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Mess- & Prüftechnik

Mess- & Prüftechnik: 24.10.2018

Achtung Steinschlag

Video zur Steinschlagprüfung zeigt die wichtigsten Einflussgrößen auf und gibt Beschichter nutzwertige Tipps

Die Steinschlag­prüfung mittels Multischlagprüfung nach DIN EN ISO 20567-1 ist dazu da, um Steinschlagschäden am Fahrzeug zu simulieren. "Sie ist also eine simulative Prüfmethode mit relativ geringem Prüfaufwand. Eine bestimmte Menge und Qualität Beschussmaterial wird unter definiertem Druck in einer definierten Förderzeit auf die Prüffläche beschleunigt", erläutert David Hoffmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der DFO.

Genormte Einflussgrößen haben Einfluss auf das Ergebnis der Steinschlagprüfung. Foto: Redaktion

Genormte Einflussgrößen haben Einfluss auf das Ergebnis der Steinschlagprüfung. Foto: Redaktion

Der Grad der Schädigung der Beschichtung wird mit genormten Bildern verglichen und einem entsprechenden Kennwert zugeordnet. Je nach Anforderung wird das Ergebnis für iO oder niO befunden. Bei dieser scheinbar einfachen Prüfung gibt es allerdings eine Vielzahl an Parametern und Eigenschaften der Prüfmaterialien, die Einfluss auf das Ergebnis hat. Dazu zählen z.B. genormte Einflussgrößen wie Beschussmaterial, Druck und Beschusszeit. Prinzipiell handelt es sich bei dieser Prüfung um den Versuch, einen komplexen kinetischen Prozess nachzustellen, der viel Spielraum für Variationen aufweist. Für eine Vergleichbarkeit der Multischlagprüfung ist eine Vereinheitlichung sinnvoll und über die ISO 20567-1 geregelt. Innerhalb der Norm wird z.B. auf die ISO 11124-2 verwiesen, die ein genau definiertes Hartgussgranulat als Beschussmaterial vorgibt. "In der Praxis trifft man hier aber auf eine Vielzahl unterschiedlicher Beschussmaterialien, die alle auf Vorgaben der Spezifikationen der jeweiligen Anwender beruhen. Eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse untereinander ist so nicht möglich, weil sich die Beschussmaterialien bei der Prüfung u.a. in Form, Anzahl und Größe unterscheiden. Das führt natürlich zu ganz unterschiedlichen Beschussbildern", so Hoffmann. Das gilt auch für den Druck und die Beschusszeit. Hier kann es vorkommen, dass vereinzelt Kundenspezifikationen von der Norm abweichen. Reduziert man den Druck, dann verringert sich die Aufprallgeschwindigkeit und es resultiert ein abgeschwächtes Beschussbild. Verlängert man z.B. die Beschusszeit, so erhalten die einzelnen Granulatteilchen mehr Freiraum und prallen z.B. seltener gegeneinander und gegen das Beschuss­rohr. Dadurch verändert sich die kinetische Energie der einzelnen Teilchen und das Beschussbild wird wiederum beeinflusst.

Automatisierte Auswertung empfehlenswert

Eine weitere Einflussgröße ist das Beschleunigungsrohr und deren Abnutzung. Deshalb sollte das Beschleunigungsrohr regelmäßig nach 1500 Beschüssen gedreht werden, damit es gleichmäßig verschleißt und nicht frühzeitig durchschossen wird. Hier ist jeweils eine 120°-Drehung zu empfehlen und entsprechend der Austausch des Rohres nach der zweiten Drehung. Auch eine Kalibrierung gemäß der ISO 20567-1 in sinnvollen Zyklen sollte dringend eingehalten werden. Zusätzlich sind regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfungen des Geräts emp­fehlenswert. Darüber hinaus hat der Prüfer entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis. Er muss am Ende darüber entscheiden, welcher Kennwert dem Beschussbild zugeordnet wird. "Hier sind natürlich Erfahrung und ein gutes Auge notwendig. Das kann sich aber von Prüfer zu Prüfer unterscheiden und auch gerne tagesform­abhängig sein. Das liegt einfach daran, dass es eine sehr subjektive Entscheidung ist und die Beschussbilder in der Regel auch nicht digital dokumentiert werden", erläutert Hoffmann. Abhilfe schaffen kann hier eine automatisierte Auswertung mittels Software. Hierfür gibt es Analysesysteme, die die Beschussbilder digital, also auch entsprechend objektiv auswerten und eine digitale Dokumentation vereinfachen. Dabei wird das Beschussbild über eine Kamera erfasst und von der Software ausgewertet.

Mit der Videoreihe "Prüfungen auf dem Prüfstand" haben die Europäische Gesellschaft für Lackiertechnik e.V. (EGL), die Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächenbehandlung (DFO) und die Redaktion BESSER LACKIEREN gemeinsam eine Qualitätsoffensive in der Lackiertechnik gestartet, die kontinuierlich fortgesetzt wird. Mit den Lehrvideos zu verschiedenen Prüfverfahren sollen nicht nur Anwender von Prüfmethoden und Auszubildende angesprochen werden, auch Mitarbeiter im Qualitätsmanagement und alle, die Prüfungen festlegen bzw. in Spezifikationen aufnehmen, sollen fachliche Impulse erhalten. Denn in der Praxis werden viele Prüfungen, häufig über Jahrzehnte, schlichtweg falsch durchgeführt. Und es lohnt sich zu hinterfragen, ob alle individuellen Haustests in der Form sinnvoll sind. Als Akteure erhoffen sich Projektkreis und Redaktion, einen wertvollen Beitrag zur generellen Aufklärung in der Anwendung sowie der Effektivitätssteigerung von Prüfverfahren und -geräten zu leisten. Das aktuelle Video zur Steinschlagprüfung finden Sie hier

Zum Netzwerken:
DFO e.V., Neuss, David Hoffmann, Tel. +49 2131 40811-12, hoffmann@dfo-online.de, www.dfo.info

Vincentz Network, Hannover, Redaktion BESSER LACKIEREN, Marko Schmidt, Tel. +49 511 9910-321, marko.schmidt@vincentz.net, www.besserlackieren.de

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