Industrielle Anwendungen Automobillackierung

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Batteriekästen an E-Automobilen richtig schützen

Ein Verbundprojekt hat die Potenziale von Batteriegehäusen aus hochfesten Stählen untersucht. Das Fraunhofer IPA konzentrierte sich dabei auf den Korrosionsschutz – insbesondere an kritischen Fügestellen. Erste Ergebnisse zeigen: KTL-Beschichtungen bleiben Benchmark, doch Alternativen wie Tauchlackierungen oder Hohlraumkonservierungen können ebenfalls wirksam sein.

Dr. Rolf Nothhelfer-Richter (Fraunhofer IPA)

Batteriekasten mit Korrosion
KTL beschichtetes Prüfblech („CathoGuard 800“ (BASF): Auffällig ist die deutlich höhere kathodische Delamination an der Fügeverbindung (links) verglichen mit dem Ritz (rechts) nach sechs Zyklen Korrosionswechseltest. Abbildung: Fraunhofer IPA

Die Elektromobilität stellt neue Anforderungen an den Fahrzeugbau. Batteriegehäuse müssen nicht nur leicht und stabil, sondern auch gasdicht, brandsicher und korrosionsfest sein. Da sie häufig im Unterboden der Fahrzeuge verbaut werden, spielt der Korrosionsschutz eine zentrale Rolle. In einem aktuellen Forschungsverbund wurden verschiedene Beschichtungsverfahren und Schutzmaßnahmen erprobt, um die besonderen Herausforderungen hochfester Stähle zu bewältigen.

Schwachstellen bei Schnittkanten und Überlappungen

Kritisch sind vor allem Schnittkanten und Überlappstöße, bei denen die schützende Zinkschicht beim Fügen zerstört wird und Spalten entstehen, die nur unzureichend beschichtet werden können. Untersuchungen im VDA-Korrosionswechseltest zeigten, dass diese Bereiche besonders anfällig für Unterwanderung sind. Schweißpunkte erwiesen sich ebenfalls als Schwachstellen.

Ergebnisse der Beschichtungsverfahren

KTL-Beschichtungen erzielten in Verbindung mit Hohlraumkonservierungen die besten Resultate. Lufttrocknende Spritzgrundierungen schnitten nur bedingt ab – hier wären Mehrschichtsysteme nötig. Deutlich bessere Ergebnisse zeigte eine Tauchlackierung auf Acryl-Copolymerisat-Basis, die auch schwer zugängliche Hohlräume zuverlässig schützt. Wachsbasierte Konservierungen erwiesen sich als wirkungsvoll, sind aber wegen ihrer Klebrigkeit nur für Hohlräume geeignet.

Mehr im Abo: Abonnenten von BESSER LACKIEREN erfahren im ausführlichen Artikel in Ausgabe 14/2025:

  • Welche Unterschiede zwischen Spritz-, Tauch- und KTL-Beschichtungen festgestellt wurden
  • Wie Hohlraumkonservierungen gezielt den Korrosionsschutz verbessern können
  • Welche konstruktiven Maßnahmen bei Batteriegehäusen die Korrosionsanfälligkeit reduzieren

Zum Netzwerken:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, Dr. Michael Hilt, Tel. +49 711 970-3820, michael.hilt@ipa.fraunhofer.de

Dr. Rolf Nothhelfer-Richter, Tel. +49 711 970-3841, rolf.nothhelfer-richter@ipa.fraunhofer.de

www.ipa.fraunhofer.de/beschichtung