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12.08.2020

Metalllackierung

Metalllackierung, Kunststofflackierung: 07.09.2012

Die Qualität der Zutaten

Eine Wareneingangskontrolle für alle Materialien, die beim Beschichten zum Einsatz kommen, ist Grundvoraussetzung zur Erzeugung von qualitativ hochwertigen Beschichtungen.

Vorsicht ist beim Einsatz von Schaumfolien bei Kunststoffteilen geboten. Da sich die Addive der Folie auf die Oberfläche übertragen, müssen Kunststofflackierer die Bauteile sorgfältig reinigen, um eine gute Lackhaftung zu erzielen. Quelle: Simone Fischer

Vorsicht ist beim Einsatz von Schaumfolien bei Kunststoffteilen geboten. Da sich die Addive der Folie auf die Oberfläche übertragen, müssen Kunststofflackierer die Bauteile sorgfältig reinigen, um eine gute Lackhaftung zu erzielen. Quelle: Simone Fischer

Mit einer hochwertigen Lackierung kann der Wert eines Gegenstands erheblich gesteigert werden. Deshalb ist es das Ziel einer jeden Beschichtung eine möglichst homogene und makellose Oberfläche zu erzeugen – egal ob mit Pulver oder Nasslack. Dass Beschichtungsverfahren äußerst komplex sind, ist inzwischen auch über die Branche hinaus bekannt. Ähnlich wie bei einem aufwändigen Menü muss die Qualität der Zutaten stimmen, damit das Endergebnis mundet. Eine Wareneingangskontrolle für alle Materialien, die beim Beschichten zum Einsatz kommen, hilft, die Weichen frühzeitig in die richtige Richtung zu stellen. Lackierbetriebe sollten nicht nur den vom Hersteller angelieferten Lack auf Farbton und Viskosität überprüfen. Dafür ist es zumeist sogar nötig, mehrere Lackierproben durchzuführen. Wie bei jedem Einkauf ist eine umgehende Beanstandung von Vorteil; spätere Einwände und Rückgaben können hingegen den Kommunikationsaufwand stark in die Höhe treiben.

Haftung vor Beschichtung klären

Gerade für externe Beschichtungsbetriebe ist neben der Überprüfung von Lack, Pulver und anderen Materialien auch eine sehr sorgfältige Kontrolle der zu lackierenden Bauteile essentiell: So können z.B. die Teile während des Transports Schäden erlitten haben oder schlecht vorbehandelt angeliefert werden, sodass die geplante Lackierung misslingt. "Wenn die Teile Risse, Rost oder noch Spuren von Trennmitteln aufweisen oder gar Kratzer und Dellen vorliegen, stoppen wir sofort den weiteren Prozess", erklärt Markus Kopp, Geschäftsführer der Kopp Oberflächentechnik AG aus Villingen-Schwenningen. "In solchen Fällen nehmen wir sofort mit dem Kunden Kontakt auf. Erst wenn geklärt ist, ob der Kunde für den etwaigen Schaden aufkommt, wird auch tatsächlich lackiert." Für solche Fälle hat man bei der Kopp AG ein detailliertes Formular für die Wareneingangsprüfung entwickelt, mit dem der zuständige Mitarbeiter sämtliche Mängel protokolliert und schon im Vorfeld auf daraus resultierende mögliche Lackierfehler hinweist. Dabei geht es um Silikon- oder Kleberückstände, Bauteile mit Rost oder Zunderschichten, frühere Lackierungen, Teile ohne Aufhängungsmöglichkeiten und anderes mehr. Abschließend enthält das Formular den Verweis, dass keine einwandfreie Qualität garantiert werden kann und die Beschichtung der Teile auf eigenes Risiko erfolgt. "Die weitere Bearbeitung erfolgt nicht eher, bis eine Vereinbarung mit dem Kunden erzielt wurde. Und dies schriftlich – mit der Unterschrift des Auftraggebers. So sind wir rechtlich auf der sicheren Seite", erklärt Kopp.

