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19.01.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung, Nasslackieren, Pulverbeschichten, Unternehmensmeldungen: 15.01.2014

Potenziale ermitteln, bewerten und nutzen

Um Kunden dauerhaft stabile Preise zu gewähren, setzt man bei der LOV GmbH auf die Reduzierung des Energieverbrauchs und auf Effizienzmaßnahmen. Zusammen mit einem externen Energieberater hat der Lohnbeschichter ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, das nun sukzessive umgesetzt wird, und neben der Green Award-Jury auch die Sächsische Energieagentur voll und ganz überzeugte.

Im Frühjahr 2013 rief besser lackieren. die Leser zur Teilnahme am ersten Benchmark-Wettbewerb der Lackierindustrie auf. "Wir fanden den Ansatz eines Benchmark-Vergleiches sehr spannend", erklärt Michael Kirmse, Geschäftsführer der Limbacher Oberflächenveredlung (LOV) GmbH. "Denn wir haben darin die Möglichkeit gesehen, unser Unternehmen direkt mit anderen zu vergleichen." Dass diese Teilnahme die LOV gleich zum Gewinner der Kategorie "Lohnbeschichtung – Lackierabteilungen/Lackiererei mit weniger als 50 Mitarbeitern" machen würde, damit hätte man in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz wohl kaum gerechnet. Der Lohnbeschichtungsbetrieb wurde 1998 gegründet und ist seit 2009 Mitglied der GSB, seit 2013 auch der IQC. Die LOV hat sich auf die Pulverbeschichtung und Nasslackierung spezialisiert und beschichtet Metallteile, darunter Umhausungen für die Elektroindustrie, den Maschinenbau sowie für Kühlanlagen. Gefertigt wird derzeit mit rund 50 Mitarbeitern in drei Schichten. Außerdem werden in Limbach-Oberfrohna Gitterroste und Aluminiumelemente für den Bau- und Fassadenbereich und Komponenten für die Nutzfahrzeug- und Schienenfahrzeugindustrie beschichtet.

Für die Pulverbeschichtung stehen zwei Auto­matik-Pulverkabinen zur Verfügung. In jeder Kabine gibt es einen Arbeitsplatz für die manuelle Vorbeschichtung des Teilespek­trums.

Für die Pulverbeschichtung stehen zwei Auto­matik-Pulverkabinen zur Verfügung. In jeder Kabine gibt es einen Arbeitsplatz für die manuelle Vorbeschichtung des Teilespek­trums. 

Blick in die neue Pulverlackierlinie: Der Lohnbeschichter kann Teile aus  Stahl, verzinktem Stahl, Aluminium sowie Gussteile mit den maximalen Abmaßen von 6 m Länge, 2 m Höhe und 1 m Breite und einem Maximalgewicht von 600 kg lackieren.

Blick in die neue Pulverlackierlinie: Der Lohnbeschichter kann Teile aus Stahl, verzinktem Stahl, Aluminium sowie Gussteile mit den maximalen Abmaßen von 6 m Länge, 2 m Höhe und 1 m Breite und einem Maximalgewicht von 600 kg lackieren.

Die Teileaufgabe und -abnahme erfolgt an zwei Stationen, die jeweils mit einer Hub- und Senkstation versehen sind. Quelle (drei Fotos): LOV

Die Teileaufgabe und -abnahme erfolgt an zwei Stationen, die jeweils mit einer Hub- und Senkstation versehen sind. Quelle (drei Fotos): LOV

Zukunftsfähig durch weniger Energiekosten

"Unsere Kunden verlangen langfristig stabile Preise", erklärt Michael Kirmse. "Aber die Energiekosten steigen seit Jahren kontinuierlich. Da die Beschichtung ein energieintensiver Prozess ist, liegt der Schlüssel in der Senkung der Energiekosten, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben." Dafür hat man bei LOV in den vergangenen Jahren bereits einiges getan: Die Abstrahlungswärme der Öfen – Pulverofen, Haftwassertrockner und Nasslacktrockner inklusive Abdunstzone – konnte durch die Blockbauweise minimiert werden. Zudem wird per Rotationswärmetauscher die Abwärme der Nasslackierkabine zur Erwärmung der Zuluft genutzt, ebenso wie die Abwärme der Druckluftkompressoren, die für die Heizung der Produktionshalle genutzt wird. Beim Bezug von Strom und Nahwärme war es den Entscheidern bei der LOV wichtig, dass ihr Versorger auf umweltfreundliche Energie aus der Kraft-Wärme-Kopplung setzt.

