Industrielle Anwendungen Moebellackierung
Mit Lean Production zu mehr Effizienz auf allen Ebenen
König + Neurath treibt seit 2018 eine umfassende Lean-Transformation voran – mit messbarem Erfolg. Besonders in der Lackierung sorgt ein gelebtes KVP-System für Effizienzgewinne, Materialeinsparung und technische Weiterentwicklung.
Der hessische Büromöbelhersteller König + Neurath steht nicht nur für ergonomische Arbeitsplatzlösungen, sondern auch für eine bemerkenswerte Fertigungsstrategie. Seit 2018 verfolgt das Unternehmen eine konsequente Lean-Ausrichtung – mit Fokus auf schlanke Prozesse, hohe Flexibilität und kontinuierliche Verbesserung. Vor allem im Bereich der Metallfertigung und Lackierung zeigen sich die Erfolge dieser Transformation.
KVP in der Praxis: Gehänge und Vorbehandlung im Fokus
Im Zentrum des Lean-Gedankens steht ein etabliertes KVP-Vorschlagswesen. Allein in der Metallhalle bringt es jährlich bis zu 250 Verbesserungsmaßnahmen hervor – von ergonomischen Anpassungen bis zu umfassenden Prozessoptimierungen. Ein Dauerbrenner bleibt dabei die Gehängeoptimierung. Ziel: mehr Teile auf einem Warenträger ohne Qualitätseinbußen. Das zahlt sich aus: Durch verbesserte und inzwischen standardisierte Warenträger spart das Unternehmen jährlich mehrere hunderttausend Euro.
Auch chemisch wurde optimiert: Statt Eisenphosphat nutzt König + Neurath seit Kurzem ein mildalkalisches Vorbehandlungsverfahren. Die Umstellung verlief reibungslos, sorgt für weniger Reinigungsaufwand und spart Wasser – ohne Einbußen bei der Beschichtungsqualität.
Automatisierung und Energieeffizienz im Blick
Im Bereich Intralogistik setzt das Unternehmen verstärkt auf fahrerlose Transportsysteme. Bereits 70% der Bauteile fahren autonom durch die Hallen – gesteuert durch ein eigenes Kartensystem. Dank des Wechsels auf ein Grenzebach-System lassen sich seit 2022 auch überlange Teile bis zu 2,2 m sicher transportieren.
Einsparpotenzial sieht man auch bei der Pulverbeschichtung. Mit einer verbesserten Verwirbelungstechnik – entweder über eine Zerstäubungseinheit oder Direktdüsen – will man Material einsparen und gleichzeitig den Kantenschutz verbessern. Die Entscheidung über die Technik ist noch offen.
Ein weiteres Zukunftsprojekt bleibt die Umstellung auf Niedertemperatur-Pulverlacke. Zwar wurde das Potenzial erkannt, jedoch scheitert die Umsetzung bislang an fehlender Flexibilität des Einbrennofens sowie der Taktung in der Lackieranlage.
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- Wie genau König + Neurath die Gehänge konstruiert und standardisiert
- Welche Herausforderungen es bei der Einführung des neuen Vorbehandlungsverfahrens gab
- Welche Vorteile die automatisierten Transportsysteme im Lackierprozess bieten
Zum Netzwerken:
König + Neurath AG, Karben, Sascha Kiefl, Tel. +49 6039 483-965, sascha.kiefl@koenig-neurath.de, www.koenig-neurath.com