Industrielle Anwendungen Lohnbeschichtung

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Große Teile, große Herausforderungen

Die Lohnbeschichter Giga Coatings und Hanse Schicht haben sich auf die industrielle Beschichtung großer Bauteile spezialisiert. Im Interview berichten die Geschäftsführer Ingo Wildermann und Lennard Böhm, wie Fördertechnik, Energieeinsatz und Materialhandling den Prozess maßgeblich beeinflussen – und warum Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist.

Porträttfotos von I. Wildermann und L. Böhm

Die industrielle Beschichtung großer Bauteile stellt Betriebe vor besondere Herausforderungen – nicht nur bei der Applikationstechnik, sondern bereits bei der Logistik, dem Handling und der Vorbehandlung. Giga Coatings und Hanse Schicht haben sich auf genau diese Aufgabenstellung spezialisiert. Im Gespräch mit BESSER LACKIEREN erläutern die Geschäftsführer Ingo Wildermann und Lennard Böhm, worauf es bei Großteilen wirklich ankommt.

Wildermann, Geschäftsführer von Giga Coatings, verweist auf die Bedeutung automatisierter Prozesse: „Unsere Bauteile wiegen mehrere Tonnen, da ist ohne Kräne und höhenverstellbare Arbeitsbühnen kein sicheres Arbeiten möglich.“ Bei Hanse Schicht hingegen wird weitgehend manuell gearbeitet – das erfordert ausgeklügelte Traversen- und Fördertechnik. Böhm berichtet: „Nach dem Austausch der Lager in unseren Traversensystemen können zwei Personen nun Bauteile bewegen, für die vorher acht nötig waren.“

Energiebedarf und Fördertechnik im Fokus

Bei der Verarbeitung großer und massiver Stahlteile spielt der Energiebedarf eine zentrale Rolle. Beide Unternehmen setzen auf unterschiedliche Strategien zur Einsparung. Hanse Schicht plant eine adiabatische Hallenkühlung, da Teile mit bis zu 240 °C aus dem Ofen kommen. Giga Coatings dagegen prüft Wärmerückgewinnung aus der Ofenabluft und hat bereits die Entfettungstemperatur gesenkt.

Auch die Vorbehandlung unterscheidet sich deutlich: Während Giga Coatings auf ein chemisches Verfahren mit neun Bädern setzt, vertraut Hanse Schicht auf mechanische Methoden – inklusive Hochdruckwasserstrahlen mit 2500 bar und verschiedenen Strahlmitteln.

Applikation mit System

In der Pulverbeschichtung haben beide Unternehmen auf HDLV-Technologie umgestellt – mit deutlichen Vorteilen. „Wir haben den Pulververbrauch um ein Viertel reduziert“, berichtet Böhm. Wildermann ergänzt: „Wir arbeiten mit bis zu zwölf Pulversystemen. Deshalb ist die Automatisierung der Applikationsparameter bei uns ein Muss.“

Beide Geschäftsführer sind sich einig: Die Größe der Bauteile erfordert weit mehr als nur passende Anlagentechnik – sie verlangt Know-how, Erfahrung und hohe Flexibilität. „Es geht nie nur ums Beschichten“, so Wildermann. „Wer Großteile veredeln will, braucht durchdachte Prozesse von Anfang bis Ende.“

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 9/2025:

  • Welche Applikationssysteme bei Giga Coatings und Hanse Schicht im Detail eingesetzt werden
  • Wie mit wechselnden Bauteilgeometrien in der Praxis umgegangen wird
  • Warum Vorbehandlung und Logistik bei Großteilen entscheidend für die Beschichtungsqualität sind

Zum Netzwerken:
Giga Coating GmbH, Twist, Ingo Wildermann, Tel. +49 5936-9340-310, info@giga-coating.de, www.giga-coating.de

Hanseschicht GmbH, Hamburg, Lennard Böhm, Tel. +49 40 7566330, l.boehm@krebsgruppe.de, www.hanseschicht.de

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