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19.01.2020

Lohnbeschichtung

Lohnbeschichtung: 30.11.2015

Wachstum in Übergröße

Von Nasslack auf KTL plus Pulver: WOB profitiert von Umsteigern

Der Kostendruck führt dazu, dass zunehmend Unternehmen auch mit sehr großen Bauteilen von der Nasslackierung auf KTL und Pulverbeschichtung umsteigen.

Eine branchenweite Besonderheit ist die Durchlauf-Handkabine. Bis zu vier Handbeschichter arbeiten frei im Raum. Quelle: WOB Wessling

Eine branchenweite Besonderheit ist die Durchlauf-Handkabine. Bis zu vier Handbeschichter arbeiten frei im Raum. Quelle: WOB Wessling

Seit 2005 ist die WOB Wessling Oberflächenveredelung GmbH darauf spezialisiert, für ihre Kunden sehr große Bauteile zu beschichten. Dazu zählen nationale und internationale Automobil-, Nutzfahrzeug- und Landmaschinenhersteller ebenso wie Anbieter von Windkraftanlagen und Fördertürmen. Derzeit zieht die Nachfrage weiter an, weil immer mehr Kunden von Nasslackierung auf kathodische Tauchlackierung (KTL) mit anschließender Pulverbeschichtung umsteigen. Dieses Verfahren bietet einen extrem hohen Korrosionsschutz, auch für komplizierte Teilegeometrien und in Hohlräumen.

Europas größte KTL

Für die kathodische Tauchgrundierung dürfen die Werkstücke bis zu 2,60 m breit, bis zu 3,60 m hoch und 16 m lang sein. Das Gewicht darf derzeit bis 6,9 t erreichen, nach Aussagen von WOB-Geschäftsleiter Ingo Wildermann steht das Unternehmen aber kurz davor, die notwendige Prozesssicherheit auch für Werkstücke bis 8 t zu erreichen. Keine KTL bei einem Lohnbeschichter in Europa verarbeitet derzeit größere Werkstücke. Damit lassen sich auch überdimensionaler Bauteile wie Busgerippe, Windkraftanlagen oder Fördertürme grundieren. Drei Pulverbeschichtungskabinen von J. Wagner sorgen im Anschluss für eine hochwertige Oberfläche in der passenden Farbe. Hinter der ganzen Anlage steht eine Investition von rund 36 Mio. Euro. Derzeit beschichtet sie je nach Auslastung zwischen 3,5 und 4,5 Mio. m² pro Jahr.

Systemlieferant

WOB versteht sich als Systemlieferant, der in Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen Wessling-Gruppe und Neuenhauser-Gruppe Komplettlösungen aus einer Hand anbieten kann. Das beginnt beim Schweißbau, geht über die komplette Oberflächenbeschichtung bis hin zur Montage. Neben dem Beschichten extrem großer Bauteile bietet WOB in diesem Zusammenhang auch das Verarbeiten von Kleinteilen an, die es auf Trägern in großen Mengen sehr kosteneffizient verarbeiten kann. Ein Landmaschinenhersteller hat zum Beispiel aus seinem Stammwerk die Beschichtung aller Bauteile, die schwarz lackiert werden sollen, nach Geeste abgegeben, während das eigene Werk nur in der firmenneeigenen Hausfarbe lackiert.

KTL und Pulverlack

Bei dem am häufigsten angewendete Prozess durchlaufen die Werkstücke zunächst die KTL. Anschließend brennt ein spezieller KTL-Trockenofen bei 230 °C die Beschichtung ein. Auf diese extrem korrosionsbeständige Grundierung wird eine Pulverbeschichtung aufgetragen. Zum Einsatz kommen dabei drei Pulverbeschichtungsanlagen von J. Wagner. Eine branchenweite Besonderheit ist die Durchlauf-Handkabine, in der bis zu vier Handbeschichter gleichzeitig arbeiten können. Jeder steht auf einer Arbeitsplattform, die dreidimensional im Raum beweglich ist. So lässt sich jede Stelle gut erreichen. "Mit zwei Automatikkabinen und einer Durchlauf-Handkabine von Wagner beschichten wir rund 1,5 Mio. m2 gepulverte Oberfläche im Jahr. Teilweise laufen die Anlagen rund um die Uhr – und das seit zehn Jahren nahezu störungsfrei." berichtet Ingo Wildermann. WOB Wessling setzt bei der Pulverbeschichtung Polyesterpulver von insgesamt 14 Lieferanten ein und kann bis zu 23.000 Farbnuancen erzeugen.

Höhere Qualität

Im nächsten Arbeitsschritt wird das applizierte Pulver bei einer reduzierten Temperatur von 190 °C eingebrannt, um die Tauchlackierung nicht wieder aufzuweichen. Dennoch ist die so behandelte Oberfläche höchst beständig. Im genormten Salzsprühtest nach DIN 12904 ergibt sich für Bauteile mit einer KTL-Beschichtung ein Schutz von 1008 h gegen Durchrostung, während eine Nasslackierung 240 h standhält. Noch anspruchsvoller ist ISO 20340 für Windkraftanlagen. Um den gleichen Durchrostungsschutz wie bei einer KTL-Beschichtung und einer zweifachen Pulverlackierung plus Schutzlack zu erzielen, müsste das Bauteil mehrere Nasslackierungen erhalten. "Die höhere Beständigkeit der KTL, aber auch den finanziellen Vorteil, den der geringere Material- und Zeitaufwand bringt, haben viele unserer Kunden erkannt. Daher verzeichnen wir derzeit eine steigende Nachfrage nach diesem Verfahren", erklärt Wildermann.

Wachstum geplant

Auch 2016 und in den Folgejahren will WOB weiter wachsen. Das Unternehmen plant größere Investitionen im Bereich der Energieeinsparung, der Fördertechnik sowie der Pulverbeschichtung. Auf dem Werksgelände wird in Gebäude investiert. Das Ziel ist dabei, Energieeffizienz und Abläufe zu verbessern und bereit zu sein für weiteres Wachstum.

WOB – Wessling Oberflächenveredelung GmbH, Geeste, Ingo Wildermann, Tel. +49 5937 9800-111, i.wildermann@ktl-wob.de, www.ktl-wob.de; J. Wagner GmbH, Markdorf, Michael Topp, Tel. +49 7544 505-1725, michael.topp@wagner-group.com, www.wagner-group.com

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