Industrielle Anwendungen Schienenfahrzeuge
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Korrosionsklassen und Bewegung
Wie viel Korrosionsschutz benötigt eine Straßenbahn tatsächlich? Ein Forschungsprojekt des Instituts für Korrosionsschutz Dresden hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Korrosionsbelastungen von Schienenfahrzeugen erstmals systematisch bewerten lassen.
Die Auswahl eines geeigneten Korrosionsschutzsystems gehört zu den zentralen Herausforderungen bei der Beschaffung von Schienenfahrzeugen. Einerseits erhöhen aufwendige Schutzmaßnahmen Kosten und Fahrzeuggewicht, andererseits können Korrosionsschäden zu hohen Folgekosten und vorzeitigen Ausfällen führen. Bislang fehlte jedoch ein Verfahren, um die tatsächliche Korrosionsbelastung von bewegten Schienenfahrzeugen zuverlässig zu bewerten.
Neue Korrosionsklassen für bewegte Fahrzeuge
Im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelte das Institut für Korrosionsschutz Dresden deshalb ein System zur Ermittlung von Korrosionsklassen für ortsveränderliche Objekte. Grundlage sind bestehende Korrosivitätskategorien für stationäre Bauwerke, ergänzt um Faktoren wie Feuchtigkeit, Tausalze, Staubbelastung und die tatsächliche Fahrzeugbewegung.
Für die Validierung wurden Straßenbahnen in Dresden, Mannheim und Göteborg mit speziell entwickelten Standardproben ausgestattet. Die Untersuchungen zeigten deutlich, dass Korrosionsangriffe stark von der Einbaulage sowie den Betriebsbedingungen abhängen. Besonders interessant: Häufig bewegte Fahrzeuge weisen teilweise geringere Korrosionsraten auf, da Feuchtigkeit und Elektrolyte schneller abtrocknen.
Mit den gewonnenen Erkenntnissen konnten die Forscher ihr theoretisches Modell erfolgreich verifizieren und damit eine Grundlage für die zukünftige Auswahl und Auslegung von Korrosionsschutzsystemen für Schienenfahrzeuge schaffen.
Sie wollen mehr wissen? Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 10-11/2026 weiterhin:
- Wie die neu entwickelten Standardproben und Halterungen aufgebaut sind,
- welche Unterschiede die Messungen in Dresden, Mannheim und Göteborg gezeigt haben und
- welche Rolle Fahrzeugbewegung, Tausalze und Kondensation für die Korrosionsgeschwindigkeit spielen.
Zum Netzwerken:
VCDB Verkehrs Consult Dresden-Berlin GmbH, Dresden, Susanne Fiedler Tel.: +49 351 4823-231, s.fiedler@vcdb.de, www.vcdb.de
Institut für Korrosionsschutz Dresden GmbH, Dr. Jörg Gehrke, Tel. +49 351 87171-10, joerg.gehrke@iks-dresden.de, www.iks-dresden.de