Marktgeschehen Trendbarometer

Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!

Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026  beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
➡️ Jetzt teilnehmen!

Bedingt abgesichert

Der kalte Winter sorgte für deutlich geleerte Gasspeicher im Land, und der großflächige Stromausfall in Berlin zeigte, dass die Energie-Infrastruktur in Deutschland Schwächen hat. Wie Lackierbetriebe darauf vorbereitet sind, ergründet das aktuelle Trendbarometer.

Grafische Aufbereitung der Umfrage-Ergebnisse
Die hohe Energiesicherheit in Deutschland ist ein Standortvorteil, der teure Investitionen in Back-Up-Lösungen für einzelne bislang überflüssig gemacht hat. Grafik: Redaktion

Stromausfälle wie in Berlin sind extrem selten, und Deutschland gehört zu den Ländern mit den wenigsten Stromausfällen weltweit. Vielfach wurde im Rahmen der Energiewende vor einer unsicheren Stromversorgung durch den Ausbau an Solar- und Windstrom gewarnt. Das hat sich auch nach 20 Jahren Energiewende bislang nicht bewahrheitet. Der Stromausfall in Berlin wirft ein Schlaglicht auf eine andere Baustelle, die mutwillige Beschädigung oder gar Anschläge auf die Stromversorgung.

Gefragt nach ihrer Produktionsfähigkeit im Falle eines ungeplanten Stromausfalls sagen 59% der befragten Lackierbetriebe, dass sie den Betrieb pausieren müssten, bis die Stromversorgung wiederhergestellt sei. Immerhin sind 23% mit Notstromaggregaten ausgestattet, die die Produktion dann am Laufen halten können. Damit verbunden sind hohe Investitionen, die nicht für alle Lackierbetriebe übertragbar scheinen und, so der Anspruch bislang, auch nicht unbedingt nötig sein sollte. So weist ein Umfrageteilnehmer darauf hin, dass aus seiner oder ihrer Sicht ein Notstromaggregat die Produktion nicht retten würde. „Lediglich die EDV und die Erreichbarkeit sind damit am Laufen zu halten“, so die Aussage.

Einige Umfrageteilnehmer verweisen auch auf Photovoltaikanlagen oder BHKW, wobei die Solaranlagen meist nicht den ganzen Betrieb versorgen können und dies auch nur in Jahreszeiten mit ausreichend Sonnenstunden. So berichtet ein Umfrageteilnehmer: „Wir haben sehr viel investiert, in eine PV-Anlage mit 2200 kWp, und einen Batteriespeicher mit 10 MW Kapazität.“ Alles in allem zeigt sich aber, die Motivation für Solaranlagen liegt weniger bei kompletter Energiesicherheit, sondern eher beim Thema Nachhaltigkeit sowie Wirtschaftlichkeit, da selbst erzeugter Strom oft Kostenvorteile bietet.

Der Mehrheit nutzt Erdgas

Noch abhängiger als von der öffentlichen Stromversorgung sind Lackierbetriebe vom Gasnetz. Zwar ist die Situation heute deutlich entspannter also noch vor zwei oder drei Jahren. Dennoch zeigt die geringe Füllmenge der öffentlichen Gasspeicher oder der Anschlag auf das Berliner Stromnetz, eine 100 % Sicherheit gibt es nicht. Von den Lackierbetrieben, die Erdgas einsetzen, was laut Umfrage aktuell ca. 95% sind, müssten 78% den Betrieb bei Gasmangel einstellen. Immerhin 19% können den Betrieb weiterführen. So schreibt ein Teilnehmer „In einem neuen Werk nutzen wir als Wärmeträger Thermoöl, dies kann mit unterschiedlichen Heizquellen erwärmt werden.“

Einige wenige Lackierbetriebe setzen auf Biomasse. Auch die Wärmepumpe gewinnt an Bedeutung und ein Anschluss an ein Wärmenetz wird genannt, um die Gasabhängigkeit zu reduzieren, auch wenn hier individuell zu klären ist, welche Temperaturen benötigt werden. Das zeigt sich recht deutlich bei den Wärmequellen für Trocknungs- und Einbrennöfen, im Vergleich zu den von Vorbehandlungsbädern. Kommen bei Öfen bei 69% der befragten Lackierbetriebe Erdgas zum Einsatz, sind es bei den Vorbehandlungsbädern lediglich 52%. Das ist noch immer die deutliche Mehrheit, aber mit Biomasse, Elektrizität in Form von Wärmepumpen oder Abwärmenutzung gibt es hier einen recht breiten Blumenstrauß an Alternativen, die schon stärker etabliert sind. Nicht alle Vorhaben sind schon umgesetzt, so schreibt ein Teilnehmer: „Wir planen eine Wärmepumpe, die aus der Abwärme der Öfen und Trockner, PV-Strom und Kompressor- Wärmetauscher, die Aktivbäder beheizt.“

Interessant zudem, bei der Vorbehandlung wird auch Wasserstoff als Energiequelle genannt, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau. Wie sich zeigt, sind die wenigsten Lackierbetriebe wirklich auf größere Energieausfälle vorbereitet. Allerdings ist fraglich ist, ob das in der Breite überhaupt wünschenswert ist. Die hohe Energiesicherheit in Deutschland ist ein Standortvorteil, der teure Investitionen in Back-Up-Lösungen für einzelne bislang überflüssig gemacht hat. Es wäre wünschenswert, wenn das so bleibt.

An der Umfrage teilnehmen

BESSER LACKIEREN befragt für jede Ausgabe Entscheider aus der industriellen Lackiertechnik zu einem aktuellen Thema. Das schnelle Onlineverfahren ermöglicht eine hohe Beteiligung und somit ein exklusives Stimmungsbild. Möchten Sie auch teilnehmen? Eine formlose Email an jan.gesthuizen@vincentz.net genügt.