Bitte warten Sie.'

Die Seite wird geladen.'


Home > Technologien & Substrate > Pulverbeschichten > Ein Aufwand, der lohnt: die GSB AL 631 in...

19.01.2020

Pulverbeschichten

Lohnbeschichtung, Pulverbeschichten: 13.03.2013

Ein Aufwand, der lohnt: die GSB AL 631 in der Praxis

Das österreichische Unternehmen Piesslinger zeigt im Best practice-Beispiel: Die Perfektion der Oberflächen macht alle Mühen in der Umsetzung der GSB-Beschichtungsrichtlinie für Aluminium wett. Renommierte Kunden setzen immer wieder auf diese Qualität.

Schon beim Wareneingang erfolgt eine genaue Qualitätsprüfung des Pulvers und der Bauteile.
 Quelle: Piesslinger

Schon beim Wareneingang erfolgt eine genaue Qualitätsprüfung des Pulvers und der Bauteile.
 Quelle: Piesslinger

Die Piesslinger GmbH aus Molln besteht schon seit über 450 Jahren. Als einer der ältesten Betriebe Oberösterreichs produzierte Piesslinger bis in die sechziger Jahre Sensen für die Landwirtschaft. Ab den fünfziger Jahren startete man zudem mit der Metallbearbeitung und -veredlung von Aluminium. Heute ist das Unternehmen einer der führenden Pulverbeschichtungsbetriebe und Aluminiumkomponentenerzeuger in Mitteleuropa. Kunden sind zu einem Großteil Fenster- und Türenhersteller, aber auch Metallbauer, Automobilindustrie oder Produzenten von Haushaltsgeräten werden von Piesslinger beliefert. Weil das Unternehmen von jeher großen Wert auf Qualität legt, hat es sich bereits in den achtziger Jahren der GSB International angeschlossen. Das GSB-Siegel bürgt für eine besonders hohe Beschichtungsqualität, die permanenten Kontrollen durch externe und unabhängige Prüfinstitutionen unterliegt. Je nach erreichter Güte unterteilen sich die Mitgliedsunternehmen in "Approved", "Master" und "Premium"-Beschichter. In Molln werden die Auflagen der Premium-Klasse sogar im "Sea Proof Plus"-Standard erfüllt – dem höchstmöglichen Qualitätsstandard für Beschichtungen. Die Auflagen, das GSB-Siegel führen zu dürfen, gelten im Premiumbereich als hoch. Mit ihnen geht ein ziemlicher Aufwand einher, der von den Beschichtern betrieben werden muss, um das Siegel auf Dauer behalten zu dürfen. "Das betrifft beispielsweise eine minutiöse Dokumentation sämtlicher Prozessschritte – von der Vorbehandlung über die Haftwassertrocknung bis zum exakten Beschichtungszeitpunkt oder auch der Laborausstattung. Beschichtungsbetriebe können damit die Qualität ihrer Leistungen verbessern, ihre Produktivität steigern sowie reklamationsfrei arbeiten", erklärt Boris Grau, Laborleiter bei Piesslinger.

Qualität permanent sichern und verbessern

Bei der Beschichtung von Aluminiumbauteilen müssen die GSB-Mitgliedsunternehmen die Richtlinie AL 631, die "Internationale Qualitätsrichtlinie für die Beschichtung von Bauteilen aus Aluminium", verbindlich anwenden. Sie gilt für Bauteile aus Aluminium und dessen Legierungen im Bauwesen und umfassen Halbzeuge, Halbfertig- und Fertigteile sowie vorgearbeitete Konstruktionen für Bauwerke im uneingebauten Zustand. Das Ziel dieser Qualitätsrichtlinie ist die permanente Verbesserung und Sicherung der Qualität von Beschichtungen für den Außenbereich.

Das stündlich gefahrene Prüfplättchen wird sofort vor Ort geprüft. Bei Aufträgen von mehr als 100 m² oder größeren Farblosen gelangt alle zwei Stunden ein Ausprüfsatz ins Prüflabor. Quelle Piesslinger

Das stündlich gefahrene Prüfplättchen wird sofort vor Ort geprüft. Bei Aufträgen von mehr als 100 m² oder größeren Farblosen gelangt alle zwei Stunden ein Ausprüfsatz ins Prüflabor. Quelle Piesslinger

Wie Boris Grau berichtet, muss im Rahmen der AL 631 z.B der Beizabtrag exakt protokolliert werden. Dieser hängt erheblich von der Legierungszusammensetzung und den Prozessparametern der Aluminium-Halbzeugherstellung ab. Der empfohlene Beizabtrag für die Legierungen EN AW-6060 und 6063 liegt bei ≥ 1 g/m². In Molln erfolgt die Protokollierung laufend. Im ersten Halbjahr 2012 lagen diese Werte zwischen 5,6 g/m² in der KW 03 und 3,7 g/m² in KW 17 und damit immer deutlich über dem geforderten Mindestwert.

