Marktgeschehen Trendbarometer
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Herausforderung Vielfalt
Im Frühjahr 2024 zeigte ein BESSER LACKIEREN Trendbarometer, dass die Lackapplikation im Vergleich zu den Schritten Vorbehandlung oder Fördertechnik und Intralogistik einen vergleichsweise geringen Automatisierungsgrad hat. In der aktuellen Umfrage zeigt sich nun, warum das so ist.
Gefragt, warum Lackierbetriebe nicht automatisieren oder welche Hürden es zumindest zu nehmen gilt, geben Nass- und Pulverlackierer recht ähnliche Antworten. So ergab sich in beiden Applikationsbereichen, dass die Variantenvielfalt eine entscheidende Hürde ist, die vor allem Lohnlackierer oder Inhouselackierer mit einem großen Teilespektrum trifft. Damit verbunden, bzw. die Variantenvielfalt auf die Spitze getrieben, nennen nicht wenige Anwender die Losgröße 1 als Hemmnis. Denn eine Programmierung für ein einzelnes Lackiergut bleibt bis auf weiteres ein zu großer Aufwand, auch wenn Anbieter von Lackierrobotern und Automaten beständig an der Weiterentwicklung von leichten Programmierlösungen arbeiten und auch immer wieder kräftig damit werben. So wird der Programmieraufwand ebenfalls oft als Hemmschuh genannt, hier fällt jedoch auf, dass Spritzlackierer diesen mit 62% deutlich häufiger nennen als Pulverlackierer, die nur zu 36% von einer Hürde ausgehen. Dies dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass in der Pulverlackierung der Pulverautomat recht verbreitet ist, der im Wesentlichen nur auf einer bis zwei Achsen arbeiten, da die Elektrostatik hier viel Arbeit übernimmt und diese Automaten für viele Aufgaben zu einer guten Lösung macht.
Komplexe Automatisierung beim Nasslack
Bei der Nasslackierung gibt es zwar ebenfalls elektrostatische Applikationsverfahren, dennoch ist der Lackierroboter, der sich auf sechs oder gar sieben Achsen bewegt, hier eher als Lösungsansatz zu finden als bei Pulverlackierern, was aber einen größeren Programmieraufwand bedeutet. Jeder zusätzliche Freiheitsgrad sorgt für zusätzliche Komplexität.
Vollautomatische Systeme, die Roboter komplett autonom führen und bei denen moderne Sensoren ggf. einer KI die komplexe Programmierung komplett ersetzen und autonom lackieren, erscheinen heutzutage greifbar, doch noch ist eine solche Gesamtlösung mit komplexen mehrachsigen Lackierrobotern am Markt nicht zu finden.
Dabei scheint der Bedarf gegeben, denn zu den Gründen, warum sich Lackierbetriebe gegen eine Automatisierung entscheiden gehört der Mangel an Fachpersonal für die Roboteranwendung, der bei den Spritzlackieren laut Umfrage ausgeprägter zu sein scheint als bei den Pulverlackieren.
Das sich die Automatisierung grundsätzlich lohnt, scheint dabei in der Branche Konsens zu sein. So geben 82% aller Lackierbetriebe an, sich wegen reproduzierbarer Qualität für die Automatisierung der Lackapplikation zu interessieren. Eng auf den Fersen sind dieser Einschätzung die möglichen Kosteneinsparungen, die derzeit allerdings nur zum Tragen kommt, wenn die bereits angesprochenen Faktoren Teilevielfalt und Programmieraufwand nicht zu stark wirken. Zudem werden die Investitionskosten von nicht wenigen Lackierbetrieben als Hemmnis betrachtet. „Bei uns war einmal Robotic/Cobotic geplant, ist aber dann aus finanziellen Gründen verworfen worden“, schreibt etwa ein Umfrageteilnehmer, der sich jedoch inzwischen durch eine Firmenübernahme Hoffnung macht, dass sich hier noch etwas dreht.
Interessiert sind alle
Andere sind gerade in der konkreten Umsetzung, wie ein weiterer Umfrageteilnehmer berichtet: „Programmerstellung und die Optimierung benötigen Zeit. Wir arbeiten mit Hochdruck an der automatischen Programmerstellung durch Scan oder CAD Datensätze.“
Interessant ist zudem, was bei der Umfrage überhaupt keine Rolle gespielt hat: So durften Lackierbetriebe durchaus angeben, dass die Automatisierung für sie keine Rolle spielt bzw. für sie uninteressant sei. Davon hat jedoch niemand gebraucht gemacht. Am Willen mangelt es also nicht.
BESSER LACKIEREN befragt für jede Ausgabe Entscheider aus der industriellen Lackiertechnik zu einem aktuellen Thema. Das schnelle Onlineverfahren ermöglicht eine hohe Beteiligung und somit ein exklusives Stimmungsbild. Möchten Sie auch teilnehmen? Eine formlose Email an jan.gesthuizen@vincentz.net genügt.