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15.11.2019

Möbellackierung

Möbellackierung: 01.07.2011

Wasserlack schützt Gartenmöbel vor Wind und Wetter

Kettler, Hersteller von hochwertigen Gartenmöbeln und anderen Freizeitartikeln stellt derzeit seine Lackierprozesse auf wasserbasierte Produkte um. Das Unternehmen beauftragte FreiLacke mit der Entwicklung eines zweikomponentigen Decklacks auf Wasserbasis. Merkmale des neuen Systems, das seit März zum Einsatz kommt, sind ein sehr hoher UV-Schutz, eine hohe Abriebbeständigkeit, ein guter Verlauf sowie eine exzellente Beständigkeit.

Gartenmöbel sind einer starken Beanspruchung ausgesetzt. Kettler setzt für die Lackierung ein neues wasserbasiertes System ein, das einen sehr hohen UV-Schutz, eine hohe Abriebfestigkeit sowie eine exzellente Beständigkeit bietet. Quelle: Kettler

Gartenmöbel sind einer starken Beanspruchung ausgesetzt. Kettler setzt für die Lackierung ein neues wasserbasiertes System ein, das einen sehr hohen UV-Schutz, eine hohe Abriebfestigkeit sowie eine exzellente Beständigkeit bietet. Quelle: Kettler

Gartenmöbel sind einer starken Beanspruchung ausgesetzt: Einen großen Teil des Jahres stehen sie bei Wind und Wetter, großer Hitze oder klirrender Kälte im Freien und verwittern durch UV-Strahlung und Regen. Zudem kommen sie bei Gartenfesten und anderen Gelegenheiten auch in Kontakt mit scharfen Substanzen wie Senf oder Saucen, und Sonnenanbeter hinterlassen Spuren durch fetthaltige Produkte wie etwa Sonnenmilch. Darunter leidet die Qualität der Möbel ganz erheblich.

Lacksysteme können hier einen sehr guten Schutz gegen klimatische und sonstige Einflüsse bieten, etwa wenn spezielle Additive sie langfristig vor UV-Strahlen, Säure oder Feuchtigkeit schützen. Der Lack wirkt dabei wie eine Versiegelung, die das Substrat – bei Gartenmöbeln zumeist Kunststoff – langfristig schützt.

Kettler, Hersteller von hochwertigen Gartenmöbeln und anderen Freizeitartikeln aus dem westfälischen Ense, setzte lange Jahre auf ein Lacksystem aus Primer und Decklack, das die hohen Anforderungen an Wetter- und  Haushaltschemikalienschutz erfüllte. Die Applikation des Primers erfolgte im Tauchbecken, der Decklack wurde mittels Airmix-Verfahren über zwei Roboter aufgetragen.

Dennoch wollte man bei Kettler das Verfahren umstellen, weil der hochbeständige Zweikomponenten-Decklack Lösemittel enthält. Das Unternehmen fühlt sich nicht nur der Qualität verpflichtet, sondern ebenso der Gesundheit seiner Mitarbeiter und der Umwelt. Die Kettler-Produktionsleitung entschied deshalb, das bewährte Verfahren auf ein wasserbasiertes Lacksystem umzustellen. "Wir wollten weg von Lösemitteln und hin zu einem sauberen Verfahren, das umwelt- und gesundheitsverträglich ist – das war uns ein großes Anliegen", erklärt das Unternehmen.

Erfolg nach sechs Monaten

Ende 2010 beauftragte Kettler den Lackhersteller FreiLacke aus Bräunlingen mit der Entwicklung eines zweikomponentigen Decklacks auf Wasserbasis, um den bisherigen Decklack abzulösen. Merkmale des neuen Systems sollten ein sehr
hoher UV-Schutz, eine hohe Abriebbeständigkeit, ein guter Verlauf sowie eine exzellente Beständigkeit gegen Haushaltschemikalien wie Senf, Öl, Wein, Essig usw. und vor allem gegen Hautpflegemittel wie Sonnencremes mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren sein.

Das ist dem Lackhersteller gelungen: "Durch ein spezielles Bindemittel erfüllt der neue Lack die Anforderungen an einen höheren UV-Schutz sowie eine hohe Kratz- und Glanzbeständigkeit und ist auch gegen säurehaltige Essenzen resistent", erklärt Andreas Morlock, der bei FreiLacke in der Abteilung "Entwicklung Industrielacke" tätig ist. "Auf Wunsch des Anwenders enthält der neue Lack jedoch keine Nanopartikel."

Der gesamte Umstellungsprozess in der Lackiererei für Gartenmöbel nahm rund ein halbes Jahr in Anspruch, weil es immer wieder zu Komplikationen bei der Haftung, bei der Lackierfähigkeit der Teile und dem Fließverhalten kam. Das ist jedoch ganz normal, erklärt Morlock: "Wer auf Wasserlack umstellt, der begegnet eben solchen Schwierigkeiten. Nicht von ungefähr ist die Anzahl der Anwender, die zurück zu lösemittelhaltigen Systemen gehen, recht hoch."

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Vorhandende Lackierroboter modifiziert

Im März 2011 erfolgte dann die Lackierung des ersten Farbtons "mattweiß" mit dem neuen 2K-PUR-Wasserlacksystem "WU1445". Die ersten Sessel und Tische verließen ohne Lösemittel die Inhouse-Lackiererei. Begonnen wurde mit Beistelltischen, jetzt werden sukzessive auch die anderen Gartenmöbel auf Wasserlack umgestellt. Der Primer wird wie bisher im Tauchbecken aufgetragen, der wässrige Decklack nach kleineren Anpassungen an den Einstellungen über die bereits vorhandenen Lackierroboter. "Danach benötigen die lackierten Kunststoffteile rund 5 min Ablüftzeit, um anschließend bei rund 75 °C gehärtet zu werden. Das Trocknungsverfahren ist bei beiden Lacksystemen gleich, auch die Energiebilanz ist identisch", bestätigt Lackentwickler Morlock.

Inzwischen sind auch weitere Farbtöne bei Kettler in der Erprobung. Bereits nach der Sommerpause werden weitere Farben in Angriff genommen. Mokka und Eisengrau/Anthrazit sind geplant und sollen bis Ende des Jahres umgestellt sein. Und nach und nach stellt Kettler dann im Bereich Gartenmöbel alles auf den neuen Decklack um. 

Heinz Kettler GmbH und Co. KG, Ense-Parsit, Tel. +49 2938 810, contact@kettler.net, www.kettler.net;

Emil Frei GmbH & Co. KG, Bräunlingen, Andreas Morlock, Tel. +49 7707 151-359, a.morlock@freilacke.de, www.freilacke.de

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