Röntgenfluoreszenzanalyse prüft Konversionsschicht

Das Schichtgewicht der Konversionsschicht unterliegt ebenfalls einer permanenten Kontrolle. Da es bei Piesslinger zwei Vertikalanlagen mit Grünchrom bzw. einer chromfreien Titankonversion gibt, sind hier unterschiedliche Prüfungen notwendig. Bei einer Grünchromatierung muss der Chromgehalt zwischen 0,4 und 1,2 g/m² liegen. Die Schichtgewichtsbestimmung hat an dem in der Produktion verwendeten Halbzeug zu erfolgen; Testbleche sind zu vermeiden. Mitarbeiter des Labors bei Piesslinger messen das Schichtgewicht stündlich an allen Produktionstagen durch Wägung – bis zu 20 mal am Tag. Das Ti-Schichtgewicht wird fortwährend mittels Röntgenfluoreszenzanalyse bestimmt. Dieses Gerät ist zwar teuer in der Anschaffung und alle Bediener müssen einen Strahlenschutzkurs besuchen, dafür ist die völlig farblose Konversionschicht binnen einer Minute bestimmbar. Alle ermittelten Daten werden protokolliert. Abweichungen sind also sofort korrigierbar. Was die Haftwassertrocknung betrifft, so muss diese laut AL 631 unmittelbar nach der chemischen Vorbehandlung erfolgen. Die Objekttemperatur darf dabei 100 °C in der Regel nicht überschreiten. Die Dokumentation gibt bei Piesslinger zusammengefasste Werte aus. Im Detailprotokoll werden die Daten jedoch Minute für Minute festgehalten. Auch für alle weiteren Produktionsschritte in der Lackiererei hat Piesslinger detaillierte Messprotokolle aufzuweisen. Kein Wunder, dass bei so viel Kontrolle eigentlich gar nichts mehr schief geht. Das Problem sei vielmehr, die mit dem Messen beauftragten Mitarbeiter bei der Stange zu halten: "Es ist schon wenig inspirierend, immerzu zu messen, ohne dass es jemals echte Abweichungen oder gar einen Handlungsbedarf gibt. Deshalb rotieren die Kollegen regelmäßig", berichtet Grau.

4 FRAGEN AN...

Boris Grau, Laborleiter bei Piesslinger

Boris Grau

Boris Grau

Wie viel Manpower ist nötig, um die hohen Auflagen der GSB AL 631 zu erfüllen?

Zwei Mitarbeiter kümmern sich kontinuierlich um die Richtlinie bzw. darum, dass die Qualität stimmt.

Haben Sie überhaupt noch Reklamationen bei Ihren Beschichtungen?

Nein, wir sind quasi reklamationsfrei. Die Qualität stimmt einfach. Es kommt höchstens einmal vor, dass durch den Transport ein Kratzer auf der Ware ist.

Erfüllen Sie in Ihrem Unternehmen noch weitere GSB-Richtlinien wie die ST 663 für Stahl oder die IQC QR 654 für Korrosion?

Nein, die am Markt befindlichen Eisenvorbehandlungen sind zwar im Laufe der Jahre schon sehr gut geworden, aber sie sind unserer Meinung nach noch nicht in der Lage, Eisenoberflächen so zu veredeln, dass sie unseren eigenen, sehr hohen Ansprüchen gerecht werden. Deshalb konzentrieren wir uns auf Aluminium.

Wieso sollten andere Lackierbetriebe die GSB-Richtlinie anwenden?

Weil sie dem Betrieb und somit seinem Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit gibt, das sich sonst nicht finden lässt. Nicht von ungefähr sind wir so gut ausgelastet, unsere Kunden wissen, dass wir wirklich die bestmögliche Qualität liefern. Wir arbeiten für diverse Fenster- und Metallbauer, Philips, Loewe, Bang & Olufsen, Hans Grohe und viele weitere, sehr namhafte und internationale Kunden. Und sie kommen immer wieder auf uns zu, weil ihre Bauteile ohne Makel und Fehler direkt in die Weiterverarbeitung gelangen.

Piesslinger GmbH, A-Molln, Boris Grau, Tel. +43 7584 2456-230, boris.grau@piesslinger.at, www.piesslinger.at

Dieser Beitrag stammt aus der Kategorie: ,

Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben

Sie sind nicht eingeloggt

Kontakt

Marko Schmidt

Marko Schmidt

Redaktion

BESSER LACKIEREN

Tel.: +49 511 9910-321

zum Formular

Technik & Produkte

Technik & Produkte: 19.10.2018

Achtung Steinschlag

Die Steinschlagprüfung simuliert Schäden am Fahrzeug und ist eine Methode mit relativ geringem Prüfaufwand. Dennoch sollten Anwender auf diese Parameter und Eigenschaften der Prüfmaterialien achten.

mehr