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22.11.2019

Sonstige Beschichtungen

Sonstige Beschichtungen: 03.03.2014

Folgerichtig lackieren

Wincor Nixdorf überzeugt Green Award-Jury durch maximale Effizienz und ein ausgereiftes Logistikkonzept

Schlanke Prozesse, eine effiziente Anlagentechnik, umweltgerechte Verfahren und gezielte Investitionen: Die Wincor Nixdorf Manufacturing GmbH überzeugte beim Green Award 2013 als bestes Unternehmen im Bereich "Lackierabteilung / Lackiererei mit 50 bis 250 Mitarbeitern". Eine wichtige Rolle spielte dabei das Beschaffungskonzept des Anbieters von IT-Lösungen.

Nachdem die Werkstücke die chemikalische Vorbehandlung durchlaufen haben, gelangen sie in den Bereich "Tauchlackierung". Die Teile werden dabei am P+F-Fördersystem hängend durch die Becken gezogen. Quelle: Rippert

Nachdem die Werkstücke die chemikalische Vorbehandlung durchlaufen haben, gelangen sie in den Bereich "Tauchlackierung". Die Teile werden dabei am P+F-Fördersystem hängend durch die Becken gezogen. Quelle: Rippert

Wenn die richtige Menge von Werkstücken zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, läuft die Beschaffung "Just-in-Time" (JIT). Einen Schritt weiter geht "Just-in-Sequence" (JIS): Die Produkte werden nicht nur rechtzeitig an den
richtigen Ort geliefert, sondern gelangen bereits in der richtigen Reihenfolge an ihren Einsatzort. Der Zulieferer achtet beim Verpacken auf die korrekte Einordnung, in der die Ware später vom Abnehmer entgegengenommen wird. Das ist zwar aufwändig in der Planung, spart Produktionsbetrieben letztlich aber viel Zeit, Reibungsverluste und vor allem Lagerkapazitäten. Bei Wincor Nixdorf wird dieses Logistikkonzept seit einiger Zeit mit großem Erfolg im
eigenen Hause praktiziert: Die Prozesse sind schlank, die Bauteile gelangen ohne Zwischenlagerung direkt von der Lackiererei in die Montage und verlassen danach umgehend das Werk in Paderborn. Rund 40.000 Geldautomaten
und 8.000 Infoterminals pro Jahr werden hier im 3-Minuten- Takt produziert. Lackiert werden Bleche, Kunststoff und Tresore, hinzu kommen rund 30% Fertigung für externe Auftraggeber. Auf insgesamt 5000 m² Produktionsfläche
befinden sich im Paderborner Werk eine chromfreie Vorbehandlungszone mit Elektrotauchlackierung, ein Pulverlackierbereich, eine Nasslackierzone, zwei Speicher sowie eine Kühl- und Trockenzone. Pro Stunde kann hier ein Durchsatz von 800 m² gefahren werden. Rund 3500 verschiedene Werkstücke – mit ebenso vielen verschiedenen Geometrien – werden hier gefertigt.

Hohe Verfügbarkeit der Anlagentechnik

"Vier Tage vor Montagestart erfolgt bei uns die Sequenzvergabe", erklärt Michael Schönbeck, Leiter Technology Lines, den Ablauf. Dabei wird festgelegt, welche Bauteile mit welchem Verfahren in welchen Farbtönen und in welcher Folge beschichtet werden. "In der Lackiererei stellen wir Einzelteile, Teilesätze oder vormontierte Baugruppen direkt für die Montageabteilung her. Zwischen Lackiererei und Montage gibt es kein Lager." Neu dabei ist, dass Montagearbeitsgänge nun auch innerhalb der Lackiererei stattfinden. Die JIS-Belieferung erfolgt bereits für Bauteile wie Kunststoffbedienfelder, Teilesätze und Tresore in Sonderfarben, Türen und Behangteile oder vormontierte Kopfchassis. Voraussetzung für JIS ist die hohe Verfügbarkeit der Lackieranlagen, die Ende 2008 in Betrieb genommen wurden: Produziert wird im 17-Schicht-Betrieb. Die Mitarbeiter mussten zunächst für dieses Logistikkonzept
qualifiziert werden und nehmen weiterhin regelmäßig an Schulungen teil.

Das P+F-Fördersystem hat eine Gesamtlänge von 1400 m. Die Bauteile gelangen ohne Zwischenlagerung direkt von der Lackiererei in die Montage. Rund 40.000 Geldautomaten und 8.000 Infoterminals pro Jahr werden hier im 3-Minuten-Takt produziert. Quelle: Rippert

Das P+F-Fördersystem hat eine Gesamtlänge von 1400 m. Die Bauteile gelangen ohne Zwischenlagerung direkt von der Lackiererei in die Montage. Rund 40.000 Geldautomaten und 8.000 Infoterminals pro Jahr werden hier im 3-Minuten-Takt produziert. Quelle: Rippert

Elektronischer Datenaustausch

Möglich wird die Just-In-Sequence-Produktion vor allemdurch eine sehr gute Kommunikation zwischen Abnehmer und Zulieferer, also zwischen Montage und Lackiererei: "Ein elektronischer Datenaustausch ist dabei unabdingbar", erläutert Michael Fleer, Leiter der Oberflächentechnik in Paderborn. "Zugrunde liegt eine Anlagensteuerung, die an das unternehmensinterne SAP-System angebunden ist. Diese übernimmt die Priorisierung und Reihenfolgensteuerung innerhalb der Anlage, steuert und regelt die Farbfolgen innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters." Ohnehin sind in der Inhouse- Lackiererei bei Wincor Nixdorf alle Prozessschritte voll automatisiert und können über Monitore, die direkt an jedem Produktionsbereich installiert sind, bis ins kleinste Detail zurückverfolgt werden. Die JIS-Belieferungen sollen künftig auch auf weitere Bauteile ausgeweitet werden. "Kosteneinsparungen durch optimierte Logistikprozesse werden immer wichtiger", erklärt Fleer, "denn die Farbtonvielfalt wird weiter steigen." Das bringt weiteren Bedarf an Zusatzqualifikationen für die Meister und Techniker mit sich. Zudem überlegt man bei Wincor Nixdorf, Sonderaufgaben wie beispielsweise das Beflammen von Kunststoffteilen künftig zu externen Partnern zu verlegen. Um die Prozesse in der eigenen Lackiererei noch effizienter zu gestalten, will man in Paderborn demnächst in eine neue Roboteranwendung im Bereich Nasslackieren investieren.

Wincor Nixdorf Manufacturing GmbH, Paderborn, Michael Schönbeck, Tel. +49 5251 693-6840, michael.schoenbeck@wincor-nixdorf.com, www.wincor-nixdorf.de

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