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05.08.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung, Pulverbeschichten, Umwelttechnik: 09.09.2011

Mit EMAS Mehrwert für das Unternehmen und die Umwelt schaffen

Die weist + wienecke oberflächenveredelung GmbH (wwo) mit Sitz in Alfeld ist jetzt als eines der ersten reinen Lohnbeschichtungsunternehmen in Deutschland nach EMAS III zertifiziert. Geschäftsführer Oliver Weist sprach mit besser lackieren! über die Hintergründe, die Anforderungen und die Umsetzung sowie den Nutzwert der EMAS-Zertifizierung.

Geschäftsführer Oliver Weist (re.) und Dr. Volker Kühn (li.), Umwelt- und Qualitätsmanagementberater bei AWA & Partner haben ganze Arbeit geleistet: Umweltgutachter Henning von Knobelsdorff überreicht die freigegebene Umwelterklärung. Quelle: wwo

Geschäftsführer Oliver Weist (re.) und Dr. Volker Kühn (li.), Umwelt- und Qualitätsmanagementberater bei AWA & Partner haben ganze Arbeit geleistet: Umweltgutachter Henning von Knobelsdorff überreicht die freigegebene Umwelterklärung. Quelle: wwo

Die Abkürzung EMAS kommt von Eco-Management and Audit Scheme und steht für die "Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsführung". Auf der offiziellen Homepage www.emas.de heißt es, das EMAS-Teilnehmer verantwortungsbewusst, glaubwürdig, innovativ und transparent sind. Sie tun mehr für den Umweltschutz als sie müssten, lassen sich regelmäßig durch unabhängige und staatlich zugelassene Umweltgutachter prüfen, arbeiten an der ständigen Verbesserung ihrer Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen, informieren offen über ihre Arbeit und suchen den aktiven Dialog mit der Öffentlichkeit. Als eines der ersten reinen Lohnbeschichtungsunternehmen in Deutschland ist die wwo GmbH jetzt nach EMAS III zertifiziert. Das Markenzeichen des mittelständischen Unternehmens sind qualitativ hochwertige Pulverbeschichtungen. Wir treffen Oliver Weist, wwo-Geschäftsführer und Leserbeirat von besser lackieren! in seinem Büro in Alfeld.

Herr Weist, warum haben Sie sich als Lohnbeschichter für die EMAS III-Zertifizierung entschieden?

Oliver Weist: "Die Themen Umwelt und Umweltmanagementsysteme sind am Markt in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt, auch bei der Auftragsvergabe an Lohnbeschichter. Die Anfrage eines Kunden, der gezielt nach dem Thema Umweltmanagement fragte, war dann Auslöser für mich, sich intensiv mit diesem Thema zu befassen und es 2010 in den Unternehmenszielen zu verankern. Nach Recherchen habe ich festgestellt, dass viele Unternehmen nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert sind, aber EMAS gerade im Bereich der Lohnbeschichtung ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Hier wollte ich neue Wege gehen und habe mich intensiv in die Thematik eingearbeitet. Ziel der EMAS-Zertifizierung war dabei nicht, vordergründig mehr Aufträge zu bekommen, sondern zukünftig keinen zu verlieren. Einen weiteren Nutzen sehe ich darin, dass die Themen Umwelt und Energieeinsparung intensiver betrachtet und neue Potenziale aufgedeckt werden." Ein Umweltmanagementsystem nach EMAS können alle Unternehmen einrichten, die ihre Umweltleistung verbessern möchten. Zentraler Bestandteil ist die internationale Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001. Über deren Kernthemen zum Aufbau eines Managementsystems hinaus richtet EMAS den Fokus vor allem auf messbare Verbesserungen, Transparenz nach innen und außen sowie Rechtssicherheit. Die Umweltleistung, d.h. die messbaren Ergebnisse der Umweltauswirkungen wie Energieeffizienz, Emissionen oder Abwasser sollen kontinuierlich verbessert werden. Darüber hinaus werden Verwaltungs- und Planungsentscheidungen oder Beschaffungsverfahren erfasst und bewertet. Ebenso sind in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung die Beschäftigten einzubeziehen. Dies soll der Identifizierung der Arbeitnehmer mit den Umweltschutzinteressen des Unternehmens dienen und dafür sorgen, dass Umweltmanagement "gelebt" wird und nicht in Form ungelesener Handbücher im Schrank verstaubt. Der Betrieb ist verpflichtet eine Umwelterklärung zu erstellen, in der die umweltrelevanten Tätigkeiten und die Daten zur Umwelt, wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emission, Abfälle etc. genau dargestellt werden. Dies hat Oliver Weist sorgfältig dokumentiert.

