Industrielle Anwendungen Nutzfahrzeuglackierung
Bewerbungsfrist vom BESSER LACKIEREN Award 2026 verlängert!
Sie sind Lohn- oder Inhouse-Lackierer? Dann haben Sie sich sicherlich bereits für den BESSER LACKIEREN Award 2026 beworben. Wenn dem nicht so ist, dann können Sie dies noch bis zum 22. Juni 2026 tun. Wir haben die Einreichungsfrist verlängert! Vergleichen Sie sich mit anderen Unternehmen der Lackierbranche und profitieren Sie vom Prestige-Gewinn sowie dem Besuch der Fachjury.
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Automatisierung und Nachhaltigkeit auf engstem Raum
Am Stammsitz von AGCO Fendt in Marktoberdorf ist seit Mitte 2025 eine neue Komponentenlackieranlage in Betrieb. Die hochautomatisierte Anlage wurde unter beengten Platzverhältnissen im Kellergeschoss installiert und ist auf effiziente Serienfertigung sowie hohe Korrosionsschutzanforderungen ausgelegt.
Im Traktorenwerk von Fendt laufen täglich rund 100 Maschinen und 14 Baureihen auf einem Produktionsband. Um die Beschichtung von Komponenten wie Rohren, Ventilblöcken oder Axialkolbenpumpen auf den neuesten Stand zu bringen, investierte das Unternehmen in eine neue Lackieranlage. Ziel war es, Automatisierung, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit zu vereinen und gleichzeitig Wertschöpfung wieder stärker am Standort zu bündeln.
Die Anlage wurde in einem historisch gewachsenen Gebäudeteil realisiert – mit nur 3,06 m Deckenhöhe und einer Gesamtfläche von etwa 2100 m². Zusätzlich erschwerte eine lediglich 2 x 2 m große Zufahrt die Einbringung der Anlagenkomponenten.
Anlagenplanung mit digitalem Zwilling
Den Auftrag für die schlüsselfertige Umsetzung erhielt Afotek GmbH. Der Anlagenbauer entwickelte ein Konzept mit Fokus auf Robotik, automatisierte Fördertechnik und eine energieeffiziente Infrastruktur.
Bereits in der Planungsphase setzte Fendt auf digitale Werkzeuge. Die komplette Halle wurde per 3D-Scan erfasst und als digitaler Zwilling modelliert. Anschließend integrierten die Planer die neue Lackiertechnik virtuell in das Kellergeschoss. Mithilfe von Simulationen konnten mögliche Kollisionen mit bestehenden Strukturen frühzeitig erkannt und der Anlagenlayout optimiert werden.
Ab Mitte 2024 begann schließlich die Installation der Anlagentechnik – parallel zum laufenden Produktionsbetrieb. Neben der Montage wurden auch die Hallenstatik angepasst, Leitungen verlegt sowie Heizungs- und Lüftungssysteme erneuert.
Roboterlackierung und hoher Korrosionsschutz
Die neue Linie ist auf einen hohen Korrosionsschutz ausgelegt. Gemäß der konzernweiten Lackiernorm müssen die Beschichtungen im Zweischichtaufbau – Grundierung und Decklack – mindestens 480 Stunden im Salzsprühnebeltest bestehen.
Dafür wurde eine sechsstufige Vorbehandlung installiert, bestehend aus Entfetten 1 + 2, Spülen 1 + 2, Konversion und VE-Spülen. Anschließend gelangen die Bauteile über die P+F-Anlage zur Maskierung und in die Roboterlackierung.
Die Grundierung wird von zwei gegenüberliegenden Lackierrobotern appliziert. Die Programmierung erfolgt mithilfe einer Virtual-Reality-Software, um unterschiedliche Bauteilgeometrien effizient abzudecken. Zum Einsatz kommt ein lösemittelbasierter 2K-High-Solid-Lack mit hoher Korrosions- und UV-Beständigkeit sowie guter Abriebfestigkeit.
Pro Traktor werden zwischen 20 und 25 Komponenten beschichtet und anschließend direkt in die Montage überführt. Die Anlage ist vollständig digital überwacht: Über das Visualisierungssystem „Fendt View“ werden Betriebsdaten erfasst und Störungen frühzeitig erkannt. Gleichzeitig ist die Anlagensteuerung mit dem MES-System verbunden, wodurch Auftragsdaten automatisch den Warenträgern zugeordnet werden können.
Die neue Kleinteilelackieranlage war auch ein Grund für die Teilnahme des Werks am BESSER LACKIEREN Award. Bei der ersten Teilnahme erreichte der Paintshop des Unternehmens direkt die Finalrunde in der Kategorie Inhousebeschichter mit 50 bis 150 Mitarbeitern.
Mehr im Abo: Im ausführlichen Beitrag erfahren Abonnenten von BESSER LACKIEREN in Ausgabe 5/2026:
- wie der digitale Zwilling bei der Anlagenplanung eingesetzt wurde
- welche Energie- und Nachhaltigkeitskonzepte in die Lackieranlage integriert sind
- welche Durchsatzleistungen und Prozesszeiten die Anlage erreicht.
Zum Netzwerken:
AGCO GmbH, Marktoberdorf, Dorothea Allgaier, Mobil +49 175 290 2009, dorothea.allgaier@agcocorp.com, www.fendt.com
Afotek GmbH, Bad Hersfeld, Katrin Sinning, Tel. +49 6621 5076-0, k.sinning@afotek.de, www.afotek.de