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07.12.2019

Kabinen-Anlagen-Technik

Pulverbeschichten, Kabinen-Anlagen-Technik: 20.05.2011

Eine bestehende Lackieranlage nachhaltig modernisieren

Mit einer zeitgenauen Punktlandung konnte jetzt die Modernisierung einer kompletten 30 Jahre alten Beschichtungsanlage bei der Stabila Messgeräte Gustav Ulrich GmbH umgesetzt werden. Dabei entstand auf engstem Raum eine hochmoderne und leistungsstarke Anlagenlösung, die nicht nur den Durchsatz und die Qualität steigert, sondern auch alle geltenden Umweltkriterien erfüllt.

Für die Entnahme der beschichteten Wasserwaagen ist eine Pufferzone eingerichtet.

Für die Entnahme der beschichteten Wasserwaagen ist eine Pufferzone eingerichtet.

Die Um- und Aufrüstung einer bestehenden Industrieanlage ist immer mit Problemen behaftet. Meist tauchen diese erst im Rahmen der laufenden Arbeiten auf. Für den Auftragnehmer nicht selten eine sehr ernste Angelegenheit. Denn in der Regel ist mit der Auftragsvergabe auch eine klare und unumstößliche Zeitvorgabe verbunden. Diese vertragliche Gepflogenheit galt auch für den Anlagenbauer Noppel, Sinsheim bei der Modernisierung der 30 Jahre alten Beschichtungsanlage der Firma Stabila Messgeräte Gustav Ulrich GmbH in Annweiler, einen der weltweit führenden Hersteller von Bau-Messwerkzeugen in den Produktlinien Wasserwaagen, Laser, Maßstäbe und Bandmaße. Neben der für die umfangreiche Baumaßnahme eng bemessenen Zeit galt es bei dem Projekt, mit sehr begrenztem Raum auskommen zu müssen.

in- und Auslauf der Anlage: Links die rohen Werkteile, rechts die fertig gepulverten Wasserwaagen. Quelle (vier Fotos): Stabila

in- und Auslauf der Anlage: Links die rohen Werkteile, rechts die fertig gepulverten Wasserwaagen. Quelle (vier Fotos): Stabila

Neue Vorbehandlung

Allein die Umstellung von der alt hergebrachten Tauchvorbehandlung auf eine hochmoderne Durchlaufanlage mit sechs Arbeitsstationen (saure Vorentfettung, Spüle I und II, VE Spüle I, Passivierungsbecken und VE Spüle II) zuzüglich eines leistungsstarken Haftwassertrockners nahm einen Großteil des für die Modernisierung vorgesehenen Platzes in Anspruch. Dazu kam die Verwendung der kompletten Abwassertechnik sowie der vorhandenen Pulverbeschichtungstechnik, ergänzt um einen neuen Pulvereinbrennofen sowie eine, alle Anlagenteile verbindende P+F-Fördertechnik. "Das alles punktgenau unter einen Hut zu bringen war eine echte technische und logistische Meisterleistung", stellt Christoph Ringshandel, Prozessleiter Wasserwaagen und Leiter Instandhaltung bei Stabila fest.

Blick in die komplette Durchlauf-Entfettungsanlage.

Blick in die komplette Durchlauf-Entfettungsanlage.

Ziel der Anlagenmodernisierung war neben der Möglichkeit einer Kapazitäts- und Durchlasserweiterung vor allem Einsparungen im betriebswirtschaftlichen sowie umwelttechnischen Bereich. Ringshandel: "Wir können heute die gleiche Tagesleistung nun im Zwei-Schicht- statt wie früher im Drei-Schicht-Betrieb abarbeiten." Bei Stabila in Annweiler, wo ausschließlich für den Eigenbedarf gepulvert wird, werden Wasserwaagen hergestellt – insgesamt über 1000 unterschiedliche Produkte für den gesamten Weltmarkt. 

Auch im Bereich der Umwelt konnte das Unternehmen eine deutliche Verbesserung erzielen – und das gleich in dreifacher Hinsicht. In der Alt-Anlage wurde anfangs eine alkalische Entfettung mit anschließender saurer Dekapierung durchgeführt. In der neuen, modernen Anlage erfolgt der erste Abreinigungsschritt über eine saure Beizentfettung.

