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Möbellackierung

Lohnbeschichtung, Möbellackierung: 03.06.2011

Hochflexibler Roboter liefert Top-Oberflächen auf Küchenfronten

Bei einem italienischen Lohnbeschichter für Küchenmöbel löste eine automatische Lackieranlage die manuelle Handbeschichtung ab. Kern der Anlage ist ein Roboter von CMA Robotics, der hohe Qualität durch gleichmäßige Beschichtung gewährleistet.

Der Roboter ist so programmiert, dass er autonom das entsprechende Programm für die gekrümmten Teile generiert. Die Oberflächen werden genauso gleichmäßig lackiert wie bei flachen Teilen. Quelle: LGM

Der Roboter ist so programmiert, dass er autonom das entsprechende Programm für die gekrümmten Teile generiert. Die Oberflächen werden genauso gleichmäßig lackiert wie bei flachen Teilen. Quelle: LGM

Der Lohnbeschichter LGM hat sich am Standort Annone Veneto in Oberitalien auf die just-in-time Lackierung von MDF-Fronten für Küchenmöbel spezialisiert. Die MDF-Platten werden je nach Auftrag in großen Chargen oder bis hin zu Losgröße 1 – zurzeit hauptsächlich mit Hochglanzpolyesterlacken – lackiert.

Im Januar 2010 entschied sich das Unternehmen, von manueller auf automatische Beschichtung per Roboter umzustellen. Ziel war die Qualitätssteigerung durch die gleichmäßigere Beschichtung, wie sie zwei oder mehr Lackierer nicht erreichen können. Entscheidender Vorteil der Roboterlösung gegenüber einem Flächenautomaten ist dessen Fähigkeit, auch die Kanten perfekt lackieren zu können. Die hohe Qualität und Homogeni-tät der Oberflächen ist auch auf gekrümmten Teilen (konkav und konvex) realisierbar – ein wichtiger Erfolgsfaktor für LGM.

An kein anderes Möbelstück werden so hohe Qualitätsanforderungen gestellt wie an Küchenfronten. Im Trend liegen Hochglanzoberflächen, für die Roboter prädestiniert sind. Quelle: LGM

An kein anderes Möbelstück werden so hohe Qualitätsanforderungen gestellt wie an Küchenfronten. Im Trend liegen Hochglanzoberflächen, für die Roboter prädestiniert sind. Quelle: LGM

Zwei, maximal drei Wochen Lieferzeit ist das erklärte Ziel des Lohnbeschichters. Die Entscheider bei LGM setzten daher auf modernste Technologie und maximale Flexibilität bei der Auswahl des geeigneten Lackierroboters. Besonderes Augenmerk richteten sie auf schnelle Farbwechsel und die einfache, automatische Programmierung der Beschichtung. Die Wahl fiel auf einen Roboter des Typs "GR6100" von CMA Robotics. Der Roboter erreicht eine hohe Qualität auch bei vielen Farbwechseln in kurzer Zeit.

Das System arbeitet vollautomatisch, lässt aber dem Bediener ausreichend Freiheiten, die verschiedenen Parameter zu variieren. Für den Transport der Werkstücke ist ein Paternostersystem im Einsatz. CMA Robotics hat den anthropomorphen Roboter perfekt an die Gegebenheiten dieses vorhandenen Systems angepasst. An der ersten Station des Transportsystems werden die bereits grundierten und geschliffenen Fronten auf die Traverse gelegt. Mitarbeiter applizieren an der zweiten Station manuell die erste Lackschicht. Die folgenden Decklackschichten – in der Regel zwei Schichten nass-in-nass – trägt der Roboter in der gewünschten Farbe und Anzahl auf.

30 bis
Roboterdaten CMA

Roboterdaten CMA

40 Farbwechsel pro Tag

Vor der eigentlichen Roboterstation ist eine automatische Teileerkennung installiert. Diese scannt alle Fronten auf der Traverse in Form, Maßen und Stärke mit Hilfe einer mobilen Laserabtastung und startet dann das entsprechende Beschichtungsprogramm, das der Roboter ausführt. Dies erlaubt eine exakte Bahnführung und reduziert Overspray auf ein Minimum.

Das System erkennt auch gekrümmte Teile. Die Roboter sind so programmiert, dass  sie autonom das entsprechende Programm generieren. Das Lackierergebnis entspricht dem hohen Anspruch der flachen Teile. An der Teileaufgabestation wird die Information über die zu applizierende Farbe eingegeben und zum Robotermanagementsystem weitergeleitet. Das System ist mit der Lackdosiereinheit verbunden. Es kann bis zu zehn Farbtöne und zehn Pumpen verwalten und ermöglicht den automatischen Farbwechsel inklusive Waschzyklen. Die Anzahl der täglichen Farbwechsel liegt bei 30 bis 40.

Der Roboter besitzt sechs Freiheitsgrade und ist bei LGM auf einer Linearachse montiert, um die ganze Länge des Transportsystems komfortabel erreichen zu können. Die hohe Flexibilität resultiert aus der speziellen Konstruktion des Handgelenks, das sich um jede Achse um 360° drehen kann. So kann der Arm jede Stelle der Werkstücke erreichen. Der Roboter erfüllt die ATEX-Richtlinien.

LGM s.r.l., I-Annone Veneto, Mauro Lorenzon, Tel. +39 422 868010, salestec@vamgroup.it, www.vamgroup.it;

CMA Roboter GmbH, Stuttgart, Christof Plocher, Tel. +49 711 50536540, info@cmaroboter.de, www.cmarobot.com

3 FRAGEN AN...

Christof Plocher, Geschäftsführer CMA Roboter GmbH Deutschland

Welche Tests musste der Roboter vor Entscheidung bei LGM "bestehen"?

Christof Plocher

Christof Plocher

Die Reproduzierbarkeit der hohen Qualitätsanforderungen bei gleichzeitig einfacher Handhabung des Systems war entscheidend. Vorteilhaft war auch die einfache Integration des Roboters in die vorhandene Anlage.

Was muss bei der Lackierung gekrümmter Teile besonders beachtet/eingestellt werden?

Im Grunde muss nichts Spezielles beachtet werden. Aus Kostengründen wird jedoch mit einem Scanner-System gearbeitet, welches nicht erkennen kann, ob die Wölbung konvex oder konkav ist, d.h. das muss der Werker im Vorfeld definieren. In der Praxis ist das kein Problem, da man bei gekrümmten Teilen vorzugsweise mit Werkstückträgern arbeitet, welche vom Werker aufgesetzt werden müssen. Optional lässt sich aber auch ein Erkennungssystem installieren, welches die Wölbungsrichtung automatisch erkennt.

Welche Besonderheiten und Vorteile weist die Steuerung auf?

Das System arbeitet im Alltag vollautomatisch; der Programmieraufwand entfällt völlig. Während der Installation des Roboters wird die Software durch unsere Techniker an die kundenspezifischen Anforderungen angepasst. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt neue Anforderungen definiert werden sollen, was z.B. durch die Umstellung des Lacksystems erforderlich sein kann, so ist der Kunde in der Regel selbst in der Lage das zu tun.

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