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Mess- & Prüftechnik

Mess- & Prüftechnik: 30.09.2018

Drum prüfe…

Der siebte Teil der BESSER LACKIEREN-DIN-Reihe fasst aktuelle Änderungen allgemeiner Qualitätsüberprüfungen zusammen

Egal in welcher Stufe des Prozesses – es muss geprüft werden, will man ein verlässlich gutes Ergebnis bei der Beschichtung erzielen. Dazu gibt es die unterschiedlichsten Verfahren, die zerstörend, nicht-invasiv oder sogar berührungslos arbeiten. Ein Beispiel für zerstörende Verfahren ist das Keilschnittverfahren. Dieses ist nach DIN EN ISO 19399 zur Bestimmung der Trockenschichtdicke einsetzbar und beruht auf der Auswertung einer definiert erzeugten Schichtverletzung.

Der Leitfaden zum Anbringen von Ritzen für Korrosionsprüfungen wurde aktualisiert. Foto: Redaktion

Der Leitfaden zum Anbringen von Ritzen für Korrosionsprüfungen wurde aktualisiert. Foto: Redaktion

Das Verfahren ist für nahezu alle Schicht-Substrat-Kombinationen geeignet und erlaubt auch die Bestimmung von Einzelschichtdicken. Eingeschränkt oder nicht möglich ist der Einsatz bei weichen oder elastischen Beschichtungen sowie bei zu harten Schichten, bei denen kein reproduzierbares Anritzen durchführbar ist. Die maximal auswertbare Schichtdicke ist bei diesem Verfahren über die Mikroskop-Tiefenschärfe festgelegt. Diese muss größer sein als die Lackschicht. Die Norm zur Prüfung wurde Februar 2018 internationalisiert und steht nun als ISO zur Verfügung.

Ritzen und Kratzen

Zum Anbringen von Ritzen für Korrosionsprüfungen durch eine Beschichtung auf Metallplatten wurde mit DIN EN ISO 17872 ein Leitfaden frisch aufgelegt. Neue Bilder für L-förmig und diagonal angebrachte Ritze wurden aufgenommen, eine zweite Variante des U-förmigen Querschnitts beigefügt und die Liste der Ritzwerkzeuge um V-förmige austauschbare Schneiden, Ritzfräse, Gravierstichel und Keramikmesser ergänzt. Den Ritzwerkzeugen wurden Querschliffbilder beigefügt. Auch für die Prüfung auf Beständigkeit gegenüber Kratzbeanspruchung, festgelegt in der DIN EN ISO 1518, sind Normteile überarbeitet worden. Zur Anwendung kommen dabei Verfahren mit konstanter oder kontinuierlich ansteigender Last. Bei konstanter Last wird der Widerstand bestimmt, den einzelne Schichten oder ein Mehrschichtsystem gegen das Eindringen eines gravimetrisch definierten Ritzstichels aufweisen. Gegenüber der alten Normvariante wurden in Teil 1 eine Definition eines Kratzers aufgenommen, und beide Normteile besser auf­einander abgestimmt. Die Norm eines zeitaufwändigeren Prüfverfahrens steht mit der DIN EN ISO 9227 – Korrosionsprüfungen in künstlichen Atmosphären seit einem guten Jahr zur Verfügung. Darin sind die neutrale Salzsprühnebelprüfung, die Essig­säure-Salzsprühnebelprüfung  und  die kupferbeschleunigte Essigsäure-Salzsprühnebel­prü­fung zum Beurteilen der Korrosionsbeständigkeit von metallischen Materialien beschrieben. Das anzuwendende Gerät ist ebenso festgelegt wie nötige Reagenzien und das anzuwendende Verfahren. Im Vergleich zum Vorläuferdokument wurden die Prüfung des Prüfgeräts während der laufenden Prüfung für zulässig erklärt und die Abtragsraten sowie Prüfzeiten in einer Tabelle zusammengefasst.

