Normen & Gesetze DIN Normen
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
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Schäden bewerten
Korrosion, Kreidung oder Filiformkorrosion lassen sich nur dann zuverlässig beurteilen, wenn Normen klare und einheitliche Bewertungsmaßstäbe setzen. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat mehrere wichtige Regelwerke überarbeitet – und treibt mit einem neuen Projekt die Qualifizierung von Beschichtungsinspektoren voran.
Wenn an beschichteten Oberflächen Schäden auftreten, müssen deren Ausprägungen reproduzierbar bewertet werden. Die überarbeitete DIN EN ISO 4628-3, zuständig für die Korrosionsbewertung, bildet hierfür eine neue Grundlage. Auffällig ist die Bereinigung und Erweiterung der Terminologie: Der bisherige Begriff „Rostgrad“ entfällt, stattdessen wurden „Rotrost“, „Weißrost“ und „Rostspuren“ eingeführt. Ergänzte Formelzeichen und eine präziser gefasste „korrodierte Fläche“ ersetzen frühere Definitionen.
Auch inhaltlich hat die Norm zugelegt: neue Tabellen zur Rostgrößenbewertung, aktualisierte Bildstandards zur Weißrostbeurteilung und ein überarbeitetes Beispiel aus dem NSS-Salzsprühtest nach ISO 9227. Zudem wurde die Korrelation zur ASTM-Rostskala neu ausgearbeitet, um die Vergleichbarkeit internationaler Prüfungen zu verbessern.
Überarbeitete Verfahren zu Kreidung und Filiformkorrosion
Die DIN EN ISO 4628-6 beschreibt weiterhin das Klebebandverfahren zur Bewertung der Kreidung – nun mit einer aktualisierten Begriffsdefinition gemäß ISO 4618:2023. Über neue Vergleichsbilder wird die Abgrenzung zwischen tatsächlicher Kreidung und Schmutzanhaftungen erleichtert, ein besonders wichtiger Punkt bei schwach ausgeprägten Schadensbildern.
Für Filiformkorrosion gilt die aktualisierte DIN EN ISO 4628-10: Bewertet werden die Länge des längsten Fadens (L) und die häufigste Fadenzahl (M). Zwölf Bildbeispiele im Anhang veranschaulichen typische Muster, ersetzen aber nicht die numerischen Bewertungsverfahren. Die Definition der Filiformkorrosion ist nun an die DIN EN ISO 4623-1 angepasst.
Einheitliche Vorgaben für Probenplatten und Prüfpersonal
Auch die Auswahl des Prüfsubstrats beeinflusst Messergebnisse erheblich. Die überarbeitete DIN EN ISO 1514 legt aktualisierte Vorgaben für Spezifikation, Vorbereitung und Nutzung von Probenplatten fest. Neu aufgenommen wurden Prüfkörper aus Beton; die Vorbereitung von Kunststoffsubstraten wie GFK und CFK wurde neu formuliert.
Für die Zukunft besonders relevant: Das laufende Projekt ISO/AWI 24959 definiert Anforderungen an die Kompetenz von Beschichtungsinspektoren. Ziel ist ein international harmonisiertes Kompetenzprofil – eine wichtige Grundlage für zuverlässige und vergleichbare Qualitätsbewertungen.
Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im vollständigen Artikel in Ausgabe 19/2025:
- Welche praktischen Auswirkungen die neuen Normen auf typische Prüfabläufe in Lackierereien haben
- Wie Prüflabore ihre Dokumentation durch die neuen Begriffe und Bildstandards anpassen sollten
- Was das geplante Inspektoren-Kompetenzprofil für die Schulung und Zertifizierung bedeutet
Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin, Bernd Reinmüller, Tel. +49 30 2601-2447, bernd.reinmueller@din.de, www.din.de