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Holzlackierung

Sonstige Beschichtungen, Holzlackierung, Kabinen-Anlagen-Technik: 04.02.2011

Sarghersteller modernisiert Anlagentechnik

Die modernisierte Oberflächenabteilung und die damit verbundene Umstellung auf Wasserlacke veranlasste Polens größten Sarghersteller neue Wege in Sachen Lackiertechnik und Trocknung zu beschreiten.

Neben höchster Qualität stehen beim Lackieren der Särge ökologische Aspekte im Fokus. Quelle: Lindner

Neben höchster Qualität stehen beim Lackieren der Särge ökologische Aspekte im Fokus. Quelle: Lindner

Das Unternehmen Lindner und seine Arbeit mit Holz hat eine lange Tradition in Polen. In über 150 Jahren hat sich die Firma mit zwischenzeitlich rund 100.000 produzierten Särgen pro Jahr zu einem führenden Unternehmen in Europa entwickelt. Neben höchster Qualität stehen ökologische Aspekte im Fokus. Diese waren der Anlass, die Produktion von bisher lösemittelhaltigen Lacken auf Wasserlacke umzustellen. Gleichzeitig sollte die komplette Oberflächenabteilung modernisiert, erweitert und damit an die gesteigerte Produktion angepasst werden. Für dieses Projekt nahm der polnische Sarghersteller über eine Außendienststelle mit dem Anlagenbauer Rippert aus Herzebrock-Clarholz Kontakt auf, der eine Komplettlösung für die umfangreiche Aufgabenstellung des Kunden anbot. Dazu gehörten eine neue, innovative Lackierkabine mit Zuluftanlage, um die Kapazitätserweiterung abzudecken und eine leistungsstarke, schnelle Trocknung für eine zukünftig höhere Werkstückanzahl. Zudem galt es, die ganze Technologie in begrenzten Räumlichkeiten unterzubringen, stand doch zusätzlicher Platz trotz höherer Kapazitäten nicht zur Verfügung. Nach einer Versuchsreihe im Technikum von Rippert, bei der das Lackmaterial hinsichtlich Trockenabscheidung eingehend getestet wurde, entschied sich Lindner für die Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer. Rippert wiederum kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich mit dem Trocknungsanlagenbauer Harter aus Stiefenhofen im Allgäu, der ebenfalls zur Realisierung des anspruchsvollen Projekts beitrug. Im Zuge der Umstellung auf Wasserlacke lieferte und montierte Rippert nun eine komplett neue Lackieranlage bestehend aus einer Spritzwand vom Typ "RTS-Rotation". Die bei dieser Technologie eingesetzten Bürsten fungieren als Vorabscheider und arbeiten nicht zuletzt durch minimale Kosten beim Filterwechsel sehr wirtschaftlich. Durch die entfallende Koagulierchemie senkten sich die Betriebskosten für den Sarghersteller spürbar. Zudem erübrigen sich die Entsorgungskosten für den Lackschlamm. Für weitere deutliche Energieeinsparungen sorgt die Wärmerückgewinnung in der Zu- und Abluftanlage über einen Rotationswärmeaustauscher mit einem Wirkungsgrad von über 70%.

Hochwertige Trocknungsergebnisse

Der Trocknungsraum verfügt über ein Umluftgerät mit einer Anschlussleistung von 15 kW. An das Gerät angeschlossen wurde ein "Airgenex 15000"-Entfeuchtungsaggregat von Harter, das für hochwertige Trocknungsergebnisse sorgt. Nach Aussage des Betreibers ließ sich die Trocknungszeit halbieren. Die Trocknungsqualität des Wasserlacks auf den Särgen ist einwandfrei. Dabei beträgt die Gesamtanschlussleistung der Anlage lediglich 35 kW. Die Trocknung findet bei niedrigen Temperaturen von etwa 35 °C statt und ist somit äußerst schonend für das zu trocknende Material. Durch eine Wärmerückgewinnung mittels Wärmepumpentechnik ist die  Trocknung ökologisch und wirtschaftlich sehr interessant. Sie passt sich allen räumlichen Gegebenheiten an und gewährleistet eine sehr hohe Prozesssicherheit. Die Entfeuchtungstechnik liefert konstante Prozessparameter und funktioniert unabhängig von Umgebungsbedingungen immer gleich. Der Sarghersteller zeigt sich über die Kooperation mit Rippert und Harter sehr zufrieden. Lindner-Produktionsleiter Krzysztof Bromberek verweist besonders auf die sehr kurze Montagephase von nur zehn Tagen.

Anlageninfo

Die als Vorabscheider eingesetzten Bürstenwalzen, die über die Arbeitsbreite nebeneinander angeordnet sind, rotieren um die eigene Achse und nehmen den angesaugten Overspray an den Spezialborsten auf. Durch die Rotation sowie die ständige Luftgeschwindigkeit trocknet das Lackmaterial schnell an der Oberfläche an. Im hinteren Bereich der Bürstenwalzen biegen Abstreifer die Borsten stark. Durch deren Elastizität werden die weitestgehend trockenen Partikel abgestreift und fallen in die Staubschubladen. Die Luftgeschwindigkeit saugt die leichteren Partikel in den Filterbereich, wo durch die Nachfiltereinrichtung die Restentstaubung geschieht. Die Details:

  • automatisch regenerierender Vorabscheider
  • automatisch abreinigender Feinabscheider
  • nur trockener Overspray als Abfall (evtl. Gewerbemüll)
  • lange Standzeit der eingesetzten Materialien
  • einfache Handhabung
  • nahezu uneingeschränkte Einsetzbarkeit bei physikalisch trocknenden Lacken
  • schnelle Amortisation
  • sehr gute Reststaubwerte, d.h. deutlich unterhalb der gesetzlichen Werte
 

Trocknungsverfahren

Airgenex - Das Verfahren_preview

Das eigens entwickelte Kondensationstrocknungsverfahren "Airgenex" arbeitet bei niedrigen Temperaturen zwischen etwa 25 und 90 °C, je nach Anwendung. Dem zu trocknenden Material wird extrem trockene Luft zugeführt, die die Feuchtigkeit aufnimmt. Nach dem Abkühlen der Luft kondensiert das Wasser aus. Die abgekühlte, entfeuchtete Luft wird mittels Wärmerückgewinnung wieder erwärmt. Die Trocknung erfolgt im geschlossenen Kreislauf und ist daher nahezu emissionsfrei. Eine geringe Anschlussleistung verringert den Energieverbrauch zusätzlich und damit auch den CO2-Ausstoß.

ZPD Lindner, PL-Wangrowiec, Krzysztof Bromberek, Tel. +48 67 26855-46, krzysztof.bromberek@zpdlindner.pl, www.zpdlindner.pl/de/index.php; Rippert Anlagentechnik, Herzebrock-Clarholz,Hajo Steinhoff, Tel. +49 7473 9470-30,
steinhoff@rippert.de, www.rippert.de; Harter Oberflächen- und Umwelttechnik GmbH, Stiefenhofen, Steffen Decker, Tel. +49 8383-9223-23

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