Herr Weist, worin bestanden die Herausforderungen der EMAS III-Zertifizierung und welcher zeitliche und finanzielle Aufwand war damit verbunden?

Oliver Weist: "Insgesamt hat das Projekt ca. 1 Jahr gedauert. Die Herausforderungen bestanden darin, dass sich EMAS aus einer ganzen Reihe von Bausteinen zusammensetzt. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Erhebung des Ist-Zustands, der sogenannten Umweltprüfung, die bei uns eine Beratungsfirma durchgeführt hat. Dabei werden alle Unternehmensbereiche systematisch untersucht, d.h. Verbrauchszahlen werden erfasst und Stärken und

Die Grafik hebt die besonderen Merkmale hervor, durch die sich EMAS auszeichnet.

Die Grafik hebt die besonderen Merkmale hervor, durch die sich EMAS auszeichnet.

Schwächen analysiert. Auf diesen Ergebnissen aufbauend werden in einem Umweltprogramm die Ziele und Maßnahmen festgelegt, mit denen Schwachstellen behoben, Einsparungen erzielt und Verbesserungspotenziale genutzt werden. Zusätzlich haben wir eine Energieberatung durchgeführt. Beispiele für unsere Umweltziele sind die jährliche Abfallerfassung, die Umstellung auf alternative und regenerative Energien, der Einsatz verbrauchsarmer Fahrzeuge oder auch die Einsatzmöglichkeiten von NT-Pulverlacken zumindest zu prüfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überprüfung und Einhaltung von Rechtsvorschriften, um Rechtssicherheit zu erzielen. Mit den gesetzlichen Anforderungen musste ich mich sehr intensiv auseinandersetzen, da diese wesentlich umfassender sind als bei der DIN EN ISO 14001. Ebenso wichtig ist es, die eigenen Mitarbeiter zu beteiligen und in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserungen einzubinden. Neben Besprechungen und Unterweisungen haben wir zum Beispiel intern einen Umweltbriefkasten eingeführt. Insgesamt sind bei der EMAS III-Zertifizierung Kosten von knapp 10.000 Euro entstanden." In einer Dokumentation werden die wichtigsten Bestandteile des Systems schriftlich festgehalten und bei Bedarf angepasst. Abschließend ist der Betrieb verpflichtet eine Umwelterklärung zu erstellen, in der die umweltrelevanten Tätigkeiten und die Daten zur Umwelt, wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emission, Abfälle etc. genau dargestellt werden. Der letzte Schritt ist die Überprüfung der internen Dokumente sowie der Umwelterklärung durch einen unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter. Die Umweltbetriebsprüfung ist regelmäßig, spätestens alle drei Jahre zu wiederholen. Nach der Validierung wird der Teilnehmer in ein öffentliches Register eingetragen und erhält eine europaweit einmalige Registrierungsnummer. Im Registrierungsverfahren werden alle zuständigen Umweltbehörden beteiligt, um sicherzustellen, dass keine Umweltverstöße vorliegen. Die Registrierung berechtigt das Unternehmen, das EMAS-Logo zu benutzen. Für die Qualitätssicherung in Deut-schland ist der Umweltgutachterausschuss (UGA) zuständig. Umweltgutachter werden nach öffentlichem Recht zugelassen und unterliegen einer staatlichen Aufsicht über ihre Tätigkeit. Mit diesen Aufgaben ist die Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH (DAU) betraut.

