In Energieeffizienz investieren

Die Energieversorgung durch fossile Brennstoffe ist derzeit in aller Munde. BESSER LACKIEREN hat bei industriellen Lackierbetrieben, Beratern und Anbietern von Lackiertechnik nachgefragt, wie sie sich der Herausforderung stellen.

Blick in Ofen mit eingeschalteten IR-Strahlern
Schalten Anlagenbetreiber einen Infrarot-Booster vor einen konventionellen Ofen Foto: Heraeus Noblelight

Zur Frage, mit welchen technologischen Maßnahmen Anlagenhersteller Lackanwender unterstützen können, um sich von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen und die steigenden Energiekosten in den Griff zu bekommen, sagt Jörg Wöll, Vertriebsleiter Deutschland bei Heraeus Noblelight, ein Weg seien flexible und intelligente Lösungen mit elektrischen Infrarot-Strahlern. Diese ermöglichten es, Energie nur dann einzusetzen, wenn sie gebraucht werde, mit sehr schnellen Reaktionszeiten und gezielter Zonenschaltung.
Für Sebastian Merz, geschäftsführender Gesellschafter der b+m surface systems GmbH, zählt die Umstellung der Luftaggregate und Trockner von Gas auf Strom und Wasserstoff zu den möglichen Lösungen. Eine sofortige erhebliche Energieeinsparung könne auch durch die Umstellung der Overspray-Filterung der Kabinenluft von Nass- auf Trocken- oder Hybridauswaschung erreicht werden.
Technologisch habe die SLF Oberflächentechnik GmbH von Strom über Warmwasser, Fernwärmeanschluss, LPG-Betrieb oder BHKW-Anschluss alles bereits in Projekten umgesetzt, so Daniel Kamer, Leiter After-Sales-Service. Gas war bis dato immer der günstigste Energieträger zur Wärmeerzeugung. Durch Eigenproduktion – z.B. Strom / Warmwasser – könnten die Energiekosten planbar gestaltet werden. Befragt nach alternativen und regenerativen Energiequellen, weist er darauf hin, dass Biogas und Wasserstoff in der Direktverbrennung möglich seien. Strom aus regenerativen Quellen sei ebenfalls eine Alternative zu fossilen Brennstoffen.
Ebenfalls mit Blick auf alternative und regenerative Energiequellen sagt Dr. David Hoppmann vom Product Development bei der Eisenmann GmbH, der Einsatz alternativer Brennertechnologie ermögliche es, Öl, LPG oder Strom als Energieträger für die energiesichere Produktion zu nutzen. Langfristig werde die Frage, welche Energie am Standort am günstigsten und sichersten verfügbar ist, das Beheizungskonzept der Lackieranlage bestimmen. Insbesondere würden zukünftig Wasserstoff, Holz, Biogas und Strom vermehrt zum Einsatz kommen.
Nach Dieter Quast von Lackieranlagen-Technik könnte die Beheizung des Warmwassers z.B. über ein Blockheizkraftwerk mit ausreichender Speicherkapazität erfolgen. Er empfiehlt hybride Heizsysteme, z.B. Warmwasser und Gas, um nach Bedarf und Verfügbarkeit zu wählen. „Bei von uns geplanten Neu-Aggregaten ist die Vorbereitung für hybride Beheizung bereits enthalten. Gegebenenfalls kann man von Erd- auf Flüssiggas umstellen. Bestehende Gasleitungen könnten für eine spätere Wasserstoff-Beimischung angepasst werden. Bei bestimmten Anwendungen ist IR-Trocknung sinnvoll“, so Quast.

Im ausführlichen Artikel in BESSER LACKIEREN 13/2022 erfahren Sie mehr zu den Möglichkeiten alternativer Energiequellen und zu Energieeinsparungsmöglichkeiten im Lackierprozess.

Zum Netzwerken:

b+m surface systems GmbH, Eiterfeld, Sebastian Merz, Tel. +49 6672 9292-0, s.merz@bm-systems.com, www.bm-systems.com


Eisenmann GmbH, Böblingen, Dr. Ing. David Hoppmann, Tel. +49 7031 78-2101, david.hoppmann@eisenmann.com, www.eisenmann.com


Heraeus Noblelight, Hanau, Jörg Wöll, Tel. +49 6181 357156, joerg.woell@heraeus.com, www.heraeus-noblelight.com


Lackieranlagen-Technik, Mölln, Dieter Quast, Tel. +49 170 4188484, info@lackieranlagen-technik.com, www.lackieranlagen-technik.com


SLF Oberflächentechnik GmbH, Emsdetten, Daniel Kamer, Tel. +49 2572 1537-250, d.kamer@slf.eu, www.slf.eu

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