Industrielle Anwendungen Automobillackierung
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Effizient lackieren
Magna Steyr in Graz hat seine Lackierprozesse modernisiert und setzt nun einen Niedrigtemperatur-Lackierprozess ein. Damit können auch empfindliche Kunststoffanbauteile wie Stoßfänger oder Radkastenblenden gemeinsam mit der Karosserie beschichtet werden – und das bei deutlich gesenktem Energieeinsatz.
In der Klein- und Sonderserienfertigung der Automobilindustrie gewinnen flexible Lackierlösungen zunehmend an Bedeutung. Magna Steyr reagiert auf diesen Trend und hat in seinem Werk in Graz einen Niedrigtemperatur-Lackierprozess (NT-Prozess) eingeführt. Dieser ermöglicht es, Kunststoffanbauteile direkt mit der Karosserie zu lackieren, ohne dass diese Bauteile durch zu hohe Temperaturen Schaden nehmen. Die Einbrenntemperatur liegt nun bei nur noch 80 bis 100 °C – gegenüber den üblichen 140 °C.
Ein Grund für diese Umstellung liegt laut Klaus Pirker, Director CoC (Center of Competence) Painted Body, in den veränderten Anforderungen der OEMs: Kleinere Stückzahlen, kürzere Modellzyklen und ein wachsender Bedarf an Individualisierung machen eine neue Herangehensweise notwendig. Im klassischen Großserienprozess werden Kunststoffteile meist extern lackiert angeliefert – ein Vorgehen, das sich für Kleinserien wirtschaftlich kaum rechnet.
Neue Materialien für neue Prozesse
Technisch erfordert der NT-Prozess den Einsatz speziell entwickelter Materialien. So kommen Lacke und Klarlacke zum Einsatz, die bei niedrigen Temperaturen aushärten, ohne an Festigkeit oder Optik einzubüßen. Für die Haftung auf Kunststoffbauteilen werden darüber hinaus spezifische Haftvermittler benötigt.
Magna nutzt hierfür ein eigenes Prüflabor, das es erlaubt, Lackmaterialien direkt im Haus freizugeben – ein klarer Vorteil in einem Markt mit hoher Variantenvielfalt und kurzen Reaktionszeiten.
Logistiklösungen für mehr Varianten
Auch infrastrukturell hat sich das Werk in Graz auf die neuen Anforderungen eingestellt: Mehrere Lackierlinien, eine manuelle Kabine und ein flexibles Skid-Steuerungssystem mit Bypass-Optionen sorgen für einen effizienten Materialfluss. Zwischenlagerungen können bei Bedarf extern erfolgen, um den innerbetrieblichen Ablauf nicht zu beeinträchtigen.
Neben der gesteigerten Flexibilität bietet der NT-Prozess auch einen relevanten Beitrag zur Dekarbonisierung: Der reduzierte Energiebedarf macht ihn nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch attraktiv. Da die Lackierung zu den energieintensivsten Bereichen der Fahrzeugproduktion zählt, sieht Pirker in diesem Verfahren eine „Low-Hanging-Fruit“ zur Senkung der CO₂-Emissionen.
Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im vollständigen Artikel in Ausgabe 7/2025:
- Welche spezifischen Lackmaterialien im NT-Prozess zum Einsatz kommen
- Wie Magna seine Skid-Logistik an die neuen Prozessanforderungen angepasst hat
- Welche OEM-Freigaben bereits für den NT-Prozess vorliegen und welche noch geplant sind
Zum Netzwerken:
Magna Steyr Fahrzeugtechnik GmbH & Co KG, A-Graz, Klaus Pirker, Mobil: +43 664 8840-5879, klaus.pirker@magna.com, www.magnasteyr.com