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07.12.2019

Umwelttechnik

Umwelttechnik: 20.05.2011

„Der Trend geht klar zur Destillation!“

Die H2O GmbH aus Steinen feiert in diesem Jahr das 25. Jubiläum ihrer "Vacudest"-Technologie, mit der u.a. Abwässer aus Lackierprozessen destilliert und damit wieder nutzbar gemacht werden. besser lackieren! sprach mit Matthias Fickenscher, Geschäftsführer und Mitbegründer des Unternehmens, über Vorteile des Destillationsverfahrens, Tipps für Lackierbetriebe und Trends in Sachen Abwasseraufbereitung.

Matthias Fickenscher

Matthias Fickenscher

Wie viele abwasserfreie Fabriken gibt es dank "Vacudest" schon?
Aktuell sind in Europa 735 Anlagen in Betrieb, davon 145 allein in der Lackiervorbehandlung. Auf Deutschland bezogen sind es 400 "Vacudest"-Anlagen, von denen 94 in Vorbehandlungsprozessen eingesetzt werden. Die anderen installierten Anlagen laufen größtenteils in der Oberflächentechnik, etwa bei galvanischen Verfahren, Beizprozessen oder zum Aufbereiten von verbrauchten Entfettungswässern und Kühlschmierstoffen. 

Zuletzt standen die Verbesserung der Wartungsfreundlichkeit und die Reduzierung des Energieverbrauchs der Destillationsanlagen auf Ihrer Prioritätenliste ganz oben. Was haben Sie davon schon erreicht?
Unsere neue Baureihe ist seit zwei Jahren am Markt, sie wurde speziell im Hinblick auf die Wartungsfreundlichkeit konstruiert.

Das spiegelt sich z.B. darin wider, dass sich alle Türen auf einer Seite des Gerätes befinden und somit alle Sensoren auf einen Blick einsehbar sind. Darüber hinaus haben wir den Hauptwärmetauscher in den Maschinen mit Schnellverschlüssen versehen, so dass eine schnelle Demontage, die etwa bei einer Wartung nötig wird, gewährleistet werden kann.

Höhere Kapazitäten bei der Aufbereitung

Diese und viele weitere kleinere Maßnahmen führen dazu dass Wartungsarbeiten viel schneller und preisgünstiger durchgeführt werden können. Damit wird die Stillstandszeit der "Vacudest" geringer und unsere Kunden freuen sich aufgrund der längeren Laufzeit über höhere Aufbereitungskapazitäten.

Welche Projekte stehen jetzt auf Ihrer Prioritätenliste?
Aktuell arbeiten wir daran, unseren Teleservice weiter auszubauen. Bislang lief es so, dass wir einen Servicetechniker vor Ort senden mussten, um herauszufinden was die Ursache für eine Funktionsstörung ist. Heute wählen wir uns aus der Ferne in die Anlage ein um Fehleranalysen durchzuführen. Wenn dennoch ein Einsatz vor Ort nötig ist, weiß der Techniker über diese Einwahloption, was zu tun ist und kann die entsprechenden Ersatzteile oder Werkzeuge gleich mitbringen.

Künftig wird es so sein, dass von der Anlage selbst Benachrichtigungsmails an den Kunden verschickt werden, um an Wartungstermine zu erinnern oder um Optimierungspotential in der Betriebsweise aufzuzeigen. Wir wollen das bis Ende des Jahres zur Marktreife bringen; es gibt schon Testläufe bei einigen unserer Kunden.

Außerdem haben wir den spezifischen Energieverbrauch unserer "Vacudest" um durchschnittlich 15% reduziert. Dies ist uns durch den Einsatz effizienter Bauteile gelungen – beispielsweise setzen wir seit einigen Jahren mit "ActivePowerClean" einen selbstreinigenden Wärmetauscher ein, in dem sich ein Wirbelgut befindet. Der Wärmetauscher kann also nicht mehr verschmutzen, was den Energieverbrauch konstant niedrig hält und Stillstandszeiten reduziert.

Was geschieht mit den Reststoffen, die Sie aus dem aufbereiteten Wasser herausfiltern?
Die Reststoffe werden bis zur Löslichkeitsgrenze aufkonzentriert. Bei sehr reinen Prozessen kann man das Konzentrat auch wiederverwenden, sonst wird es der Entsorgung zugeführt.

Das aufbereitete Wasser hingegen ist sofort wieder einsetzbar. Das ist der Clou bei unserem Destillationsverfahren: Es gibt keine Grenzwertprobleme, denn die Qualität des aufbereiteten Wassers ist im Vergleich zu chemisch-physikalischen Verfahren deutlich höher. Das macht das Verfahren auch interessant für Regionen, die mit wenig Wasser haushalten müssen – etwa in Spanien.

Wie schnell rechnet sich ein "Vacudest" für einen industriellen Lackierbetrieb?
Eine "Vacudest" lohnt sich ab einer Aufbereitungsmenge ab 100 m³ pro Jahr, und in der Regel ist eine Amortisation in weniger als zwei Jahren möglich.

Verschärfung der Einleitgrenzwerte

Beim Lackieren wird viel Wasser verbraucht. Was können Betreiber von Lackierereien außer einer "Vacudest" tun, damit weniger benötigt wird?
Ein Ziel sollte es in jedem Lackierbetrieb sein, die Verschleppungen von den Aktiv- in die Spülbäder zu reduzieren.

In vielen Betrieben wird für die Behandlung und die 1. Spüle eine einzige Kammer genutzt, obwohl zwei getrennte Kammern, die Verschleppungen reduzieren würden. Je weniger Inhaltsstoffe verschleppt werden, desto weniger Wasser muss letztlich aufbereitet werden. Wer kann, sollte also auf eine zweite Kammer setzen.

Welche Entwicklungstrends gibt es bei der Abwasseraufbereitung, wohin führt der Weg?
Ganz klar steht eine Verschärfung der Abwasser-Einleitgrenzwerte auf EU-Ebene im Raum, die bis spätestens 2013 in nationales Recht übertragen werden muss. Die Umsetzung befindet sich noch in der Diskussion, doch eins steht fest: Der Trend geht weg von dem chemisch-physikalischen Aufbereitungsverfahren, die die Grenzwerte nicht immer einhalten, hin zur Destillation.

Eine spannende Herausforderung bleibt es für uns, den Balanceakt zwischen zwei entscheidenden Anforderungen, nämlich einer maximalen Aufkonzentration einerseits und einem minimalen Stromverbrauch, zu optimieren. Beides steht sich bislang diametral gegenüber. Wir arbeiten dran, dass das schnellstmöglich anders wird.

H2O GmbH process water engineering, Steinen, Matthias Fickenscher, Tel. +49 7627 9239-302, matthias.fickenscher@h2o-de.com, www.h2o-de.com

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