Marktgeschehen Trendbarometer

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

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Unverzichtbare Messtechnik

Lackierer wollen lackieren. Das Qualitätsmanagement ist da nicht immer der beliebteste Prozessschritt, aber doch einer der wichtigsten, damit Kunden zufrieden und Reklamationen selten bleiben. Das aktuelle Trendbarometer zeigt, auf welche Messsysteme die Lackierbetriebe dabei vor allem setzen.

Grafische Darstellung der im Text erwähnten Daten
Die befragten Unternehmen sind mit der gängigen Messtechnik zufrieden, sehen aber dennoch Optimierungspotenzial. Grafik: Redaktion

Ganz vorne auf der Liste der wichtigen Messgeräte befinden sich dabei zwei Klassiker: das Schichtdickenmessgerät und Gitterschnitt-Equipment. Beide Systeme finden sich eigentlich in jedem Lackierbetrieb, auch wenn es große Unterschiede innerhalb der Systeme gibt.

Schichtdickenmessung

So ist die Schichtdickenmessungen an der Linie in der Regel zerstörungsfrei und schnell gemessen. Je nach Messgerät kommen Verfahren zum Einsatz, die auf Magnetfeldern basieren, die gemessen werden und erfordern, dass das Messgerät auf die ausgehärtete Beschichtung aufgesetzt werden oder aber kontaktlose Verfahren, wobei hier oft auf thermisch-optische Verfahren gesetzt wird. Weiterhin sind aber auch Ultraschall- oder Terraherz-Messungen am Markt zu finden. Klassische Messtechnik mit Kontakt zur Beschichtung auf Basis von Wirbelstromtechnik oder Magnetinduktion sind vergleichsweise günstig, können aber erst nach dem Aushärten der Lackschicht angewandt werden. Thermisch optische Verfahren hingegen können beispielsweise vor dem Aushärten schon die finale Schichtdicke errechnen. Terraherz-Verfahren hingegen können sogar unterschiedliche Lackschichten auflösen und so Mehrschichtaufbauten detailliert vermessen.

Gitterschnitte

Gleich auf ist das Equipment für Gitterschnitte bewertet, das ebenfalls bei allen Lackierbetrieben vorhanden ist. Hier ist in der Regel noch Handarbeit gefragt und eine hohe Erfahrung des Prüfers gefragt. Geschnitten wird meist mit Gitterschnittgeräten, Cuttermessern mit Schablonen, Klapplinealen mit Cuttermessern oder Mehrschneidegeräten. Fehler entstehen dabei etwa durch falsche Schnittabstände, Schnittwinkel oder zu viel bzw. zu wenig Kraft. Das Verfahren testet die Haftfestigkeit von Beschichtungen, wobei am Markt oft fälschlicherweise von Haftung gesprochen wird.

Glanzgrad- und Farbmessgerät

Direkt nach den beiden Messtechniken, welche die Beständigkeit und Funktionsfähigkeit der Beschichtung garantieren sollen, bewerten die Umfrageteilnehmer auf Platz drei und vier optische Messsysteme wie das Glanzgrad- und Farbmessgerät mit 79 % und 53 % als unverzichtbar, um so eine hohe Kundenzufriedenheit sicherzustellen.

Alles in allem zeigen sich die befragten Unternehmen von gängiger Messtechnik zufrieden, sehen aber dennoch Optimierungspotenzial. Ein Umfrageteilnehmer berichtet von ca. 30.000 Euro Kosten für Kalibrierung und Wartung von Prüfgeräten, was kleine Unternehmen erheblich belasten kann. Viele Klagen gehen zudem in Richtung Software und Kommunikation. So beklagt ein Umfrageteilnehmer, dass die Berichte aus der Messsoftware von großen Kunden oft nicht akzeptiert werden, ein anderer, dass es keine einheitliche Schnittstelle für Messgeräte unterschiedlicher Hersteller gibt.

Automatisierung

Ein relevantes Thema in allen Arbeitsstufen der modernen Oberflächentechnik ist die Automatisierung. Hier zeigt sich, dass noch zum großen Teil manuell gearbeitet wird. So hat niemand bei der Umfrage zum Automatisierungsgrad der Qualitätskontrolle angegeben, diese vollautomatisch durchzuführen oder zumindest größtenteils. Die Vollautomation ist ohnehin eine theoretische Wahl, zu viele Messtechniken wie Salzsprühtest sind langwierig und inline nicht umsetzbar. Zudem hält niemand alle Gerätschaften vor, regelmäßige Labortests werden oft bei Dienstleistern oder Lieferanten durchgeführt. Gerade für kleinere Lohnbeschichter mit sehr variablem Teilespektrum ist eine Vollautomatisierung sicherlich kaum durchzuführen.

Dennoch zeigt die Umfrage Luft nach oben, denn befragt werden auch große Inhouse-Lackierer. Lediglich 28% aller Lackierbetriebe nutzt Automatisierungslösungen etwa zur Hälfte, mit 37% ist die größte Gruppe sogar komplett manuell unterwegs.

Messtechnik einfach erklärt

Zusammen mit der DFO e.V. stellt BESSER LACKIEREN die wichtigsten alltäglichen Messmethoden auf dem YouTube-Kanal Prüfungen auf dem Prüfstand – Messmethoden der industriellen Lackiertechnik  in anschaulichen Videos vor und erlaubt so auf einfache Weise die Methoden kennenzulernen und Fallstricke zu vermeiden.

BESSER LACKIEREN befragt für jede Ausgabe Entscheider aus der industriellen Lackiertechnik zu einem aktuellen Thema. Das schnelle Onlineverfahren ermöglicht eine hohe Beteiligung und somit ein exklusives Stimmungsbild. Möchten Sie auch teilnehmen? Eine formlose Email an jan.gesthuizen@vincentz.net genügt.