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Pulverbeschichten

Pulverbeschichten: 26.02.2019

Neue Dimensionen

Hennecke GmbH investiert in Meeh-Anlage

Der Verkauf der Walter Th. Hennecke GmbH an die litauische Umega Group AB im Jahr 2016 war für das Unternehmen der Anlass, die Produktion auszubauen und in neue Technologien zu investieren.

In der neuen Anlage werden u. a. großflächige Gehäuseteile beschichtet. Foto: Meeh

In der neuen Anlage werden u. a. großflächige Gehäuseteile beschichtet. Foto: Meeh

Dazu zählte eine Pulverbeschichtungsanlage vom schwäbischen Hersteller Meeh, um flexibler auf Kundenanforderungen zu re­agieren. Das Unternehmen produziert Blechbauteile, Komponenten und komplette Systembaugruppen für Industriekunden. Gefertigt wird auf rund 35.000 m2 Betriebsfläche mit 270 Mitarbeitern.

360 Farben, 32 Lacklieferanten

Bereits seit 1997 setzt man am Standort Etscheid auf die Pulverbeschichtung. Nahezu 80% aller erzeugten Produkte, die das Unternehmen fertigt, werden gepulvert – in jeder Farbe, in jeder Größe, mit hohem de­korativen Wert und immer in Top-Qualität – ganz indivi­du­ell nach Kundenwunsch. Hennecke stellt seinen Kunden aktuell hunderte verschiedene Pulverfarben zur Verfügung, wobei meistens die Kunden selbst die Lieferanten vorgeben.

Zusätzliche Kapazitäten durch neue Anlage

Trotz einer bereits vorhandenen P&F-Anlage mussten bisher Bauteile extern beschichtet werden, weil man immer wieder an die Kapazitätsgrenzen stieß. Um unabhängiger, schneller und sicherer agieren zu können, hat sich die Geschäftsführung entschieden, in eine zusätzliche Pulverbeschichtungsanlage zu investieren. "Die Beschichtung entwickelte sich zunehmend zum Flaschenhals. Gleichzeitig stiegen die Kundenanforderungen stetig – nicht nur an die Qualität, sondern auch an kürzere Durchlauf- und Lieferzeiten. Viele Bauteile sind Sichtteile, da kommt es auf die Qualität an", berichtet Lea Brackmann Projektingenieurin, die den Anlagenbau geplant und koordiniert hat. Nach der Invest-Entscheidung besuchte das Team um Bereichsleiter Dietmar Buchmüller mehrere Referenzanlagen und erstellte ein Anlagenkonzept mit genauem Lastenheft sowie klar definierten Qualitätsanforderungen. Die neue Anlage sollte in eine bereits bestehende Halle integriert werden. Dadurch wurden die Abmessungen der Beschichtungsanlage von vorne herein auf eine maximale Breite von 17,5 m und eine Länge von 28 m begrenzt. Mit der Umsetzung wurde der Anlagenbauer Meeh beauftragt. Bei der neuen Anlage handelt es sich um eine "Jumbo-Coat"-Kompaktanlage, in die die Firmenfarben des Unternehmens Hennecke integriert sind. Die Anlage umfasst eine Waschkabine zum Entfetten/Phosphatieren und Passivieren mit einem Waschautomaten für Teile bis 1000 mm Breite und einer manuell ge­führten Waschlanze für Großteile bis 2500 mm Breite. Die Medien werden über einen Pumpen­sumpf und eine Filteranlage in den Kreislauf zurückgeführt. Die Pulverkabine mit Bodenabsaugung ist mit einer Teilberostung, entsprechend der geforderten Begehbarkeit, ausgestattet. In der neuen Anlage können Werkstücke mit einer maximalen Größe von 5 x 2,5 x 2,5 m (L x B x H) und 1 t Gewicht beschichtet werden. "Das sind ideale Voraussetzungen für großflächige Gehäuseteile und auch einzelne Stahlkonstruktionen", sagt Werner Reitz, Leiter der neuen Beschichtungsanlage.

Öfen und Fördertechnik

Bei der Hennecke-Anlage wurde speziell darauf geachtet, dass Pulvereinbrennofen und Haftwassertrockner getrennte Zuluft haben, um eine eventuelle Ausscheidung von Pulverschwebstoffen bei niedrigerer Temperatur im Haftwassertrockner zu vermeiden. Man entschied sich für zwei getrennt beheizbare Öfen, Haftwassertrockner und Einbrennofen, um prozess­un­abhängig trocknen und einbrennen zu können. Beide Öfen sind für schwere Lasten auch mit Stapler befahrbar. Bei dem Fördersystem kommen I-Träger zum Einsatz, auf deren unteren Schenkeln die Rollapparate der Werkstück-Traversen laufen. Über eine elektrische Querfahrbühne werden die Werkstück-Traversen vor den Kabinen positioniert und von Hand eingeschoben. Hinter dem großzügigen Parkplatz befindet sich eine zweite Querfahrbühne mit integrierter Hub-Senkstation. Somit kann die Werkstückauf- und -abgabe flexibel in jeder Parkposition und zu jedem Zeitpunkt ergonomisch erfolgen.

Wasseraufbereitung erweitert

Eine besondere Aufgabe be­stand darin, die bisherige Wasseraufbereitung in die neue Technik einzubinden. Da Hennecke bereits über eine Pulveranlage verfügte, deren Abwasser über eine Verdampferanlage aufbereitet wird, sollte auch das Abwasser der Meeh-Anlage dieser Verdampferanlage zugeführt werden, um auch an der neuen Anlage in Zukunft umweltschonend, ohne Abwasser, arbeiten zu können. Das von Meeh standardmäßig ausgeführte Vorbehandlungsverfahren wurde auf diesen speziellen Kundenwunsch hin angepasst. Hierbei flossen die langjährigen Erfahrungen von Hennecke ein, sodass der Waschprozess der neuen Anlage den höchsten Qualitätsansprüchen entspricht. Zudem konnte der rheinische Blechbearbeiter, dank der neuen Technik, die von Kunden vielfach gewünschte Doppelbeschichtung im Großteilebereich weiter ausbauen. "Wir können schneller auf die Produkte aus unserer eigenen Fertigung und damit flexibler auf die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden reagieren", fasst Buchmüller zufrieden zusammen. Durch die Kapazitätserweiterung konnte rückblickend nicht nur die Produktivität auf der bestehenden P&F-Anlage verbessert werden, sondern es wurde dort auch, durch die gezielte Belegung der Automatik-Kabine inkl. Rückgewinnung, der Pulververbrauch reduziert. Die bestehende Anlage ist jetzt besser ausgelastet, da sie mit längeren Laufzeiten in einem Farbspektrum betrieben werden kann. Schnelle Farbwechsel sowie Doppelbeschichtung und große Bauteile finden wiederum auf der neuen Anlage ihren Platz

Zum Netzwerken:
Walter Th. Hennecke GmbH, Neustadt/Wied, Dietmar Buchmüller, Tel. +49 2683 3008-0, info@hennecke.de, www.hennecke.de;

Meeh Pulverbeschichtungs- und Staubfilteranlagen GmbH, Wimsheim, Ulrich Meeh, Tel. +49 7044 95151-0, info@jumbo-coat.de, www.jumbo-coat.de

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