europa. Aktuell suchen die Redaktion besser lackieren. und das Fraunhofer IPA zum zweiten Mal nach auszeichnungswürdigen industriellen Lackierkonzepten. Noch bis zum 13. Juni läuft die Bewerbungsphase für den Green Award 2014.  Unter www.besserlackieren-green-award.de müssen Sie sich zunächst anmelden und erhalten umgehend alle Unterlagen sowie einen persönlichen Online-Zugang zum Fragebogen. Der umfassende und leicht verständliche Fragebogen garantiert bequemes Ausfüllen direkt am Arbeitsplatz. Der Aufwand beträgt ca. 0,8 Manntage.

Mit freundlicher Unterstützung der Industriepartner des besser lackieren. Green Awards:

Unbenannt

Farben nicht immer deckend

In diesem Zusammenhang ist auch die Schichtdicke wichtig, die Einfluss auf den Farbton hat. Im Lackieralltag hat Hertfelder vielfach festgestellt, dass nicht mehr alle Farben deckend eingestellt werden. Deshalb wird in Marbach die Schichtdicke beim Lackierprozess nach dem Nassgewicht überprüft, für den Geschäftsführer die sicherste Methode: "Das Nassgewicht wird für jedes Teil und jede Farbe ermittelt und in den Datenblättern und Fertigungsaufträgen festgehalten. Bei einem Schichtdickenunterschied von 2 µm zwischen Zylinderkappe und Griff passen die Teile nicht zusammen", so Hertfelder. Zudem gibt es Grundierchargen, mit denen die Benetzung nicht oder nur schlecht funktioniert: "Eine Grundierung besteht aus rund 21 Komponenten. Wenn diese beim Hersteller nicht geprüft oder die Produktion der Grundierung zu variabel gestaltet wurde, kommt es zu mangelhaften Ergebnissen", so der Beschichtungsprofi. "Bei solchen Fällen ist es ratsam, Material aus der Vorgängercharge zurückzuhalten, um gegenüber dem Lackhersteller besser argumentieren zu können."

Engmaschige Qualitätsprüfungen

Der Lohnbeschichter setzt auf häufige, regelmäßige, engmaschige Qualitätsprüfungen. Kein Produkt verlässt unkontrolliert das Werk: "Wir können fast alle Mess- und Prüfverfahren in unserem Haus durchführen, von der mikroskopischen Analytik über die Glanzgrad- und Lackhaftungsprüfung, Gitterschnittsprüfung nach DIN 53151, Kondenswasserkonstantklima nach DIN 50017 KK bis hin zur Schichtdickenmessung." Jedes einzelne Teil wird vor dem Verlassen des Werks einer Sichtprobe unterzogen. Auch in der Lagertechnik und Logistik wird Sorgfalt während des Verpackens und Versendens gewährleistet. Insgesamt ist das viel Aufwand für einen Lohnbeschichter, so Hertfelder, aber anders gehe es nicht, wolle man auch in Zukunft "besser lackieren"!

Hertfelder GmbH, Marbach/Neckar, Walter Hertfelder, Tel. +49 7144 8524-0, info@hertfelder-gmbh.de, www.hertfelder-gmbh.de

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