Nur oberflächlich gereinigt

Auch bei wwo, der weist + wienecke oberflächenveredelung GmbH aus Alfeld (Leine) geht man ähnlich vor, wie Geschäftsführer Oliver Weist erklärt: "Aus Zeitgründen können wir nicht sämtliche Teile bei der Warenannahme überprüfen. Aber spätestens, wenn wir mit der Aufhängung beginnen, sehen wir eventuelle Mängel. Dann stoppen wir diesen Arbeitsschritt und setzen uns erst einmal mit dem Kunden in Verbindung." Ärgerlich sind

Auzug des Formulars für eine Wareneingangsprüfung der Kopp Oberflächentechnik AG. Quelle: Kopp AG

Auzug des Formulars für eine Wareneingangsprüfung der Kopp Oberflächentechnik AG. Quelle: Kopp AG

Verunreinigungen der Bauteile, die nicht sofort ins Auge fallen – etwa weil die Teile nur oberflächlich gereinigt wurden, sich aber in den Poren noch Spuren befinden, wie z.B. die Reste einer Beschriftung: "Diesen Fall hatten wir kürzlich: Der Edding war sowohl beim Aufhängen als auch vor dem Beschichten nicht zu sehen. Mit der Lackierung wurde die Schrift jedoch wieder deutlich lesbar. Hier hat der Kunde im Vorfeld selber oberflächlich das Bauteil abgewischt – in den Poren war der Edding aber noch vorhanden."

Intensive Aufklärung im Vorfeld

Zu solchen Malheuren kommt es in der Praxis jedoch immer seltener, wie Kopp und Weist übereinstimmend berichten, weil in beiden Unternehmen großer Wert auf die Kommunikation mit den Kunden gelegt wird. "Wir betreiben viel Aufklärungsarbeit im Vorfeld, damit die Kunden wissen, worauf es ankommt. Der persönliche Kontakt ist dabei viel wichtiger als unsere AGBs oder die Technischen Informationsblätter, die Kunden bei einem Auftrag erhalten", erklärt Weist. Man habe bei den Kunden in den letzten Jahren viel Verständnis wecken können für die Komplexität des Lackierens, betont auch Kopp: "Kommunikation ist ganz wichtig. Aber auch die Kunden müssen ihren Mitarbeitern klar machen, dass beispielsweise auf Metallteile kein Handschweiß und kein Wasser geraten darf und dass sie Handschuhe tragen müssen, wenn sie die Teile abhängen oder verpacken. Sonst ist in drei Tagen Rost auf dem Bauteil und die Lackierung kann nicht gelingen." Was die Rohteilqualität betrifft, so ist auch die Verpackung während des Transports zum Beschichtungsbetrieb von größter Bedeutung. Ist diese auf das Produkt abgestimmt, so schützt sie zuverlässig vor Nacharbeit und Ausschuss.

Auf angemessene Verpackung achten

"Gerade bei Kunststoffteilen sind reine Kartonnage und Schaumfolien Gift. Beim Transport reiben sich Partikel der Pappe auf die Oberflächen ab bzw. es werden Additive der Folie auf die Bauteiloberfläche übertragen, die sorgfältig abgereinigt werden müssen, um eine gute Lackhaftung zu erzielen", erklärt Simone Fischer vom Ingenieurbüro Fischer und Spezialistin für die Beschichtung von Kunststoffbauteilen. "Eine sinnvolle Verpackung sind beispielsweise Trays aus expandiertem Polypropylen (EPP), in denen die Teile fixiert sind und sicher vor Kratzern, Abrieb und Verschmutzungen während des Transportes geschützt werden. Zudem lässt sich diese Verpackung ausgezeichnet für den Versand der beschichteten Teile weiter zum Endkunden nutzen. In der Regel überdauern diese EPP-Trays die mehrjährige Serienlaufzeit eines Bauteils."

Ingenieurbüro Fischer, 
Lauterbach, Simone Fischer,
 Tel. +49 6641 6441-85,
 info@ingbuero-fischer.de, 
www.ingbuero-fischer.de ; Kopp Oberflächentechnik AG, Villingen-Schwenningen, 
Markus Kopp, 
Tel. +49 7720 9943-0, 
mkopp@koppag.de, 
www.koppag.de ; weist + wienecke oberflächenveredelung GmbH, 
Alfeld (Leine), Oliver Weist, 
Tel. +49 05181 80686-0, 
service@pulver-wwo.de, 
www.pulver-wwo.de

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