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13.08.2020

Metalllackierung

Metalllackierung, Kabinen-Anlagen-Technik: 03.08.2012

Tonnenschwere Aggregate mit Überdeckungen beschichten

Die MWM GmbH wurde vor 140 Jahren als Mechanische Werkstätte Mannheim von Carl Benz gegründet und stellt heute Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zur dezentralen Energieerzeugung her. Zur Sicherung des traditionsreichen Standorts hat die neue Muttergesellschaft Caterpillar Inc. in zwei neue Lackieranlagen investiert.

Die Gasmotoren weisen aufgrund der Zylinderbänke und zahlreichen Anbauteile eine komplizierte Geometrie auf. Quelle: MWM

Die Gasmotoren weisen aufgrund der Zylinderbänke und zahlreichen Anbauteile eine komplizierte Geometrie auf. Quelle: MWM

Die Gasmotoren, die die MWM GmbH herstellt, werden zur Energie- sowie zur Wärme- und Kälteerzeugung eingesetzt. Sie verfügen über Leistungsbereiche von 400 kWe bis 4300 kWe und haben ein Gewicht von bis zu 55 t, in Einzelfällen sogar bis zu 80 t. Da die sehr unterschiedlichen Größen der Aggregate verschiedene Prozesszeiten in der Lackiererei benötigen und nur eine Lackieranlage vorhanden war, bildete die Oberflächentechnik seit längerem einen störenden Engpass im Gesamtablauf. Hinzu kam, dass die vorhandene, 40 Jahre alte Anlage nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war und die Muttergesellschaft die Produktion in Mannheim erhöhen will.
Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, in eine komplett neue Oberflächentechnik zu investieren. Das Pflichtenheft beinhaltete unter anderem folgende Forderungen:

  • Erhöhung der Durchsatzrate
  • Flexibilität hinsichtlich der Werkstückgröße
  • Integration in den Produktionsfluss
  • einfache Wartung
  • Energieeffizienz
    Die Applikation erfolgt von selbstfahrenden Arbeitsbühnen aus. Die Farbversorgung ist deshalb mit Pumpen und Gebinden in den Transportbühnen installiert. Quelle: MWM

    Die Applikation erfolgt von selbstfahrenden Arbeitsbühnen aus. Die Farbversorgung ist deshalb mit Pumpen und Gebinden in den Transportbühnen installiert. Quelle: MWM

  • umweltschonende Anlagen- und Applikationstechnik

Zu den besonderen Herausforderungen für die Beschichtung zählten die Überdeckungen an den Aggregaten, die durch die Zylinderbänke und die zahlreichen Bauteile entstehen. Um den bestehenden Engpass in der Oberflächentechnik zu beseitigen und flexibel hinsichtlich der unterschiedlichen Baureihen zu sein, wurden zwei Lackierkabinen installiert. Sie sind als Kombi-Anlagen ausgeführt und weisen unterschiedliche Größen auf: Kabine 1 ist 12 m x 5 m x 6,7 m groß, Kabine 2 besitzt die Maße 19 m x 6 m x 6,7 m (L x B x H). Die Beschichtung der Aggregate erfolgt erst nach nahezu kompletter Montage und erfolgreichem Prüflauf. Das bedeutet, dass sie vor dem Lackieren mit Tapes, Papieren und Folien maskiert werden müssen. Die Beschichtung der Unterseite entfällt, weil die Motoren auf einen bereits lackierten Grundrahmen montiert sind. Für die Fahrt in eine der beiden Kabinen werden die tonnenschweren Motoren auf selbstfahrende Transportbühnen gehoben. In den Kabinen agieren die Lackierer vom Kabinenboden aus und von – ebenfalls selbstfahrenden – Arbeitsbühnen, die jeweils an den seitlichen Kabinenwänden entlanglaufen. Um die Kabinenbereiche dafür frei zu halten, ist die gesamte Farbversorgung mit Pumpen und Gebinden in den Transportbühnen installiert. Die Energieversorgung der Pumpen und Rührwerke stellt ein integriertes Kabelschleppsystem sicher. Steht ein Farbwechsel an, fährt die Pumpeinheit mit Ansaugtrakt und Rührwerk nach oben und ist dann für die Lackierer leicht zugänglich. Für Grundierung, Vorlackierung und Endbeschichtung setzt MWM bereits seit acht Jahren Wasser basierende Lacke ein, die früher elektrostatisch appliziert wurden. Mit den beiden neuen Lackierkabinen hat das Unternehmen jedoch auf Air-Combi-Pistolen umgestellt.

Schallemissionen reduzieren

Die Kabinenbelüftung erfolgt über Außenluftansaugung mit Filter und Vorwärmung. Die zugeführte Luftleistung beträgt bis zu 44.000 m³/h. In der Kabine selbst wird die Luft im Querstromprinzip geführt und über eine Bodenabsaugung mit Trockenfiltersystem wieder hinaus transportiert. Die Abluftanlage ist mit einer Wärmerückgewinnung mit Kreuzplattenwärmetauscher ausgestattet, so dass die warme Luft aus der Kabine für die Erwärmung der Zuluft genutzt wird. Eine Besonderheit bilden die Schalldämpferkulissen, die sich im Abluftsystem befinden. Sie sorgen dafür, dass die Schallemissionen im Außenbereich 48 dbA betragen und damit die Vorgaben an Misch- / Wohngebiete erfüllen. MWM hat die neuen Lackieranlagen in Zusammenarbeit mit Bersch & Fratscher, Karlstein am Main, geplant und realisiert. Nach einer Bauzeit von fünf Monaten fand Anfang Juli die offizielle Inbetriebnahme statt. Derzeit werden 90 Motoren im Monat beschichtet. Doch die Anlage ist auf Zuwachs konzipiert und für 210 Aggregate ausgelegt.      

MWM GmbH, Mannheim, Frank Fuhrmann, Tel. +49 621 384-86 33, frank.fuhrmann@mwm.net, www.mwm.net

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