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Windkraftanlagen lackieren

Um die Belastbarkeit von Beschichtungssystemen an Rotorblättern von Windenergieanlagen besser zu bewerten, hat DIN NAB mehrere Teile der Normenreihe DIN CEN ISO/TS 19392 überarbeitet oder neu initiiert. Die aktualisierten Spezifikationen definieren Prüfverfahren für Bewitterung, Erosion, UV-Strahlung, Eis und Hagel – und schaffen damit die Grundlage für eine einheitliche und praxisnahe Qualitätsbewertung.

Symbolgrafik: Lackierer vor einem Windrad
Damit Windkraftanlagen trotz der mannigfaltigen Belastungen dauerhaft erhalten bleiben, muss die Beschichtung optimal auf die Herausforderungen eingestellt sein. Grafik: KI-generiertes Bild erstellt mit DALL·E

Rotorblätter von Windenergieanlagen sind dauerhaft hohen Belastungen ausgesetzt: UV-Strahlung, Regen, Eis und Hagel wirken mit enormen Kräften auf komplexe Geometrien. Entsprechend hohe Anforderungen gelten an die Beschichtungssysteme. Die Technischen Spezifikationen DIN CEN ISO/TS 19392-1 und -2 legen Mindestanforderungen sowie Prüfmethoden zur Bewitterungsbeständigkeit und mechanischen Belastbarkeit fest.

Teil 1 beschreibt systemübergreifende Prüfungen – etwa zur Haftung auf dem Substrat und zur Alterungsbeständigkeit –, während Teil 2 den Fokus auf erosive Beanspruchungen legt. Besonders im Blick steht hier die Regenerosion, die an rotierenden Rotorblättern durch Tropfenaufprall entsteht. Alternativ kann der Widerstand gegen Wasserstrahlbeanspruchung bewertet werden. Die Prüfmethoden gelten sowohl für Beschichtungen als auch für Erosionsschutzfolien.

Schutz vor UV-Strahlung, Eis und Hagel

Weitere Teile der Normenreihe adressieren zusätzliche Belastungsszenarien:

  • DIN CEN ISO/TS 19392-5 beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung des spektralen Transmissionsgrades von UV-schützenden Beschichtungen. Damit lässt sich der Zusammenhang zwischen Schichtdicke, Transmissionsgrad und UV-Schutzwirkung präzise erfassen.
  • DIN CEN ISO/TS 19392-6 legt Prüfverfahren zur Bewertung der Eisadhäsion fest. Sie dienen der Qualifizierung eisabweisender Beschichtungssysteme – ein wachsendes Thema insbesondere für Anlagen in kalten Klimazonen.
  • Teil 7, derzeit in Entwicklung, wird künftig Prüfmethoden zur Hagelbeständigkeit enthalten und damit der zunehmenden Bedeutung extremer Wetterereignisse Rechnung tragen.

 Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 15/2025 außerdem:

  • Wie die einzelnen Prüfverfahren im Detail aufgebaut sind
  • Welche Rolle die internationale Normungsarbeit für Hersteller und Prüflabore spielt
  • Welche Vorteile die neuen Normen für die Qualitätssicherung in der Rotorblattbeschichtung bieten

Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin, Bernd Reinmüller, Tel. +49 30 2601-2447, bernd.reinmueller@din.de, www.din.de