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28. Nov 2017 // Trocknen

Trocknungseignung schnell und einfach testen

Der Speziallichtquellenhersteller Heraeus Noblelight bietet seinen Kunden am Standort Kleinostheim ein neues, breit aufgestelltes Anwendungszentrum für die Strahlungstrocknung zu Testzwecken an. Das bisherige Testzentrum für UV wechselte von Hanau nach Kleinostheim.

Im Anschluss an die Lacktrocknung erfolgte die extensive Beprobung der beschichteten Teile. Foto: Heraeus

Zu den Ausstattungs-Highlights gehören ein elektrischer und ein gaskatalytischer IR-Ofen. Letzterer ist in eine Lackierlinie für Pulver- und Nasslack integriert, von der die beschichteten Teile mittels Hängeförderer in den Ofen gelangen. Das Anwendungszentrum bietet u.a. Lackherstellern die Möglichkeit, ihre Lacke unter den unterschiedlichsten Bedingungen zu trocknen. So ist einerseits die Tauglichkeit der Lacke hinsichtlich der verschiedenen Trocknungsmethoden überprüfbar, andererseits können angepasste Trocknungsempfehlungen für Standard- und Speziallacke entwickelt werden. Philipp Habert, Leiter des IR-Testcenters betont: "Die Lackhärtung kann nun umfassend in einer Halle mit allen Strahlenquellen von UV bis Infrarot untersucht werden. Egal was der Lack erfordert oder ob ein Kunde Lacke mit verschiedenen Anforderungen dabei hat, wir können professionell die Aushärtungsparameter ermitteln!" Insbesondere IR-Trocknung ist aufgrund einer raschen Erwärmung und eines geringen Platzbedarfs eine attraktive Wärmequelle. Eine Umsetzung des Prinzips bieten gaskatalytische Infrarotsysteme. Bei dieser Technik werden Erd- und Propangas mittels eines speziellen Platinkatalysators in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. So wird gaskatalytisch mittel- bis langwellige Infrarotstrahlung freigesetzt. Diese flammenlose Reaktion erfolgt bei Oberflächentemperaturen des Strahlers von 175 °C  bis 480 °C, ohne die Freisetzung von Stickoxiden oder Kohlenmonoxid. Die Strahlungsintensität ist in einem Bereich von 0 - 100% stufenlos regelbar. Es wird eine maximale Flächenleistung von 20 kW/m2 erzeugt, die gleichmäßig über große Flächen verteilbar ist. Die emittierte Strahlung liegt im Bereich von 3,5 µm - 5,5 µm und somit im Absorptionsspektrum von Pulverlacken und Wasser. Als erster Pulverlackhersteller hat Brillux das neue Angebot genutzt. Zwei Techniker von Brillux Industrielacke machten sich im Rahmen der neuen Workshop-Reihe "Gascat Days" zunächst mit der Theorie und Praxis der gaskatalytischen IR-Wärme vertraut. Im Anschluss testeten die Experten über zwei Tage die Wirkung eines gaskatalytischen Ofens auf neun verschiedene Brillux Polyester- und Polyurethanpulverlacke. Dabei wurden intensive Tests mit auf unterschiedlichen Härtersystemen basierenden außenbeständigen Standard- und Speziallacken durchgeführt. Bereits nach sehr kurzer Trocknungszeit war eine gute Haftfestigkeit der Beschichtungen erreichbar. Gitterschnittprüfung und Impact-Test lieferten sehr gute Werte. Beim Impact-Test widerstanden die Beschichtungen beispielsweise bis zu 160 inch-pound. Unabhängig vom untersuchten Lacksystem zeigte sich eine deutliche Reduktion der benötigten Aufheizzeiten und der Haltezeiten um 15% - 50%. Bei Polyesterpulverlacken verringerte sich die Haltezeit beispielsweise von zehn Minuten auf fünf Minuten. Dr. Sälker von Brillux Industrielacke hält fest: "Die durchgeführten Versuche waren überaus erfolgreich. Es bleibt festzustellen, dass sich ganz unterschiedliche Pulverlacksysteme schnell, effizient und vollständig aushärten lassen."

Zum Netzwerken:
Heraeus Noblelight GmbH, Kleinostheim, Ulrich Schneider, ulrich.schneider@heraeus.com, www.heraeus-noblelight.com
Brillux GmbH & Co. KG Industrielack, Unna, Dr. Reiner Sälker, Tel. +49 2303 8805-149, r.saelker@brillux.de, www.brillux-industrielack.de

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