Maßgeschneidert und kosteneffizient

In dem aktuellen europäischen Forschungsprojekt „DECADES“ geht es um die Entwicklung biobasierter Lösemittel für nachhaltige Prozesse.

Symbolfoto: Gießen einer Flüssigkeit aus einem Becherglas in ein Reagenzglas
Lösemittel auf biologischer Basis sind für Lack verarbeitende Unternehmen leistungsfähige Foto: AdobeStock

„DECADES“ ist ein Kooperationsprojekt unter Federführung der Leibniz Universität Hannover (LUH). Es hat zum Ziel, nachhaltige Lösemittel im europäischen Biotech-Sektor zu entwickeln und somit zur Erreichung der Ziele des European Green Deal-Programms der Europäischen Kommission beizutragen. Dafür haben sich sechs Universitäten aus Deutschland, Österreich, Spanien und den Niederlanden sowie zehn Industriepartner aus unterschiedlichen EU-Ländern zusammengetan. Die chemische Industrie steht derzeit vor der herausfordernden Transformation, klassische, auf Erdöl basierende Herstellungsprozesse von Chemikalien durch nachhaltige, biobasierte Produkte im Sinne einer zirkulären Bioökonomie zu ersetzen. Insbesondere Lösemittel spielen in der chemischen Industrie entlang der gesamten Produktionskette eine entscheidende Rolle. Trotz des erfolgreichen Trends, den Lösemittelanteil zu reduzieren, sind sie unentbehrlich u.a. als Verarbeitungshilfsmittel. Dies schafft einen dringenden Bedarf an neuartigen Lösemitteln, die Syntheseverfahren erheblich verbessern können und gleichzeitig umweltschonend und kosteneffizient für die industrielle Bioökonomie sind. Das Forschungsprojekt will durch die „Safe and Sustainable- by-Design“-Lösemittel die Effizienz und Nachhaltigkeit der industriellen Biokatalyse steigern und alle wichtigen Aspekte ganzheitlich betrachten. Dazu zählen die biogene Herkunft der Rohstoffe, der Einsatz effizienter (Bio-)Katalysatoren mit verminderten Umweltauswirkungen, umweltfreundliche Prozessbedingungen und maßgeschneiderte nachhaltige Lösemittel. Zudem möchte das Projekt Ausbildungslücken füllen und den steigenden Fachkräftemangel abfedern, indem die führenden europäischen akademischen und industriellen Partner in der Ausbildung zusammengebracht werden – im Sinne dessen, dass Bildung auf allen Ebenen ein entscheidender Schlüssel zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele ist. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen der HORIZON Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahme Doctoral Networks gefördert.

Zum Netzwerken:

Leibniz Universität Hannover (LUH), Institut für Technische Chemie, Hannover, Prof. Dr.-Ing. habil. Selin Kara, Tel. +49 511 762-3167, selin.kara@ iftc.uni-hannover.de, www.tci.uni-hannover.de

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