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Pulverbeschichten

Pulverbeschichten: 03.06.2011

Praxisrelevante Schadensfälle im Fokus

Fehlerhafte Oberflächen und Reklamationen verteuern die Produktion. Dr. Thomas Herrmann erläutert, wie bei Bleichflecken an Pulverbeschichtungen vorzugehen ist und welche Ursachen möglich sind.

Auf der pulverlackierten  Metalloberfläche ist die  Ausbildung von Bleichflecken deutlich erkennbar. Quelle: Dr. Herrmann

Auf der pulverlackierten  Metalloberfläche ist die  Ausbildung von Bleichflecken deutlich erkennbar. Quelle: Dr. Herrmann

Entscheider in der Lackiertechnik müssen das Qualitätsniveau ihrer Produkte gewährleisten und Schadensfälle vermeiden. Treten z.B. Bleichflecken auf, ist folgende Vorgehensweise sinnvoll und schützt vor unnötigen Folgekosten:

Ein pulverbeschichtetes Teil wird ausgeliefert. Nach einigen Monaten schickt der Kunde eine Reklamation an den Beschichter – mit einem Foto des Schadensbilds. Dieses zeigt die deutliche Ausbildung von Bleichflecken auf pulverlackierten Metalloberflächen unter einer Schrumpffolie oder einer Kunststoffabdeckung bei Lagerung der Gegenstände im Außenbereich. Der Untersuchungsansatz: Nach Abklärung der auf die Pulverlackoberfläche einwirkenden Einflüsse werden mehrere Ursachen als Auslöser der Schädigungen vermutet:

  • Feuchtigkeit
  • Eventuelle Weichmacher in den Kunststofffolien
  • Temperatureinwirkungen

Staunässe als Ursache

Mikroskopische Auflichtuntersuchungen und metallographische Querschliffe machen Unterschiede in der Oberflächenstruktur der Pulverlackierung deutlich – hier ist der geschädigte Bereich mit Aufhellungen zu erkennen. Quelle: Dr. Herrmann

Mikroskopische Auflichtuntersuchungen und metallographische Querschliffe machen Unterschiede in der Oberflächenstruktur der Pulverlackierung deutlich – hier ist der geschädigte Bereich mit Aufhellungen zu erkennen. Quelle: Dr. Herrmann

Anhand von orientierenden Versuchen ist abzuklären, welche der vermuteten Parameter einflussrelevant sind. Das Phänomen muss dann in Laborversuchen nachgestellt werden. Die Untersuchungen ergaben in diesem konkreten Fall, dass die Bleichflecken bei Wärmeeinwirkung verschwinden. Die Einwirkung der Weichmacher (Phthalate) verursacht vergleichbare Hellfärbungen. Allerdings ist die Einwirkung konzentrationsabhängig, hat starken Einfluss auf die Pulverlackstabilität und mindert den Glanz erheblich - diese Faktoren entsprechen messtechnisch nicht der reklamierten "Vergrauung". In umfassenden Laboruntersuchungen werden Unterschiede in der Oberflächenstruktur der Pulverlackierung erkennbar. Die orientierenden Laborbefunde deuten auf reversible Wassereinlagerung in den oberen Mikroporenschichten der Pulverlackierung hin. Der Effekt konnte in einem dafür entwickelten "Staunässetest" unter Laborbedingungen und in einem statischen Wasser-Wasserdampfgleichgewicht  simuliert werden.

Hier ist der ungeschädigte Bereich zu erkennen. Quelle: Dr. Herrmann

Hier ist der ungeschädigte Bereich zu erkennen. Quelle: Dr. Herrmann

Vergleichende Farb- und Glanzvermessungen auf dem geschädigten Musterteil und dem Laborpräparat ergaben identische Befunde, so dass die Schadensursache – Staunässe – geklärt werden konnte. Der Beschichter hat seine Produktion inzwischen auf eine Pulverlackformulierung umgestellt, die diesen Bleicheffekt nicht aufweist. Hierzu hat unser Labor im Vorfeld unterschiedliche Lacksysteme getestet und dem Lackieranlagenbetreiber eine Anwendungsempfehlung ausgesprochen. Diese gestattet eine reklamationsfreie Weiterführung der Produktion von Bauteilen, die unter Staunässebedingungen eingesetzt werden.

Dr. Herrmann GmbH & Co. Zentrum für Korrosionsschutz und Pulverbeschichtung KG, Dresden, Dr. Thomas Herrmann, Tel. +49 351 4961103, office@pulverlack-gutachter.de, www.pulverlack-gutachter.de, www.dr-herrmann-gmbh.de

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