Normen & Gesetze DIN Normen
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
➡️ Jetzt teilnehmen!
Das Material muss stimmen
Der DIN-Normenausschuss Beschichtungsstoffe (DIN NAB) bringt zentrale Prüfverfahren für Materialeigenschaften wie Dichte, Viskosität und Rheologie auf den aktuellen Stand der Technik. Damit reagiert er auf gestiegene Anforderungen an moderne Lacksysteme und deren reproduzierbare Qualität.
Die Leistungsfähigkeit industrieller Beschichtungssysteme hängt maßgeblich von exakt abgestimmten Materialeigenschaften ab. Damit Korrosionsschutz, Verlauf, Lagerstabilität oder die Applizierbarkeit zuverlässig funktionieren, müssen Parameter wie Dichte, Viskosität, Fließgrenze oder pH-Wert exakt bestimmt werden können. Der DIN NAB hat daher eine Reihe bestehender Normen überarbeitet und ergänzt, um diese Prüfverfahren an den heutigen Stand der Technik anzupassen.
Dichte, Viskosität und Rheologie im Fokus
So wurde die DIN EN ISO 2811-3 zur Dichtemessung mittels Schwingungsverfahren aktualisiert. Neu ist unter anderem die Vorgabe, Prüfproben vor der Messung zu entgasen, um konsistente Ergebnisse zu erzielen – besonders relevant bei pastösen Stoffen und Aerosolen.
Für die Viskositätsbestimmung stehen die überarbeiteten Normen DIN EN ISO 2884-1 und -2 bereit. Teil 1 behandelt die Messung der absoluten Viskosität bei hohen Scherraten mit Kegel-Platte-Geometrie. Die Norm wurde hinsichtlich Begrifflichkeiten, Gleichungen und Prüfberichterstellung überarbeitet. Teil 2 bezieht sich auf relative Viskositätsmessungen mit Scheiben- oder Kugelspindeln – auch hier wurde der Bezug zur relativen Viskosität explizit gemacht und die Durchführung präzisiert.
Ergänzend bietet die DIN EN ISO 3219-3 praxisnahe Empfehlungen für Versuchsaufbau und Auswertung bei Rotations- und Oszillationsrheometrie. Anwender finden dort Hinweise zur Gerätekonfiguration, zur Wahl der Messgeometrie sowie beispielhafte Auswertungen.
Neue Berichte zu Fließverhalten und Thixotropie
Auch die Charakterisierung pulverförmiger Beschichtungsstoffe ist in den Fokus gerückt: Die seit kurzem gültige DIN EN ISO 8130-15 beschreibt ein Verfahren zur Bewertung der Fließfähigkeit von Pulverlacken.
Ein weiteres wichtiges Update betrifft die Fließgrenze. Der Technische Report DIN CEN ISO/TR 20659-1 liefert Grundlagen und Ergebnisse eines Ringversuchs zur Bestimmung der Schubspannung, unterhalb derer ein Material nicht mehr fließt. Das Dokument zeigt, welche Relevanz die Fließgrenze u. a. für Lagerstabilität und Applizierbarkeit hat.
Der zweite Teil des Reports, DIN CEN ISO/TR 20659-2, widmet sich der Thixotropie – also der zeitabhängigen Strukturveränderung bei konstanter Scherbelastung. Auch hier wurde ein Ringversuch durchgeführt. Die Erkenntnisse helfen, die Wirkung von Rheologieadditiven besser zu bewerten und Lackformulierungen gezielt zu optimieren.
pH-Wert-Bestimmung aktualisiert
Schließlich wurden auch zwei Normen zur pH-Wert-Messung überarbeitet: DIN EN ISO 19396-1 beschreibt die klassische Bestimmung mit Glaselektrode, Teil 2 die ISFET-Technologie. Beide wurden begrifflich und methodisch vereinheitlicht und enthalten nun präzisierte Vorgaben zur Kalibrierung.
Mehr im Abo: In BESSER LACKIEREN erfahren Abonnenten im ausführlichen Artikel in Ausgabe 11/2025:
- Welche Normen speziell für Beschichtungsstoffe in der Entwicklung sind
- Wie die Ergebnisse aus Ringversuchen in die Normungsarbeit einfließen
- Welche Auswirkungen die neuen Vorgaben auf die Qualitätssicherung in Lackierbetrieben haben
Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin, Bernd Reinmüller, Tel. +49 30 2601-2447, bernd.reinmueller@din.de, www.din.de