Christoph Ringshandel (re.), Prozessleiter Wasserwaagen und Leiter Instandhaltung im Gespräch mit einem Mitarbeiter. Quelle: Josef Simon

Christoph Ringshandel (re.), Prozessleiter Wasserwaagen und Leiter Instandhaltung im Gespräch mit einem Mitarbeiter. Quelle: Josef Simon

Kompakte Anlage

Allein durch diese Umstellung konnten bei  Stabila im Abreinigungsprozess zwei bis drei Vorbehandlungszonen eingespart werden. Die zweite Effizienzsteigerung ergibt sich aus der Umstellung von der Tauchanlage auf die aktuelle Durchlaufanlage selbst. Dabei müssen Technik und Chemie gut miteinander harmonieren, sprich optimal aufeinander abgestimmt sein. Denn durch die Beschleunigung des Produktionsprozesses kann es leicht zu einer unsauberen Abreinigung der einzelnen Werkteile kommen. Während früher das Werkstück eine bestimmte Zeit im Tauchbad belassen wurde, durchläuft es heute die Vorbehandlung ohne jede Unterbrechung in einem genau definierten Zeitraum – Risiken ausgeschlossen: "Das muss die Chemie heute leisten können", stellt Dr. Birigt Lindlar-Kremer vom Chemie-Lieferanten Henkel hohe Anforderungen an ihr eigenes Produkt "Alodine 400" auf  Titanbasis.

Die Wasserwaagen werden in Annweiler gefertigt.

Die Wasserwaagen werden in Annweiler gefertigt.

Durch diesen Wechsel im chemischen Bereich steht Stabila jetzt ein Produkt zur Verfügung, das nach GSB geprüft wird. Was sich im chemischen Bereich durch die frühe Zusammenarbeit der Firma Henkel mit dem Anlagenbauer und Generalunternehmer Noppel als unproblematisch darstellte, erwies sich auf dem bautechnischen Sektor als "knifflige Angelegenheit". Denn abgesehen von den letzten sechs Wochen der Umbau- und Renovierungsphase musste die Produktion unvermindert und ungehindert weiterlaufen. Dabei galt es, die beiden Arbeitsschwerpunkte wie die komplexe Anlagentechnik und die baulichen Maßnahmen (u.a. Demontage, Beton- und Aufbauarbeiten) auch funktionell zusammenzubringen. Dafür blieb den Planern gerade mal ein zusätzlicher Platz von 20 m – nicht viel, für den zeitlichen Erfüllungsplan der Arbeiten allerdings ein enormer  Vorteil. "Durch den Raum, den wir hinten dazugegeben haben, konnten wir bereits parallel zur Fertigung mit der Montage beginnen", erläutert Ringshandel, der mit dem ehrgeizigen Fertigstellungsdatum 6. September 2010 auch bei seiner Geschäftsleitung im Wort stand.

Ergebnisse Stabila Noppel Henkel

Durch diesen Schachzug konnte der Anlagenbauer früher als geplant mit der Aufstellung des Haftwassertrockners sowie der Anbringung der Hängebahnen für den P+F-Förderer beginnen. "Schon nach diesem einen halben Jahr können wir feststellen, dass sich diese anlagentechnische Um- und Aufrüstung wirtschaftlich und natürlich auch umwelttechnisch auf jeden Fall gelohnt hat", so Peter Singer, Geschäftsführer der Firma Noppel.

Stabila Messgeräte Gustav Ullrich GmbH, Annweiler, Christoph Ringshandel, Tel. +49 6346 309-335, christoph.ringshandel@stabila.de, www.stabila.de;

Noppel Maschinenbau GmbH, Sinsheim, Peter Singer, Tel. +49 7261 9340, singer@noppel.de, www.noppel.de;

Henkel AG & Co. KGaK, Düsseldorf, Dr. Birigt Lindlar-Kremer, Tel. +49 212 380-9714

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