Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home > Technologien & Substrate > Metalllackierung > Korrosionsschutz richtig zertifizieren

23.02.2020

Metalllackierung

Metalllackierung: 28.03.2014

Korrosionsschutz richtig zertifizieren

Was bei Inkrafttreten der EN 1090 beachtet werden muss

In der letzten Ausgabe von besser lackieren. (Nr. 4/2014) haben wir Sie über die neuen Anforderungen an Beschichtungsbetriebe durch das Inkrafttreten der Norm EN 1090 informiert. Aufgrund von Leseranfragen vertiefen wir das Thema.

Der Zertifizierungsprozess im Überblick. Quelle: Redaktion

Der Zertifizierungsprozess im Überblick. Quelle: Redaktion

Bereits seit dem 1. Juli 2013 gilt die neue Verordnung in der EU. Die Übergangsfrist für die Zertifizierung gilt in Deutschland bis zum 1. Juli 2014. Das bedeutet, dass tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium in der Europäischen Union nur noch mit einer CE-Kennzeichnung versehen in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Kennzeichnung erfolgt nach den Vorgaben der EN 1090 Teil 1-3; Hersteller müssen nach dieser Norm zertifiziert sein – dies stellt die Grundlage für die CE-Kennzeichnung der hergestellten Produkte dar. Nach den Vorgaben der EN 1090-1 müssen Unternehmen, die im bauaufsichtlichen Bereich Stahl- und Aluminiumtragwerke herstellen, die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) von einer zertifizierten Stelle ("Notified Body") überwachen lassen. Da in der EN 1090 auch die Anforderungen an den Korrosionsschutz geregelt sind, sind Hersteller verpflichtet, diesen normgerecht auszuführen und dies auch nachweisen zu können. Das bedeutet, auch wenn der Hersteller seine Produkte nicht selbst beschichtet, muss er nachweisen, dass diese Behandlung normgerecht erfolgt ist. Was wiederum heißt, dass z.B. Lohnbeschichter ihren Kunden diesen Nachweis erbringen müssen.

Korrosionsschutz nachweisen

Der Nachweis kann für jeden Auftrag durch eine geeignete Fremdüberwachung erfolgen. Vereinfacht wird der Nachweis durch europäisch anerkannte Gütesiegel. Hier sind laufende Produktionskontrollen vorgeschrieben, durch welche – wenn sie regelmäßig durch unabhängige Institute geprüft werden – ein genereller Nachweis erbracht werden kann. Für Stahltragwerke (Beschichten mit Pulver- und Flüssiglacken sowie Feuerverzinken und Metallisieren) gilt EN 1090-2. Dort ist kein ausdrücklicher Hinweis auf diese Gütesiegel gegeben, zum Nachweis der entsprechenden Anforderungen eignet sich aber z.B. das Qualisteelcoat-Siegel. In EN 1090-3, welche für Aluminiumtragwerke (Beschichten mit Pulver- und Flüssiglacken sowie Anodisieren) gilt, ist angegeben, dass die Einhaltung der Anforderungen durch ein europäisch anerkanntes Gütesiegel nachgewiesen werden kann. Geeignet sind u.a. die Siegel von Qualicoat, GSB International und Qualanod. Die Qualitätsgemeinschaften, welche diese Siegel vergeben, können hier nähere Auskünfte geben.

INFO
Wichtig bei der Auswahl eines Zertifizierers ("Notifizierte Stelle" / "Notified Body") ist, dass dieser durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) akkreditiert und damit selbst geprüft wurde. Zertifizierer können Unternehmen auf der Webseite der Europäischen Kommission (in englischer Sprache) finden. Dort ist eine Liste der zugelassenen "Notified Bodies" hinterlegt. Unter http://ec.europa.eu/enterprise/newapproach/nando/index.cfm lässt sich in der Navigationsleiste auf der linken Seite die Ländersuche (Countries) aufrufen und dort das entsprechende Land (z.B. Germany) auswählen. In der Auswahl "Legislation" sind unter dem Begriff "Regulation (EU) No 305/2011 – Construction products" die möglichen notifizierten Stellen aufgeführt.

Die Aufgaben

Herstellern von tragenden Stahl- und Aluminiumbauteilen kommen verschiedene Aufgaben zu. Zum einen muss eine (betriebsinterne) Erstprüfung erfolgen, bei welcher der Hersteller nachweist, dass er über die Voraussetzungen verfügt, tragende Bauteile normkonform zu liefern. Die Erstprüfung besteht aus dem ITT (Initial Type Testing) und der ITC (Initial Type Calculation). Das ITT muss in jedem Fall durchgeführt werden und bezieht sich u.a. auf die Werkstoffe und Prozessschritte wie Oberflächenbehandlung, Schneiden etc. Die ITC ist für die Hersteller wichtig, die auch Tragfähigkeitsmerkmale deklarieren wollen. Außerdem ist die WPK notwendig. Dazu ist eine WPK-Systembeschreibung zu erstellen. Ein vorhandenes zertifiziertes QM-System nach ISO 9001 ist nur dann als WPK-System ausreichend, wenn es entsprechend der EN 1090-1 angepasst wurde. In diesem System muss der Hersteller dokumentieren und nachweisen, dass die von ihm in Verkehr gebrachten Produkte den Leistungsmerkmalen entsprechen. Die anerkannte Zertifizierungsstelle zertifiziert die WPK durch eine Erstinspektion. Im Rahmen dieser Inspektion wird geprüft, ob die WPK zur normkonformen Herstellung der Bauteile geeignet ist. Dazu gehört die Überprüfung der für die Produktion zur Verfügung stehenden Ressourcen (Räumlichkeiten, betriebliche Einrichtungen, Personal etc.) der im WPK-System festgelegten betrieblichen Abläufe (Einhaltung der technischen Vorgaben nach EN 1090-2) sowie der in der WPK-Systembeschreibung festgelegten Vorgehensweise bei Nichtkonformität. Dazu kommt die laufende Überwachung, bei der die WPK überprüft wird.

Vincentz Network GmbH & Co. KG, Hannover, Redaktion besser lackieren. Geza-Marie Frahn, Tel. +49 511 9910-323, geza-marie.frahn@vincentz.net

Dieser Beitrag stammt aus der Kategorie:

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

Kontakt

Marko Schmidt

Marko Schmidt

Redaktion

BESSER LACKIEREN

Tel.: +49 511 9910-321

zum Formular

Technik & Produkte

Technik & Produkte: 19.10.2018

Achtung Steinschlag

Die Steinschlagprüfung simuliert Schäden am Fahrzeug und ist eine Methode mit relativ geringem Prüfaufwand. Dennoch sollten Anwender auf diese Parameter und Eigenschaften der Prüfmaterialien achten.

mehr