Industrielle Anwendungen Sonstige-Beschichtungen

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026  beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Lackieren mit der Stoppuhr

Steinway & Sons hat in Hamburg-Bahrenfeld rund 12 Millionen Euro in ein neues Lackierzentrum investiert. Die Anlage ist auf höchste Präzision ausgelegt und ermöglicht künftig die Beschichtung von bis zu 2250 Instrumenten pro Jahr – bei extrem hohen Anforderungen an Optik, Technik und Prozesssicherheit.

Ein Flügel in der Lackierkabine vor dem Lackieren
Sechs Lackierboxen sind mit einem Hub- und Drehtisch für die Aufnahme der Instrumente ausgestattet. Foto: Durst

Die meisten Flügel und Klaviere von Steinway & Sons werden in bis zu sechs Nass-in-Nass-Schichten mit Polyesterlack beschichtet – insgesamt 800 μm, später auf 400 μm heruntergeschliffen und poliert. Auch bei Furnieroberflächen kommt der gleiche Aufbau mit Klarlack zum Einsatz. Da der Lack nicht fertig geliefert wird, mischt die Lackiererei das System selbst an – einen Tag vor der Applikation, Härterzugabe unmittelbar vor dem Auftrag.

Das Zeitfenster für die Verarbeitung ist eng und hängt von Luftfeuchte, Temperatur und Luftströmung ab. Der Lackauftrag erfolgt deshalb präzise getaktet mit der Stoppuhr. Startet der Auftrag zu früh oder zu spät, drohen Läufer oder die Schichten verbinden sich nicht richtig.

Lackiertechnik auf drei Ebenen

Das neue Zentrum umfasst 3300 m² Fläche und drei Geschosse. Im Erdgeschoss liegen vier Lackierkabinen, zwei Vorbereitungsräume, Schleifraum und Trockenräume für die Grundierung. Die Kabinen sind in neun Lackierboxen unterteilt und mit Hub-Drehtischen sowie Hängesystemen ausgestattet. Schutzvlies mit leitfähigen Kohlefasern dient dem Ex-Schutz.

Trocknung, Lüftungstechnik und Sozialbereiche befinden sich in den oberen Etagen. Die Luftführung ist diagonal von oben nach unten ausgelegt, alle Bereiche verfügen über definierte Temperatur- und Feuchtewerte. Die Lackiertrocknung kann – je nach Bauteil – ein bis drei Wochen dauern; entsprechend sensibel ist der Umgang mit Staub und Einschlüssen.

Aufwendige Abluft- und Filtertechnik

Pro Pistole werden etwa 500 g Polyesterlack pro Minute appliziert. Das stellt hohe Anforderungen an die Ablufttechnik: 110.000 m³/h Abluftvolumen werden über mehrere Filterstufen aus Karton, Glasfaser und Aktivkohle geführt, bevor die Luft den Rotationswärmetauscher zur Wärmerückgewinnung passiert. Für die Luftkanäle wurden rund 4000 m² Blech verbaut.

Aktuell arbeiten 20 Fachkräfte im Einschichtbetrieb, mittelfristig ist ein Zweischichtbetrieb geplant. Zudem holt Steinway die Lackierung externer Klavierteile zunehmend ins eigene Werk zurück. Die Insourcing-Prozesse für schwarze Teile laufen seit 2024, andere Farben und Klarlacke folgen bis August 2025.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 16/2025:

  • Wie Durst die Planung und Anlagentechnik umgesetzt hat
  • Welche Rolle Luftströmung, Filtertechnik und Wärmerückgewinnung spielen
  • Wie Steinway den Zweischichtbetrieb und das Insourcing organisatorisch plant

Zum Netzwerken:
Steinway & Sons, Hamburg, Roland Albinus-Wöbcke, Mobil: +49 152 900 57 619, ralbinus-woebcke@steinway.de, www.steinway.de
Durst Lackier- und Trocknungsanlagen GmbH, Torsten Scheidig, Tel. +49 3671 468300, t.scheidig@durst-lackieranlagen.de, www.durst-lackieranlagen.de