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Pulverbeschichten

Pulverbeschichten: 13.09.2018

Werteschöpfung im Haus

Metallunternehmen MFT investiert in eigene Pulverbeschichtung

Die Metall-Form-Technik GmbH (MFT) aus Kolkwitz bei Cottbus bringt Aluminium, Stahl & Co. in jede Form und verfügt seit August 2017 über eine eigene Pulverbeschichtung. Die Technik, eine "Jumbo-Coat"-Anlage, stammt vom Wimsheimer Hersteller Meeh. Um Farbe auf die Metallbauteile zu bringen, setzte MFT-Geschäftsführer Lars Wertenauer bislang auf einen externen Lohnbeschichter.

MFT kann in der Anlage Werkstücke bis 7 m Länge, 2,5 m Breite und 2,5 m Höhe beschichten. Fotos: Meeh

MFT kann in der Anlage Werkstücke bis 7 m Länge, 2,5 m Breite und 2,5 m Höhe beschichten. Fotos: Meeh

Trotz der geografischen Nähe war der Aufwand enorm: Alle Einzelkomponenten mussten sorgsam verpackt, verladen und transportiert werden, um dann ausgepackt, beschichtet und erneut konfektioniert zu werden. Danach erfolgte die Montage bei MFT – gab es Reklamationen, gingen die Teile erneut zurück. Dass es so nicht weitergehen konnte, war Wertenauer klar: "Nicht nur bei uns, sondern in der gesamten Region war das Thema Lack das große Nadelöhr – in der Metallinnung war wirklich ein großer Leidensdruck zu spüren", berichtet er. MFT hat dieses Problem nun für sich gelöst – mit einer eigenen Pulverbeschichtung, in der sie zunehmend auch als Auftragnehmer für andere Betriebe lackieren. "Wir sind jetzt schon fast ausgelastet", erklärt Wertenauer zufrieden.  In der Anlage können Werkstücke mit einer Länge bis 7 m, einer Breite bis 2,5 m und einer Höhe bis 2,5 m beschichtet werden. Die Traversen tragen ein Werkstückgewicht bis zu 1000 kg. "Dank Rückgewinnungssystemen und Verdampfertechnologie läuft die Anlage abwasserfrei. Die Bauteile werden nach der Vorbehandlung mehrfach gespült und abschließend mit einer chromfreien Passi­vierung versehen", sagt Dietmar Damm, Vertriebsingenieur beim Wimsheimer Hersteller.

Teile mit Losgrößen zwischen 1 bis 20 Stück sowie Werkstücke mit komplizierten Geometrien werden manuell beschichtet.

Teile mit Losgrößen zwischen 1 bis 20 Stück sowie Werkstücke mit komplizierten Geometrien werden manuell beschichtet.

Abwasserfrei beschichten

Die Flüssigkeiten werden über einen Pumpensumpf in die Vorlagebehälter nach einer Filtration zurück geführt. Hinter der Anlage befinden sich die Prozessmedien. Hierzu gehören Vorlagebecken für Beize, Phosphat, Passivierung und die Kreislaufspülbehälter sowie eine große Vakuumdestillation. Die einzelnen Prozesskabinen der Anlage sind parallel angeordnet. Ganz links befindet sich die Vorbehandlungskabine. Ein Waschkranz fährt automatisiert durch die Kabine, sodass die Bauteile, auch bei mehrreihiger Anordnung, komplett umspült werden. Anschließend werden die Werkstücke über die elektrische Querfahrbühne in den Haftwassertrockner gefahren. "Er ist, wie auch der Pulvertrockner, mit einem zweistufigen Brenner ausgestattet und sorgt auf diese Weise für eine konstante Temperaturhaltung", berichtet Damm. Neben dem Haftwassertrockner befindet sich der Pulvertrockner, welcher über fünf Traversenplätze verfügt. Jede Traverse erhält bei der Ofenbestückung ihre – der Materialstärke entsprechende – Verweilzeit. Rechts vom Pulvertrockner befindet sich die manuelle Pulver­kabine mit Längsabsaugung und Zuluftführung über die Werkstück­einfahrtsöffnung. Die Teile mit Losgröße zwischen 1 bis 20 Stück sowie Werkstücke mit komplizierten Geometrien werden manuell beschichtet. Für größere Stückzahlen steht zusätzlich eine automatische Kunststoffkabine für schnellen Farbwechsel bereit, Typ "MagicCylinder" von Gema. Für den kontinuierlichen Transport der Traversen durch die Automatik-Kunststoffkabine mit Pulverrückgewinnung und Pulverwechselzentrum hat Meeh Reibradantriebe installiert, deren Geschwindigkeit über Frequenzumrichter geregelt wird.

VORTEILE
Von der Investition in die eigenen Pulverbeschichtung profitiert die Metall-Form-Technik (MTF) GmbH mehrfach: Das Unternehmen spart Fremdkosten, reduziert Handling und Logistik und optimiert die Qualität. Zunehmend etabliert sich MTF als Auftragnehmer für andere Betriebe.

Vor den einzelnen Kabinen befindet sich der großzügig dimensionierte Verladebahnhof mit seinen Traversen und zwei elektrischen Querfahrbühnen. Auf der anderen Seite vom Parkplatz wurde eine dritte Querfahrbühne mit integrierter Hub-Senkstation platziert. Damit ist eine flexible Be- und Entladung der Traversen an jedem Parkplatz möglich. "Wir wollten mit diesem Invest die Qualität auf ein neues Niveau heben. Von Kundenseite werden immer häufiger Qualitätsnachweise gefordert, und so haben wir uns entschlossen, uns von der QIB zertifizieren zu lassen", sagt er. "Mit der Anlage haben wir eine Mehrfach-Win-Situation geschaffen: Wir sparen Fremdkosten ein und haben Handling und Logistik ganz stark reduziert", erklärt Wertenauer zufrieden. "Dabei haben wir unser Portfolio erweitert, bieten unseren Kunden ein größeres Leistungsspektrum und haben zugleich eine neue Wertschöpfung in unserem Hause etabliert, die nach wenigen Monaten voll ausgelastet war." Und nicht zuletzt haben die Kollwitzer die Qualität ihrer Beschichtung auf ein ganz neues Level gebracht.

Zum Netzwerken:
Metall-Form-Technik GmbH, Kolkwitz, Lars Wertenauer, Tel. +49 355 493632-80, pulverbeschichtung@mft-kolkwitz.de, www.mft-kolkwitz.de

Meeh Pulverbeschichtungs- und Staubfilteranlagen GmbH, Wimsheim, Dietmar Damm, Tel. +49 7044 95151-0, d.damm@jumbo-coat.de, www.jumbo-coat.de

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