Einsparungen nicht auf Kosten der Qualität

Doch damit nicht genug: "Wir wollten unseren Bezug von Strom für Beleuchtung, Druckluft, Transportsystem usw. weiter reduzieren, ebenso wie den Einsatz der Nahwärme für unsere Aktivbäder", erklärt LOV-Qualitätsmanager Jörg Seiche. "Ein weiteres Ziel war für uns, das für die Öfen eingesetzte Erdgas erneut dem Prozess zuzuführen." Natürlich durfte die angestrebte Energiekosteneinsparung nicht auf Kosten der Effektivität der Fertigung erfolgen, und die Investitionskosten sollten sich innerhalb annehmbarer Zeit amortisieren. "Auch die Normkonformität zur DIN EN 16247-1 (Energieaudit) stand im Fokus, die Voraussetzung für den Sächsischen Gewerbeenergiepass ist. Nur auf dieser Basis können wir auch künftig den Spitzenausgleich der Energiesteuer geltend machen", so Seiche.

Hilfe durch Gewerbeenergieberater

Weil bei der LOV nicht bekannt war, welche Prozesse wie viel Energie beanspruchen und wo eventuelle Kostenpotenziale liegen könnten, beauftragte man einen zertifizierten Gewerbeenergieberater und Auditor für Energie- und Umweltmanagementsysteme. Dieser ermittelte vor Ort mithilfe mobiler Messtechnik und Sankey-Software den Ist-Zustand sämtlicher Betriebsprozesse in Limbach-Oberfrohna. Dazu gehörte beispielsweise eine Analyse des Betriebsverhaltens in Bezug auf Nahwärme, Baderwärmungspumpen, Fördertechnik und Beleuchtung. Der Energieberater ermittelte die Jahresverbräuche sämtlicher Abnehmer und eruierte Einsparungspotenziale. Zudem führte er Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durch und legte technische Effizienzmaßnahmen fest.

Gemeinsam mit der LOV entwickelte der Experte daraufhin folgenden Maßnahmenplan, der nun sukzessive umgesetzt werden soll:

  • Nutzung der Abwärme des Pulverlackofens zur Sekundärnutzung als Baderwärmung (Potenzial: 30% Nahwärme)
  • Umstellung der Beleuchtung bzw. Leuchtmittel inkl. möglicher Bewegungssteuerung für bestimmte Bereiche (Potenzial: 3,4% Strom)
  • Integration drehzahlgesteuerter Sprühkranzpumpen in Abhängigkeit des geforderten Sprühdrucks (Potenzial: 1,1% Strom)
  • Integration drehzahlgesteuerter Baderwärmungspumpen in Abhängigkeit der geforderten Badtemperatur (Potenzial: 1,3% Strom)
  • Trennung des Druckluftnetzes im Wochenendbetrieb von den Kompressoren unter Beachtung der dann notwendigen Verbraucher (Potenzial: 1,3% Strom)
  • Integration einer Gleichlaufsteuerung der Kompressoren zur Reduzierung des Erzeugungsenergiebedarfs (Potenzial: noch nicht ermittelt)
  • Arbeitsverhalten der Sprühkranzpumpen im Wochenendbetrieb, um Strombedarf weiter zu reduzieren und die Bäder weniger stark herunter zu kühlen (Potenzial: noch nicht ermittelt).

Die Umsetzung dieser Maßnahmen steht nun direkt bevor. Wie Qualitätsmanager Jörg Seiche betont, gibt es durch die Auswertung der Analysen bereits greifbare Folgethemen. Für ihr Energieeffizienzkonzept wird die LOV übrigens 2014 einen weiteren Preis einheimsen: Den Umweltpreis der Sächsischen Energieagentur (Saena).

 
DER BESSER LACKIEREN. GREEN AWARD
Wie aufwändig ein Beschichtungsprozess ist, wissen und würdigen nur wenige. Im Gegenteil: In vielen Unternehmen werden Lackierprozesse häufig nur mit den Attributen kostenintensiv, umweltverschmutzend und zeitraubend verbunden. Aus diesem Grund hat besser lackierenl zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) es sich zur Aufgabe gemacht, ein Forum zu schaffen, das die Position der Unternehmen durch Lernen von den Besten steigert. In diesem Rahmen wurde 2013 zum ersten Mal der Benchmark-Wettbewerb um den besser lackieren. "Green Award" durchgeführt. Dabei wurde technologisch führendes Know-how praxisnah und vergleichend bewertet und die Gewinner in einem mehrstufigen Prozess ausgewählt. Basis war ein rund 130 Fragen umfassender Fragebogen. Anschließend hat die Jury die Finalisten nominiert, ausgewählte Finalisten besucht und dann die endgültige Reihenfolge bestätigt. Ende November wurden im Rahmen der besser lackieren.-Benchmark-Konferenz die besten Wettbewerber präsentiert und die überzeugendsten Lösungen ausgezeichnet.
 

Limbacher Oberflächenveredlung GmbH, Limbach-Oberfrohna, Jörg Seiche, Tel. +49 3722 776-402, seiche@lov.de, www.lov.de

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