Industrielle Anwendungen Flugzeuglackierung
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
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Paintshop setzt klaren Kurs auf Zukunft
In der Inhouse-Lackiererei von MTU Aero Engines am Standort München läuft eine umfassende Modernisierung. Neue Lüftungs- und Ofentechnik, robotergestützte Beschichtungsversuche sowie zahlreiche strukturelle Anpassungen sollen Prozesssicherheit, Effizienz und Automatisierungsgrad erhöhen.
Im Paintshop des Triebwerksherstellers wurden in den vergangenen Monaten mehrere zentrale Anlagen erneuert und Abläufe überarbeitet. Ziel ist es, die Beschichtungsprozesse langfristig stabiler und transparenter zu gestalten. Neben neuer Anlagentechnik umfasst der Wandel auch organisatorische Änderungen sowie zusätzliche Investitionsprojekte, die bereits in Planung sind.
Neue Lüftungsanlage stabilisiert das Prozessklima
Eine der aufwendigsten Maßnahmen betraf die Lüftungstechnik. Da sich die Lackiererei in einem Gebäude mit Sheddach befindet, konnten die benötigten Kühlaggregate nicht direkt auf der Dachkonstruktion installiert werden. Stattdessen entstand 2025 ein freischwebendes Podest über dem Dach, das die Last über die Bodenplatte des Gebäudes ableitet.
Die Anlage umfasst ein rund eine Tonne schweres Klimagerät sowie zwei zusätzliche Aggregate mit einer Leistung von jeweils 14.000 m³/h. Sie sorgen dafür, dass die Raumtemperatur nun konstant bei etwa 22 °C gehalten wird – mit Schwankungen von maximal ±3 °C.
Die Lüftung versorgt zwei getrennte Bereiche der Lackiererei mit jeweils eigenen Ausblaskanälen. Eine zusätzliche Luftschleuse ermöglicht es, unterschiedliche Lacksysteme parallel zu verarbeiten, ohne eine bauliche Trennung vornehmen zu müssen. Ein integriertes Lösemittel-Monitoring misst kontinuierlich die Konzentration flüchtiger Stoffe in der Luft und passt die Leistung der Anlage automatisch an. Gleichzeitig reduziert der automatische Nachtbetrieb die Energiekosten.
Robotik und digitale Ofentechnik im Einsatz
Auch die Ofentechnik wurde modernisiert. Zwei neue Einbrennöfen ersetzen die bisherige Trocknungstechnik und ermöglichen eine präzisere Prozesssteuerung. Ein integriertes Chargen-Tool dokumentiert für jedes Bauteil exakt die erreichten Temperaturen und schafft damit eine lückenlose Nachverfolgbarkeit der Trocknungsprozesse. Beschichtet werden unter anderem Kraftstoffleitungen, Laufräder und Turbinenkränze.
Seit März 2025 testet MTU zudem eine Roboteranlage für die automatisierte Beschichtung von Blisks, also Rotorenblättern von Flugtriebwerken. Dabei wird versucht, die Bewegungen des Roboters möglichst eng an die Arbeitsweise eines manuellen Lackierers anzulehnen. Neben der Programmierung spielen Parameter wie Lackviskosität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle für reproduzierbare Ergebnisse.
Parallel wurden in den vergangenen Jahren weitere Verbesserungen umgesetzt, darunter eine neue Strahlanlage, ein Hochregallager für Materialien sowie ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze. Außerdem hat das Unternehmen im anorganischen Beschichtungsbereich Chrom(VI)-haltige Lacke vollständig aus dem Prozess genommen.
Weitere Projekte sind bereits vorgesehen. Geplant sind unter anderem eine Ausblaskabine für den Strahlprozess sowie optimierte Reinigungsabläufe für stark lackverschmutzte Vorrichtungen.
Der kontinuierliche Modernisierungskurs brachte dem Paintshop-Team erneut eine Finalteilnahme beim BESSER LACKIEREN Award in der Kategorie Inhouse-Beschichtung unter 50 Mitarbeitern ein.
Mehr im Abo: Im ausführlichen Beitrag in Ausgabe 4/2026 erfahren Abonnenten von BESSER LACKIEREN außerdem:
- welche technischen Details hinter der neuen Lüftungsanlage stehen
- wie MTU die Automatisierung der Blisk-Beschichtung konkret testet
- welche weiteren Investitionsprojekte für den Paintshop geplant sind.
Zum Netzwerken:
MTU Aero Engines AG, München, Thorsten Kirchner, Tel. +49 89 1489-8715, thorsten.kirchner@mtu.de, www.mtu.de