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24. Mai 2021 // Mess- und Prüftechnik

Farbtöne von Effektbeschichtungen messen

David Hoffmann und Marko Schmidt

Das jetzt veröffentlichte Video der Reihe „Prüfungen auf dem Prüfstand“ befasst sich mit der Farbmessung von Effektbeschichtungen. Es erläutert, wie Lackanwender diese Prüfung richtig durchführen und worauf zu achten ist. Sie erhalten Tipps und Tricks für die optimale Anwendung.

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Mit modernen Messgeräten können Anwender nicht nur die winkelabhängige Farbtonänderung messen, sondern auch die Ausprägung, Verteilung und Intensität des Effekts charakterisieren.
Foto: Redaktion

Der Farbton ist einer der wesentlichsten Eigenschaften einer Beschichtung. Entsprechend viel Aufwand wird bei der Bestimmung des Farbtons betrieben, z.B. zum Abgleich mit vorgegebenen Farbtonwerten, Urmustern oder Vergleichsbeschichtungen. Allerdings kann die Farbmetrik bis heute nicht vollumfassend die visuelle Wahrnehmung von Farbtönen und von Farbtonunterschieden widerspiegeln. Umso wichtiger ist es, dass Farbmessgeräte auf die zu vermessenden Beschichtungen abgestimmt sind. Hierfür ist eine entsprechende Fachkenntnis des Prüfers unerlässlich, um Fehler in der Anwendung zu vermeiden. Einer der typischsten und zugleich gravierendsten Fehler ist die Messung von Effektlacken mit Einwinkelfarbmessgeräten.

Effektlacke zeichnen sich dadurch aus, dass Farbton- und Effekteindruck abhängig vom Betrachtungswinkel sind. Hierunter fallen z.B. Metallic-Farbtöne oder Perl­glanzfarbtöne. In dem Zusammenhang ist oft vom Flop des Farbtons die Rede, womit man genau diesen winkelabhängigen Farbton bzw. dessen Helligkeit meint. Entsprechend müssen diese Farbtöne mit Mehrwinkelfarbmessgeräten vermessen werden. Üblich sind hier die Messwinkel 15° / 25° / 45° / 75° und 110°, teilweise auch -15°. Dabei werden die Werte L* (für die Helligkeit), a* (für den rot-grün-Wert) und b* (für den blau-gelb-Wert) im sogenannten CIE-Lab-Farbraum ermittelt. Je nach Effektintensität können sich die Messwerte der jeweiligen Messwinkel mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden. Bei Uni-Farbtönen ist das nicht bzw. deutlich reduziert der Fall. Normale Farbpigmente streuen das einfallende Licht diffus, also winkelunabhängig mit relativ gleichmäßiger Intensität. Der Farbton ist also immer gleich, unabhängig davon, aus welchem Winkel man die Oberfläche betrachtet. Demnach ist hier ein Farbmessgerät mit nur einem Messwinkel völlig ausreichend, um den Farbton zu vermessen.

Messen Anwender einen Uni-Farbton mit einem Mehrwinkelfarbmessgerät, ist das unkritisch. Der Prüfer misst lediglich über zu viele Winkel und erhält mehr Informationen, als benötigt werden. Kritisch und fehleranfällig ist die Messung eines Effektlacks mit einem Einwinkelfarbmessgerät, da der Farbton dann lediglich im 45°-Winkel vermessen wird.

Bei der Farbmessung ist es also essentiell im Vorhinein festzustellen, um welche Art Beschichtung es sich handelt bzw. ob es eine winkelabhängige Veränderung des Farbtons und des Effekts gibt. Entsprechend muss das Messgerät ausgewählt werden. Moderne Messgeräte können nicht nur die winkelabhängige Farbtonänderung messen, son­dern auch die Ausprägung, Verteilung und Intensität des Effekts charakterisieren. Das erhöht zwar die Genauigkeit der Übereinstimmung messwertgleicher Farbtöne, ein visueller Abgleich ist aber nach wie vor unverzichtbar.

Sie können das Video hier anschauen.

Zum Netzwerken:

DFO e.V., Neuss, David Hoffmann, Tel. +49 2131 40811-12, hoffmann@dfo-online.de, www.dfo.info

 

Vincentz Network, Hannover, Redaktion BESSER LACKIEREN, Marko Schmidt, Tel. +49 511 9910-321, marko.schmidt@vincentz.net, www.besserlackieren.de

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