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19. Mai 2022 // Umwelttechnik

Brandschutz in automatischen Nasslackieranlagen

Im aktuellen Netzwerk Wissen gibt Reinhard Deseife, Geschäftsführer der STS Brandschutzsysteme GmbH, Tipps zum Brandschutz in automatischen Nasslackieranlagen.

Porträtfoto Reinhard Deseife
Reinhard Deseife, Geschäftsführer der STS Brandschutzsysteme GmbH, weist darauf hin, dass CO2 als Löschgas zwei Eigenschaften miteinander kombiniert: Es entzieht dem Feuer den Sauerstoff und kühlt gleichzeitig den Löschbereich.
Foto: STS

Bei Brandschutzvorschriften für Nasslackieranlagen muss man unterscheiden, ob die Applikation manuell oder automatisch erfolgt. Automatische Lackieranlagen müssen nach DIN EN 16985 mit einer aktiven Branderkennung ausgestattet sein. „Dies gilt natürlich auch für die Applikation mit einem Roboter und ist unabhängig davon, ob der Lackauftrag elektrostatisch oder luftgestützt erfolgt“, erklärt Reinhard Deseife. „Benötigt der Lackierprozess jedoch einen Mitarbeiter, der Werkstücke aufgibt, wendet oder abnimmt, dann handelt es sich nicht um eine automatische Anlage.“ Dann sind bei nicht elektrostatischen Systemen keine aktive Branderkennung und automatische Brandlöschung erforderlich.
Zu einer aktiven Branderkennung nach DIN EN 16985 gehören u.a. die Funktionen „Erkennen des Brandes“, „Abschalten der Lackieranlage“ und „Auslösen des Löschprozesses“. Damit die Branderkennung einwandfrei funktioniert, sind optische Sensoren installiert. Deseife macht darauf aufmerksam, dass diese verschmutzen können und deshalb kontinuierlich mit Spülluft gereinigt werden. Außerdem wird ihr Verschmutzungsgrad automatisch überwacht. Für die Brandlöschung kommt in Lackieranlagen in der Regel CO2 zum Einsatz. Dieses Löschgas kombiniert – anders als Argon und FM200 – zwei Eigenschaften miteinander: Es entzieht dem Feuer den Sauerstoff und kühlt gleichzeitig den Löschbereich. „Weil diese Kühlung sehr schnell geschieht, verhindert CO2 die Rückzündung des entzündeten Materials.“ Die Brandlöschung mit Gas ist idealerweise anzuwenden, um Schäden z.B. durch Wasser zu vermeiden. Möglich ist auch, ein übergeordnetes Löschsystem, wie z.B. eine Sprinkleranlage der Produktionshalle für die Kabinenlöschung zu integrieren. Zu beachten sind außerdem die Hinweise der DGUV-Information 205-026 „Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen“.

Zum Netzwerken:

STS Brandschutzsysteme GmbH, Friolzheim, Reinhard Deseife, Tel. +49 7044 94170, r.deseife@sts-brandschutz.de, www.sts-brandschutz.de

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