  EMAS    ISO 14001
Grundlage europäische Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 internationale Norm DIN EN ISO 14001:2004
Status rechtliche Grundlage in Form einer Verordnung mit der Umsetzung für Deutschland durch das Umweltauditgesetz privatwirtschaftlicher freiwilliger Standard ohne Rechtscharakter
Räumlicher Anwendungsbereich weltweit weltweit
Inhalt Gesamtpaket aus Umweltmanagementsystem (UMS) mit interner und externer Überprüfung, Registrierung in öffentlich zugängliche nationale und internationale Register und Bereitstellung der Umwelterklärung UMS mit interner und externer Überprüfung
Ausrichtung und Ziel
  • ergebnis- / umweltleistungsorientiert
  • Ziel ist die kontinuierliche Verbesserungen der Umweltleistung von Organisationen durch das UMS, unter aktiver Beteiligung der Arbeitnehmer und im Dialog mit der Öffentlichkeit
  •  EMAS ist eingebunden in den Aktionsplan für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik der EU
  • verfahrens- / systemorientiert
  • Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung des UMS
Teilnahme freiwillig freiwillig
Anforderungen

Zusätzlich zu den Anforderungen der ISO 14001 fordert EMAS:

  • Umweltprüfung: erstmalige umfassende Untersuchung des Ist-Zustandes im Zusammenhang mit den Tätigkeiten, Produkten und Dienstleistungen
  • Nachweis der Einhaltung geltender Rechtsvorschriften und Genehmigungen
  • kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung
  • Mitarbeiterbeteiligung durch Einbeziehung in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung und Information der Beschäftigten
  • externe Kommunikation mit der Öffentlichkeit, interessierten Kreisen, Kunden usw.
  • regelmäßige Bereitstellung von Umweltinformationen (Umwelterklärung)
  • UMS einführen, dokumentieren, verwirklichen, aufrechterhalten und ständig verbessern
  • Umweltpolitik
  • Planung inkl. bedeutende Umweltaspekte bestimmen, geltende rechtliche Verpflichtungen ermitteln und zugänglich haben, Aufstellung von Zielen und dem Programm
  • Verwirklichung und Betrieb des UMS sicherstellen, Qualifizierung von verantwortlichen Personen, interne Kommunikation
  • Überprüfung (einschließlich interne Audits)
  • Managementbewertung
Betrachtungsebene
  • organisations- und standortbezogen
  • bedeutende Umweltauswirkungen und -leistung werden standortbezogen dargestellt
organisationsbezogen
Wesentlicher Prüfungsinhalt
  • im Rahmen der Begutachtung wird durch Einsichtnahme in die Dokumente und Besuch auf dem Gelände überprüft, ob die Umweltprüfung, die Umweltpolitik, das UMS, die interne Umweltbetriebsprüfung sowie deren Umsetzungen den Anforderungen der EMAS-Verordnung entsprechen
  • zusätzlich werden im Rahmen der Validierung die Informationen und Daten der Umwelterklärung für gültig erklärt (zuverlässig, glaubhaft und korrekt)
  • Regeln für die Zertifizierung enthält der Text der ISO 14001 nicht, dafür werden zusätzliche Zertifizierungs- und Auditierungsnormen herangezogen
  • durch Einsichtnahme in die Dokumente und Besuch auf dem Gelände wird überprüft, ob das UMS der  Organisation mit den Anforderungen der ISO 14001 übereinstimmt
Prüfer EMAS-Umweltgutachter und -Umweltgutachterorganisationen werden durch eine spezielle staatlich beliehene Stelle zugelassen und beaufsichtigt: die DAU (Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter GmbH). Zertifizierungsorganisationen werden durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle), der staatlich beliehenen nationalen Stelle für das gesamte Akkreditierungswesen, akkreditiert

Die Tabelle verdeutlicht die wesentlichen Unterschiede zwischen EMAS und ISO 14001. Quelle (Grafik und Tabelle): www.emas.de

weist + wienecke oberflächenveredelung GmbH, Alfeld (Leine), Oliver Weist, Tel. +49 51 81 80686-0, service@pulver-wwo.de, www.pulver-wwo.de

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