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KTL-Fehler erkennen, bevor die Serie stoppt
Eine auffällige Oberfläche wird schnell teuer: Sperrbestand, Nacharbeit, neue Termine. Ursachen liegen oft in Bauteilgeometrie, Vorbehandlung oder Prozessführung. Unser Praxisbeitrag zeigt typische KTL-Schwachstellen und worauf Konstruktion, Qualität und Einkauf früh achten sollten, damit aus kleinen Auffälligkeiten kein Serienproblem wird.
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Lackiertechnik im Zusammenhang lernen

Wer ohne lackiertechnische Ausbildung in einen Beschichtungsbetrieb kommt, eignet sich das Fachwissen meist nebenher an. Häufig fehlt aber das Wissen über das Zusammenspiel der einzelnen Prozessstufen. Der Intensivkurs, der im Oktober im schweizerischen Buchs stattfindet, bündelt dieses Wissen in 40 Lektionen – ergänzt durch Workshops mit Aufgaben aus beteiligten Betrieben.

Unterrichtssituation
Der erste Intensivkurs im März 2026 war ausgebucht. Nun soll im nächsten Oktober wieder in kleiner Gruppe intensiv praxisrelevant gelernt werden. 16 Personen können daran teilnehmen. Foto: Markus Vüllers

Personal mit lackiertechnischer Ausbildung ist am Arbeitsmarkt knapp. In der Folge übernehmen in Beschichtungsbetrieben zunehmend Menschen Verantwortung für Beschichtungsprozesse, deren fachliche Herkunft eine andere ist. Ihnen fehlt der Überblick darüber, wie die Prozessstufen einander bedingen.

Hier setzt der 5-tägige Intensivkurs „Industrielle Beschichtung von A bis Z“ an, der vom 26. bis 30. Oktober 2026 zum zweiten Mal an der MPA Berufs- und Handelsschule Buchs im Kanton St. Gallen (Schweiz) durchgeführt wird. Verantwortet wird das Format von Markus Vüllers, Diplom-Chemie-Ingenieur mit Schwerpunkt Lackiertechnik und über 35 Jahren Praxiserfahrung. Mitveranstalter ist Dr. Gernot Boiger.

Der Wochenverlauf

Die 40 Lektionen sind in sechs Themenblöcke gegliedert, die aufeinander aufbauen:

  • Was ist Lack? Zusammensetzung von Beschichtungsstoffen, Bindemittel, Lösemittel (organisch oder wässrig), Pigmente, Füllstoffe und Additive, Aufbau einer Lackrezeptur, dazu ein Workshop zur Auswahl des passenden Lacksystems.
  • Substrate und Vorbehandlung: chemische und physikalische Grundlagen, Metalle und Nichteisenmetalle, Kunststoff, Holz und Glas, mechanische und chemische Vorbehandlung, Anlagentechnik, Umweltschutz.
  • Applikation von Flüssiglacken: pneumatisch, hydraulisch und elektrostatisch, Elektrotauchlackierung. Dazu Ergiebigkeit, Auftragswirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit.
  • Pulverbeschichtung, Filmbildung und Trocknung: Corona- und Tribo-Aufladung im Vergleich, Rückgewinnungsprozesse, physikalische Trocknung und chemische Härtung, Strahlungshärtung, Trockner und Abluftreinigung.
  • Qualitätssicherung und Fehlerbilder: Prozessüberwachung, Eigenschaften von Lackierungen, Mess- und Prüfverfahren, Lackfehler und ihre Vermeidung.

Im Vordergrund stehen die Übergänge zwischen den Stufen. Wer nachvollziehen kann, wie sich eine Entscheidung in der Vorbehandlung später in der Haftfestigkeit oder im Fehlerbild niederschlägt, kommt bei Reklamationen und Investitionen zu belastbareren Einschätzungen. Ergänzt wird das Programm durch einen Praxisworkshop zur berührungslosen Schichtdickenmessung mit Prof. Dr. Nils Reinke; hinzu kommen zwei weitere Themenblöcke, einer davon aus dem Forschungs- und Entwicklungsumfeld der Pulverbeschichtung.

Workshops aus dem Tagesgeschäft

In Workshops arbeitet die Gruppe an Fragestellungen aus den beteiligten Betrieben: die Auswahl eines neuen Lackierverfahrens, ein Projekt zur Steigerung von Effizienz und Produktivität im Lackierbereich sowie der Umgang mit Nacharbeit und Fehlerbildern. Da die Aufgabenstellungen aus unterschiedlichen Betriebsgrößen und Branchen stammen, fallen auch die Lösungsansätze unterschiedlich aus.

Lernumgebung und Gruppengröße

Zugelassen sind höchstens 16 Personen; die Lernumgebung ist auf diese Größe zugeschnitten und lässt Raum für Rückfragen und konkrete Betriebsbeispiele. Der nächste Durchgang findet vom 26. bis 30. Oktober 2026 statt. Erste Plätze sind vergeben. Die MPA Berufs- und Handelsschule ist EduQua-zertifiziert und sowohl in Baden-Württemberg als auch in Nordrhein-Westfalen als Weiterbildungseinrichtung anerkannt; Teilnehmende aus beiden Bundesländern können Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungszeit beantragen.

Programm, Konditionen, Rückmeldungen von Teilnehmenden der ersten Durchführung und die Anmeldung sind auf der Website der Schule zu finden: www.mpa-engineering.ch

Zum Netzwerken:
Markus Vüllers, Markus Vüllers Coaching, Borchen, Tel. +49 171 3037718, info@markus-vuellers-coaching.de, www.markus-vuellers-coaching.de

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