Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Kabinen-Anlagen-Technik

Kabinen-Anlagen-Technik, Mess- & Prüftechnik: 20.01.2012

Prüfungen an Anlagen der Oberflächentechnik richtig planen und durchführen

Dass Prüfungen an Lackieranlagen nicht nur Kosten verursachen und Zeit erfordern, wird spätestens bei ungenügender Beschichtungsqualität oder im Schadensfall klar. Das Einheitsblatt VDMA 24365 erleichtert es Unternehmen deshalb, einen Überblick über tatsächlich notwendige Prüfungen und Prüfungsintervalle zu bekommen.

Kosten- und Zeitaufwand und unerwünschte Nebeneffekte wie die vorübergehende Stilllegung der Anlage, zusätzliche Kosten für die erforderlichen Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Produtionsausfallzeiten bei Feststellung gravierender Mängel – so sehen viele Betreiber Prüfungen an Lackieranlagen. Dabei wird jedoch übersehen, dass eine gut gewartete und regelmäßig geprüfte Anlage eine wichtige Grundvoraussetzung für die Qualität des Beschichtungsprozesses und eine hohe Verfügbarkeit ist. Ebenso wichtig kann der Nachweis der regelmäßigen Prüfung für den Fall sein, dass eine Anlage zu Schaden gekommen ist. Bei einem Großbrand infolge einer Explosion in einer Lackierkabine verweigerte der Sachversicherer z.B. die Entschädigung mit Hinweis auf fehlende wiederkehrende Prüfungen, bei der die ursächlichen Mängel sicher festgestellt worden wären. Der Betreiber blieb so auf den Kosten für den Neubau und für den Produktionsausfall sitzen. Aus sicherheitstechnischem Blickwinkel wurde mit in Kraft treten der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in 2003 eine neue Rechtsgrundlage zum Thema Prüfungen geschaffen. Die Verordnung unterscheidet zwischen Prüfungen an "normalen" Arbeitsmitteln, Prüfungen "überwachungsbedürftiger Anlagen", zu denen nun auch explosionsgeschützte Anlagen und Geräte zählen, und einer übergeordneten "Überprüfung der Explosionssicherheit". Daraus ergibt sich ein interessanter und etwas komplizierter Sachverhalt: Lackieranlagen sind teils Arbeitsmittel und teils überwachungsbedürftige Anlage und fallen daher formal unter verschiedene Prüfanforderungen. Um Betreibern eine Hilfestellung zu geben, mit diesen Verordnungen richtig umzugehen, wurde unter Beteiligung der Berufsgenossenschaft, der Arbeitsschutzbehörden der Länder, Experten der Lackiertechnik und der VDMA Fachabteilung Oberflächentechnik das Einheitsblatt VDMA 24365 erarbeitet. Die Konkretisierung der BetrSichV und der Bezug auf Anlagen der Oberflächentechnik erleichtern es Unternehmen, einen Überblick über tatsächlich notwendige Prüfungen und Prüfungsintervalle zu bekommen. Unregelmäßig und zu wenig durchgeführte Prüfungen können zum Verlust des Versicherungsschutzes bei Schäden führen, zu häufig durchgeführte Prüfungen sind unnötig zeit- und kostenintensiv. Die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen ist notwendig, um im Schadensfall  die sachgemäße Ausführung nachweisen zu können. Des Weiteren gilt das Einheitsblatt als Stand der Technik. Wird dieser von Anlagenbetreibern berücksichtigt, schützen sie sich vor Kosten, die – wie in oben genanntem Beispiel – durch einen Schadensfall entstehen können. Als Einführung werden darin zunächst Grundlagen für Prüfungen an Anlagen erläutert und z.B. klargestellt, wer als "befähigte Person" Prüfungen durchführen darf. Im Hauptteil des Einheitsblatts finden sich separat für die wichtigsten Anlagetypen tabellarische Prüflisten. Untergliedert nach Ordnungsprüfung und Technikprüfung werden für jeden einzelnen Prüfpunkt Angaben zur jeweiligen Rechtsgrundlage und Empfehlungen zur Häufigkeit bei wiederkehrenden Prüfungen gegeben. Ebenfalls definiert sind die Art der Prüfung (Sicht- oder Funktionsprüfung oder Messung) und die jeweils erforderliche Qualifikation des Prüfers als "befähigte Person".

Vorhandene Prüflisten Prüflisten in Vorbereitung
  • Spritzkabinen und kombinierte Spritz- und Trocknungskabinen für Nasslack
  • Sprühkabinen für Pulverlack
  • Spritz- und Sprühgeräte
  • Stationäre elektrostatische Sprüheinrichtungen für entzündbaren Nasslack
  • Stationäre elektrostatische Sprüheinrichtungen für nichtentzündbaren Nasslack
  • Stationäre elektrostatische Sprüheinrichtungen für Pulverlack
  • Lacktrockner
  • Tauchbeschichtungsanlagen
  • Reinigungs- und Vorbehandlungsanlagen
  • Abluftreinigungsanlagen
  • Materialumlauf- und -versorgungsanlagen
  • Anlagen zur elektrostatischen Beflockung
  • Elektrostatische Handsprüheinrichtungen für entzündbaren Nasslack
  • Elektrostatische Handsprüheinrichtungen für nichtentzündbaren Nasslack
  • Elektrostatische Handsprüheinrichtungen für Pulverlack
  • Elektrostatische Handsprüheinrichtungen für Flock

Das Einheitsblatt VDMA 24365 ist öffentlich verfügbar und kann über den Beuth Verlag (www.beuth.de) bezogen werden.

Berufsgenossenschaft Holz und Metall, Hannover, Roland Knopp, Tel. +49 511 8118-14263, roland.knopp@bghm.de, www.bghm.de; VDMA Oberflächentechnik, Frankfurt am Main, Dr. Martin Riester, Tel. +49 69 6603-1290, martin.riester@vdma.org, www.vdma.org

Dieser Beitrag stammt aus der Kategorie: ,

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

Technik & Produkte

Technik & Produkte: 19.10.2018

Achtung Steinschlag

Die Steinschlagprüfung simuliert Schäden am Fahrzeug und ist eine Methode mit relativ geringem Prüfaufwand. Dennoch sollten Anwender auf diese Parameter und Eigenschaften der Prüfmaterialien achten.

mehr

Kontakt

Marko Schmidt

Marko Schmidt

Redaktion

BESSER LACKIEREN

Tel.: +49 511 9910-321

zum Formular