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Einer weniger?

Der geplante Verkauf der Coatings-Sparte von BASF sorgt in der Lackierbranche für Unruhe. Besonders betroffen: Anwender von KTL-Systemen. Denn mit BASF droht einer der wenigen globalen Anbieter wegzufallen – mit gravierenden Folgen für Freigaben, Lieferketten und die Preisstabilität im Markt.

Eine Autokarosserie über einem KTL-Becken
Zukunft ungewiss: Der mögliche Verkauf der BASF Coatings-Sparte sorgt in der Lackierbranche für Unruhe – besonders für Anwender von KTL-Systemen stehen Versorgungssicherheit und Standortfragen im Fokus. Bild: KI-generiertes Bild erstellt mit Dall-E

Die Nachricht schlug in der Branche ein: BASF prüft den Verkauf seiner Coatings-Sparte. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Portfoliowechsel eines Großkonzerns erscheint, hat weitreichende Folgen – insbesondere für Beschichtungsbetriebe, die auf KTL- bzw. E-Coat-Systeme setzen. Denn BASF zählt zu den fünf global relevanten Anbietern von kathodischen Tauchlacken. Ein Rückzug oder Verkauf könnte das Marktgefüge spürbar verschieben.

Enger Markt, hohe Abhängigkeit

Der KTL-Markt ist ein technischer Spezialbereich, dominiert von wenigen Anbietern wie PPG, Axalta, Nippon Paint, Sherwin-Williams – und eben BASF. Kleinere Hersteller wie Dörken oder KCC bedienen vor allem Nischen oder regionale Märkte. Ein Wegfall von BASF würde die Zahl relevanter Player weiter reduzieren. Besonders für Automobilzulieferer mit herstellergebundenen Freigaben könnte das gravierende Folgen haben. Denn eine Umstellung auf andere Produkte ist nicht nur technisch aufwendig, sondern auch mit langwierigen Freigabeverfahren verbunden.

Versorgungsrisiken und Preisdruck nehmen zu

Ein möglicher Eigentümerwechsel bedeutet nicht nur Unsicherheit bei Produktverfügbarkeit und Support – er kann auch bestehende Kundenzulassungen gefährden. Gleichzeitig droht bei weniger Wettbewerb ein Anstieg der Preise. Besonders besorgniserregend ist zudem die mögliche Schwächung des Standorts Münster, einem zentralen Entwicklungszentrum für KTL-Produkte.

Doch der BASF-Fall ist kein Einzelfall. Er steht exemplarisch für die laufende Konsolidierung der Branche: In den vergangenen Jahren wechselten zahlreiche Lackhersteller den Eigentümer – von Mipa (WB Coatings, Z&S) bis zu Sherwin-Williams (Gross & Perthun). Auch Großkonzerne wie Kansai Helios oder Finanzinvestoren wie Fidelium Partners treiben die Umstrukturierung der Lackindustrie voran. Die Folge: Weniger Anbieter, mehr Marktmacht bei wenigen – und wachsende Anforderungen an Flexibilität und strategische Planung bei den Anwendern.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 12/2025:

  • Welche Folgen ein Verkauf der BASF Coatings-Sparte konkret für KTL-Anwender haben kann
  • Welche alternativen Anbieter im KTL-Segment technologisch mithalten können
  • Welche Maßnahmen Lackierbetriebe jetzt treffen sollten, um Risiken abzufedern