Bewitterungsverfahren

Ebenfalls ein Verfahren zu  künstlichen Bewitterung legt die DIN EN ISO 15110 – Bewitterung mit saurer Beanspruchung (Acid-Dew-and-Fog-Test, ADF) fest. Das Laborprüfverfahren simuliert die schädigende Wirkung saurer atmosphärischer Niederschläge in Kombination mit UV-Strahlung, neutralen Niederschlägen und wechselnder Temperatur und relativer Luftfeucht. In der seit Ende 2017 gültigen Norm wurden UV-Leuchtstofflampen um das Schwarztafelthermometer erweitert. Zudem wurde die Beanspruchung mit ungeregelter Feuchte aufgenommen. Auch Prüfungen auf Steinschlag wurden überarbeitet. Die Norm DIN EN ISO 20567 – Prüfung der Steinschlagfestigkeit von Beschichtungen wurden sowohl in Teil 1: Multischlagprüfung als auch in Teil 2: Einzelschlagverfahren überarbeitet. In Teil 1 sind drei Verfahren zur Beurteilung der Beständigkeit von Kraftfahrzeug-Lackierungen und anderer Beschichtungen gegen den Beschuss mit Hartgussgranulat als simulierter Steinschlagwirkung festgelegt. Gegenüber der Vorgängernorm wurde eine Tabelle mit der Größenverteilung des Beschussmaterials ergänzt und geeignete Verfahren zur Entfernung loser Beschichtungspartikel in einen informativen Anhang überführt. Der zweite Normteil beschreibt die Beurteilung der Beständigkeit gegen den Aufschlag eines keilförmigen Schlagkörpers als simulierte Steinschlagwirkung. Hier ist nun festgelegt, wann die Geräte zu kalibrieren sind. Zudem wurde der gesamte Text überarbeitet und aktualisiert. Wie die Schichtdicke mittels Ultraschallmessverfahren bestimmbar ist, beschreibt DIN CEN ISO/TS 19397 bzw. DIN SPEC 55661, gültig sowohl auf metallischen als auch auf nicht-metallischen Oberflächen. Die Technische Spezifikation ist seit Mai 2018 in ihrer jetzigen Form gültig.

Realitätsnähe

In Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit ist die Wasserdampfdurchlässigkeit relevant. Zur Überprüfung kommt das Schalenverfahren zur Anwendung, für das die Bedingungen so nah wie möglich an der Realität anzulegen sind. Seit Juli diesen Jahres steht die entsprechende Norm DIN EN ISO 7783 in überarbeiteter Form zur Verfügung.

Norm Benennung Status
DIN EN ISO 19399 Bestimmung der Trockenschichtdicke mit dem Keilschnittverfahren Gültig seit Februar 2018
DIN EN ISO 9227 Korrosionsprüfungen in künstlichen ­Atmosphären – Salzsprühnebelprüfungen Gültig seit Juli 2017
DIN EN ISO 15110 Bewittern mit saurer Beanspruchung Gültig seit Dezember 2017
DIN EN ISO 20567-1 Prüfung auf Steinschlagfestigkeit – ­Multischlagprüfung Gültig seit Juli 2017
DIN EN ISO 20567-2 Prüfung auf Steinschlagfestigkeit – ­Einzelschlagprüfung Gültig seit Juli 2017
DIN CEN ISO/TS 19397; DIN SPEC 55661 Bestimmung der Schichtdicke von ­Beschichtungen mittels Ultraschallmessung Gültig seit Mai 2018
DIN EN ISO 17872 Leitfaden zum Anbringen von Ritzen durch eine Beschichtung auf Metallplatten für Korrosionsprüfungen Norm-Entwurf ab September 2018
DIN EN ISO 1518-1 Bestimmung der Kratzbeständigkeit – Verfahren mit konstanter Last Steht seit August 2018 als ­Entwurf zur Kommentierung
DIN EN ISO 1518-2 Bestimmung der Kratzbeständigkeit – Verfahren mit kontinuierlich ansteigender Last Steht seit August 2018 als ­Entwurf zur Kommentierung
DIN EN ISO 7783 Bestimmung der Wasserdampf-durchlässigkeit – Schalenverfahren Aktueller Entwurf seit Juli 2018

Lesen Sie in der nächsten Folge der DIN-BESSER LACKIEREN-Reihe, welche Normen der Vorbehandlung DIN aktualisiert hat.

Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin, Bernd Reinmüller, Tel. +49 302601-2447, bernd.reinmueller@din.de, www.din.de

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